Vanishing Twin – Ookii Gekkou

Das britische Projekt „Vanishing Twin“, das mit seinem eigenwilligen Psychedelic-Entwurf 2019 schwer zu begeistern wusste, hat die Pandemie genutzt und ein neues Album fertig gestellt. Das erscheint im Oktober. Der etwas ungewöhnliche Name „ookii gekkou“ ist übrigens japanisch und bedeutet „großer Mondschein“. Bisher gibt es einen Song zu hören, der wieder an die großen „Broadcast“ erinnert, aber beinahe – für „Vanishing Twin“-Verhältnisse – etwas gewöhnlich daherkommt.

(vk)

Planning By Numbers ‎– 1: Catch The Beat

Schöner Reminder von Frank Linearnetrik: Der Brite Stephen Milford aka „Planning By Numbers“ hat 1982 ein einziges Album (und eine Single, die aber auf dem Album enthalten ist) veröffentlicht. Die Musik ist Post Punk mit verspielten Synthies. Ich muss an John Foxx denken. „1: catch the beat“ hält dabei einige Hits bereit. Da mag es verwundern, dass das Album noch immer günstig zu haben ist.  Schöne Platte!

(vk)

Soft Riot – Second Lives

JJD aka Jack Duckworth ist inzwischen seit zehn Jahren als „Soft Riot“ aktiv. Um das Jubiläum zu begehen, hat er gerade das Album „second lives“ veröffentlicht. Es enthält ältere Stücke, die er überarbeitet, neu aufgenommen, remixed hat bzw. die bislang so noch nicht erschienen sind. Auf der Bandcamp Seite verrät er zu jedem der acht Tracks ausführlich, was es mit den jeweiligen Varianten auf sich hat.  So gesehen hat JJD hier eine Werkschau der besonderen Art geschaffen. Für Freund*innen der etwas anderen 80er Synthie Musik ein Muss. Die Zusammenstellung zeigt einmal mehr, wie JJD seinen ganz eigenen Stil mit seinem Projekt „Soft Riot“ entwickelt hat. Tipp!

P.S.: Ich liebe seine ästethischen, passenden Video und Artwork Konzepte.

(vk)

Wolfgang – The Price of Fame

Seltsam, was einem bisweilen bei Facebook vorgeschlagen wird. Bei mir jüngst: „Wolfgang“ – the robot – aus New York. Wer sich hinter dem Projekt verbirgt, war leider nicht herauszufinden. Auch scheint es seit 2012 keine Releases mehr gegeben zu haben. Bis dahin gab es digital eine EP und zwei Alben.

Trotz Roboter Klischee hebt sich „Wolfgang“s Sound angenehm vom gängigen Minimal Klischeesound ab. Hier steht vor allem Spaß im Vordergrund. Die Popsongs sind elektronisch, der Gesang wird mit Vocoder vorgetragen. Alle Releases gibts zum name your price bei bandcamp.

(vk)

La Main

„La Main“ ist der Franzose Joann Guyonnet. Seit 2012 veröffentlicht er regelmäßig Musik. Eigentlich ist das dann stark 80er beeinflußter Synthwave. 2019 gab es ein Akustik-Album, das eigentlich gar nichts mit Sound des Projektes zu tun hat, sondern beinahe neofolkig daherkommt.

Mich überzeugt aber mehr sein 2017er Album „l’heure de salir“. Das klingt sehr frisch und weckt Erinnerungen an Konstantin Unwohl bespielsweise. Oder an Cold Wave Releases der Zeit – allerdings oftmals mit einer erfrischend poppigen Note. „la mélodie du sombre“ von 2020 ist „La Main“s bisher letztes Release und schließt an „l’heure…“ an, aber weiß nicht ganz so zu überzeugen. Erfrischend kann aber eine gewisse Vielseitigkeit konstatiert werden. Vinyl Veröffentlichungen hiervon wären schön.

(vk)

Damon Albarn – The Nearer The Fountain, More Pure The Stream Flows

Damon Albarn scheint wirklich rastlos zu sein. Als ob seine Arbeit mit den Bands „Blur“, „Gorillaz“ und „The Good, The Bad And The Queen“ ihn nicht auslasten würden, veröffentlicht er regelmäßig auch noch Solo Alben. Das letzte allerdings liegt bereits sieben Jahre zurück. Im November erscheint der Nachfolger.  „the nearer the fountain, more pure the stream flows“ ist von Island inspiriert und sollte eigentlich ein langer Track werden. Am Ende sind doch elf einzelne Tracks daraus geworden.  Der nun zu hörende Track ist fragil, melancholisch und wunderschön, will aber so gar nicht in den Sommer passen. Gut, dass das Album im November erscheint

(vk)

She Lies – Talking With You

Noch recht frisch ist die neue Ep des Berliner Duos „She Lies“. Bemerkenswert dabei ist, dass es sich um die zweite Veröffentlichung überhaupt handelt und die erste – „needed you“ – bereits sieben Jahre auf dem Buckel hat. „talking with you“ schließt dennoch musikalisch an das Debüt an, wirkt mit seinem modernen, tanzbaren Synth-Wave-Pop aber deutlich runder. Da wäre eine physische Veröffentlichung schön!

(vk)

Sixth June – 1984

Das Duo „Sixth June“ geht komplett neue Wege. Bisher waren sie für synthpoppige und schwer 80er angelehnte Tracks bekannt. Das neue Album „1984“ ist ein Konzept Album, das aus einem einzigen über 40-minütigen Track besteht. Es beginnt mit einem düsteren auf einem E-Bass gespielten Riff, um das herum sich das ganze Album herum aufbaut. Aufgeteilt ist es in vier Teile, die in einander übergehen.

Freilich nimmt sich das Ergebnis experimentell bis soundtrackartig aus. Bisweilen fühle ich mich an den Soundtrack von Blade Runner oder an den Film Noir erinnert. Mutiger Schritt! Ich bin noch nicht ganz sicher, wie ich das finden soll…

https://sixthjune.bandcamp.com/album/1984

(vk)

Unzen – The Lost Tapes 1990-1991

Die Band „Unzen“ scheint nur kurz existiert zu haben. Ich konnte auch keine weiteren Informationen finden. Dabei ist zumindest die Sängerin Brigitte Balian durchaus bekannt: Sie war zuvor bei dem legendären Synth Projekt „Martin Dupont“.

„Unzen“ ist zwar später aktiv gewesen, kommt dafür aber überraschend postpunkig daher. Der Gesang fängt einen sofort ein, die Musik treibt. Die Stücke von „Unzen“ gab es bisher nur auf Tapes. Dankenswerterweise hat das Label Metadrone Records nun eine LP mit einigen der Tracks veröffentlicht.

(vk)

LoneLady – Former Things

Hui, das ist eine Überraschung. Julie Campbell aka „LoneLady“ feiert mit „former things“ Album Nummer 3 – nach gut sechs Jahren ihr Comeback auf Warp Records. Und was für eines.
Mit unüberhörbarer innovativer Spielfreude hat die Wahllondonerin in den letzten Jahren noch einmal mehr unzählige Einflüsse der 80er aufgesogen und daraus ihre eigene -sehr zeitgemäße- Soundästhetik entwickelt.
Knochentrockene Electrofunk Basslines irgendwo zwischen „Cabaret Voltaire“ und „Whodini“ machen ihre Songs an einigen Stellen zu echten kleinen Tanzmonstern. Dabei erliegt „LoneLady“ niemals der Gefahr, ihre Musik zu sehr aufzublasen oder gar zu überladen. Wenn ihre Songs dich rocken, dann mit angenehm aufgeräumten Arrangements und -im besten Sinne- diskret.
Mit ihren entfernt an „Neneh Cherry“ (und „Janet Jackson“ <3) erinnernden Vocals gibt das schon eine sehr charmante popaffine Melange. Hier und das gesellen sich noch beißende Sequenzen, minimale Percussion und dezente Streicher hinzu und fertig ist ein tolles modernes Dance Album.

(mf)