Kontravoid – Too Deep

Cameron Findlay aka „Kontravoid“ hat mit seinem an traditionellem EBM angelegten Electro Sound auf der letzten Tour problemlos Acts wie „Boy Harsher“ an die Wand gespielt (zumindest in Hamburg). Diese Energie spiegelte sich bislang nur in Maßen auf den Tonträgern wider. Am 19. September erscheint das neue Album „too deep“ – wie auch die letzte EP – auf dem Berliner Label Fleisch. Der vorab veröffentlichte Song „turn away“ fängt nun endlich „Kontravoid“s Live-Energie ein. Das wird ganz offensichtlich eine großartige Platte…

(vk)

Viktor Fiction

Wieder einmal so ein Zufallsfund: Hinter „Viktor Fiction“ steckt Dave Trumfio, der vielleicht einigen noch von Bands wie „Pulsar“ oder „Ashtray Boy“ bekannt sein könnte. 2017 brachte „Viktor Fiction“ zwei leider völlig unbeachtete Eps heraus, deren Musik zwischen 80ties Pop und Postpunk bewegen. Eine lohnende Neuentdeckung, die obendrein auch noch relativ günstig ist.

(vk)

Fad Gadget – Best Of Fad Gadget

Frank Tovey aka „Fad Gadget“ bedarf vermutlich keiner weiteren Vorstellung, ist er doch neben „Depeche Mode“ einer der bedeutendsten Künstler des Labels Mute gewesen. Bereits 2001 erschien eine „best of“-Zusammenstellung – allerdings nur auf CD. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums von „Fad Gadget“s erstem Release erscheint die Zusammenstellung erstmalig auf Vinyl. Nun gibt es beispielsweise den Dancefloor Hit „lady shave“ auch abseits der „make room“ 7″ auf Vinyl. Schöne Art, dieses Jubiläum zu begehen!

(vk)

Malcolm Middleton – A Prelude (to Human Don’t Be Angry)

Bald erscheint das neue Album „human don’t be angry“ des Schotten Malcolm Middleton, der als die Hälfte der großartigen „Arab Strap“ bekannt wurde. Solo ist er sehr viel folkiger unterwegs als mit der Band. Vorab verschenkt er drei Stücke digital als Appetizer zum Album. Alle sind instrumental und wunderschön eindringlich. Es klingt, als ob sie einem Soundtrack entstammen. Schöne Idee!

https://malcolmmiddleton.bandcamp.com/album/a-prelude

(vk)

Blancmange – The Blanc Tapes

Das „Tapes“ im Titel ist etwas unpassend gewählt, handelt es sich hier doch um eine drei Doppel Lps umfassende Vinyl Box. „Blancmange“ brachten in ihrer ersten Inkarnation von 1979-1986 drei viel beachtete Synth Pop Alben heraus und konnten in der Zeit auch einen beachtlichen Erfolg einheimsen. „the blanc tapes“ fasst diese drei Alben zusammen und erweitert sie um Singles, extended versions und vieles mehr. Dass die Band trotz Reunion etwas in Vergessenheit geraten ist, liegt vermutlich daran, dass es ihre Songs nur vereinzelt mit den großen des Genres mithalten können. Dennoch schöne Idee, auf einen Schlag, das Wesentliche der Band verfügbar zu machen.

(vk)

Eyedress – Sensitive G

„Eyedress“ aka Idris Vicuña stammt eigentlich von den Philippinen, lebt aber inzwischen in Kalifornien. Es gibt beeindruckende 6 Alben von ihm, die er in der vergleichsweise kurzen Zeit seit 2013 in die Welt gebracht hat. Bereits im November ist das aktuelle Doppelalbum „sensitive g“ erschienen. Das zeichnet sich – wie schon die Vorgängeralben – durch einen ganz besonderen DIY-Spirit und eine irre Mischung von Stilen aus. Cheesy Pop à la Connan Mockasin bildet das Zentrum von „Eyedress“’s Musik, wird aber ergänzt durch wavige Stücke, Shoegaze, Postpunk und auch mal 80er Minimal. Manchmal glaubt man die guten Stücke von „DIIV“ zu hören. Inhaltlich geht es um Privates und auch Politisches („toxic masculinity“). „sensitive g“ wächst ungemein bei jedem Hören, weil es ständig wieder Neues zu entdecken gibt.

(vk)

The Phone – Songs For This Nuclear Age

Interessante Neuentdeckung: „The Phone“ aus England ist ein Ein-Mann-Projekt von Jonni Mogul aka Mogul. Der scheint ein umtriebiger Künstler zu sein, der eigentlich um die 2000er herum CDrs und Samplerbeiträge herausgebracht hat. Seine aktuellen Projekte veröffentlicht er offenbar als „The Phone“, auch wenn die letzte Veröffentlichung inzwischen drei Jahre zurückliegt. Jedenfalls gab es 2013 ein wunderbares Album, das sich nach „Soft Cell“-Pop mit Kraut- und Kraftwerkanleihen anhört. Das komplette Album weiß mit prima Melodien und Songs zu begeistern. Überraschend, dass es so untergegangen und bei Discogs noch immer günstig zu haben ist.
Funfact: Auf dem Gitarrenpopsampler „noises from the sound cupboard“ von 1996(!) findet sich unter dem Namen Mogul der Song „jonni„, der auch auf „nuclear for this nuclear age“ als deutlich popigere Variante enthalten ist.

(vk)

Blind Delon & Sopoorific – The Seep

Neues von der inzwischen schon recht bekannten französischen Band „Blind Delon“. Auf Tonn Recordings haben sie eine neue EP zusammen mit dem mir bislang unbekannten Projekt „Sopoorific“ herausgebracht. „the seep“ enthält zwei neue Stücke und zwei Remixe von „Vogue.Noir“ und „Hante.“. Der Gesang auf der normalen Version ist ein ziemlich schlimm geratenes Duett. Die restlichen Tracks überzeugen mit tanzbarem Neominimal inklusive Postpunk Elementen. 25 Euro ohne Versandkosten für eine 4-Track ep halte ich dann aber doch für etwas übertrieben…

bandcamp

(vk)

La Stele Des Pleurs ‎– La Voix Des Vieux Temps

Die französische Band „La Stele Des Pleurs“ hört sich mit ihrem 80s Minimal so derart authentisch an, dass man meinen könnte, ihre Releases müssten aus den frühen 80er Jahren stammen. Tatsächlich veröffentlicht die Band aber erst seit 2015. Es gibt bislang drei Singles und die Mini LP „la voix des vieux temps“. Die letzte Veröffentlichung liegt bereits drei Jahre zurück. Hoffentlicht wird da noch was kommen!
Eins noch: „La Stele Des Pleurs“ spielen ausschließlich instrumental.

(vk)

Michelle Vernon – Roman-Photo

Die Französin hat 1990 eine einzige 7″ mit zwei Songs veröffentlicht. So ganz einordnen lässt sich ihre Musik nicht. Die beiden Stücke pendeln zwischen Italo, Synth Pop und French Pop. Aber gerade Roman-Photo überzeugt so sehr, dass die Original 7″ inzwischen nicht unter 50 Euro zu haben ist. Gut, dass uns Camisole Records ein Reissue beschert hat, das es noch immer für faire Preise zu erwerben gibt.

(vk)