Thomas Azier – Love, Disorderly

Radiopop mal anders. Vor drei Jahren hatte der Wahl-Berliner mit „talk to me“ eine ausgesprochen schöne, melancholische und dennoch absolut radiotaugliche Single veröffentlicht und begründete damit seinen Ruf eine Art Sebastien Tellier für die Masse zu sein.
Auf „love, disorderly“ geht er den Weg weiter, hat aber seinen Horizont noch erweitert. In Stücken wie „concrete“ kann man gar die Freigeistigkeit eines Scott Walker hören. „if there’s a goal“ weckt Erinnerungen an Jonathan Bree. Laut Info hat Azier im kreativen Prozess bewusst Grenzen aufgehoben, die er sich zuvor selber gesteckt hatte. Das tut seiner Musik gut. Bei alledem verliert er dennoch eine poppige Zugänglichkeit nie aus den Augen. So macht Radio Musik Spaß!
Highlight ist dabei ein Cover: „Gala“s „freed from desire“.

(vk)