23rd Underpass – Voices In The Dark

Der Grieche „23rd Underpass“ mit seinen immer etwas zu langen Italo/Synth Pop Stücken veröffentlicht demnächst ein neues Album. Zu hören gibt es auf der Label Facebook Seite bislang nur den alten Song „the boy within“. Wenn das ein Hinweis sein soll, wie das Album wird, wirds bestimmt interessant. Das letzte Album enttäuschte ja eher. Aber: Zu lang ist auch dieses Stück…

The Tropics – As Time’s Gone

„The Tropics“ aus Florida waren Mitte der 60er eine recht typische Garagenband und haben wohl legendäre Konzerte gespielt. In der Zeit von 1965-1967 veröffentlichten sie lediglich einige Singles. Die hat 2013 das Reissue Label Guerssen auf einer LP zusammengefasst, die aber längst ausverkauft ist. Nun gibt es sie wieder. Lohnenswert, spielen „the Tropics“ doch neben krawalligem Garagensound erstaunlich psychedelisch anmutende Popstücke. Schöne Mischung jedenfalls.

Giles, Giles And Fripp – The Cheerful Insanity Of Giles, Giles And Fripp

Britische Spät 60er Psychedelic hat ein ganz eigenes Flair. Schöne, sehr poppige Melodien treffen auf schrille Arrangements und Ideen. Ein schönes Beispiel dafür ist die „King Crimson“ Vorgänger Band „Giles, Giles and Fripp“. In guter Qualität ist das Album als Vinyl leider etwas teuer. Das wär mal ein Fall für Sundazed und Co. Ein Rerelease würde sich sicher lohnen.

R.E.K. ‎– R.E.K. 1

Lange schon ist der Song „computer haben herzschmerz“ von „R.E.K.“ ein Hit auf Minimal/80ties Tanzflächen. Das zugehörige Album von 1983 – einziges Album der Band – ist nun gerade auf Private Records wieder erschienen. Zwei Haken bleiben leider: Erstens sind Platten auf Private Records nur unverschämt teuer neu zu bekommen. Und zweitens ist das Album abseits des Hits eher durchwachsen. Trotzdem lohnt die Investition vielleicht schon für diesen einen Song.

Staatseinde – Neue Zyklus

Apropos „Staatseinde“: Das niederländische Duo habe ich abseits ihres Hits „wir gehen nicht mehr weg“ bislang eher wenig beachtet. Auf einer Party konnte ich sie jüngst live sehen (nun als Trio). Da konnten sie völlig überzeugen mit ihrer mitreißenden Mischung aus tanzbarem Electro, Minimal Synths, Vocoder Stimmen und Wahnsinn. Auf einmal ergibt ihre akutelle EP „neue zyklus“ Sinn und macht wirklich Spaß!

Wave Earplug Sampler

Das slovakische Label 4mg hat einige Sampler Reihen herausgebracht. Alle werden nur auf Vinyl und einfach in DJ-Hüllen verkauft und sind entsprechend ziemlich günstig. Die Reihe „wave earplug„, von der es bislang zwei Teile gibt, verdient da besondere Beachtung, versammelt sich hier doch das quasi „who is who“ der Minimal Synths Künstlerinnen und Künstler, denen bislang ein Durchbruch verwehrt blieb, die aber gleichzeitig schon beachtliche Veröffentlichungen vorweisen können: „Parallelo“, „Staatseinde“ und „Sololust“ zum Beispiel.

Styrofoam – We Can Never Go Home

Der Belgier Arne Van Petegem aka „Styrofoam“ hat eine interessante musikalische Entwicklung durchlaufen. Zunächst nannte er sich in den 90ern „Tin Foil Star“ und machte trackartige, beinahe dronige Stücke. Als er poppiger wurde, erfolgte die Umbenennung. Ab 2001 veröffentlichte er dann auf Morr Music einige beachtliche Platten und wurde: noch poppiger.
Das ist nun schon eine Weile her. Das letzte Album „disco synthesizers & daily tranquilizers“ erschien 2010. Zum Ende des Jahres kommt nun völlig überraschend „we can never go home„. Es ist eine Rückbesinnung auf die frühen Tage. Die Stücke sind wieder weniger poppig und instrumental. „Styrofoam“ wirkt dabei angenehm aus der Zeit gefallen.

Jacco Gardner – Somnium

Vor kurzem fragte ich mich in einer Ankündigung hier, was eigentlich Jacco Gardner macht. Jener junge Niederländer, der uns auf seinen ersten zwei Alben die wohl mit schönsten Psych Pop Melodien der letzten 20 Jahre schenkte. Nun erscheint das dritte Album, und es ist überraschenderweise instrumental! Es ist ein Konzept Album, das sich auf eine Novelle von Johannes Keppler aus dem Jahr 1608(!) bezieht, die als erste Sci-Fi Erzählung gilt. „somnium“ soll eine psychedelische Welt im Menschen selber vermitteln und gleichzeitig eine Hommage an das aussterbende Format des Albums darstellen. Da hat sich Jacco Gardner ein ganz schön hohes Ziel gesetzt! Die ersten zu hörenden (kurzen) Stücke klingen jedenfalls wie gewohnt und tatsächlich hat man nicht das Gefühl, dass – trotz des fehlenden Gesangs – etwas fehlt.

The Good, The Bad & The Queen – Merrie Land

Als sich vor 11 Jahren Damon Albarn („Blur“/“Golrillaz“), Paul Simonon („The Clash“), Simon Tong („The Verve“) und Tony Allen („Fela Kuti“) zu der Supergroup „The Good, The Bad And The Queen“ zusammentaten, rechnete wohl niemand damit, dass sie mehr als ein Album herausbringen würden, obwohl sie stets versicherten eine „richtige“ Band zu sein. Nun erscheint mit „merrie land“ tatsächlich ein zweites Album. Das schließt trotz des großen zeitlichen Abstandes nahtlos an seinen Vorgänger an. Im Mittelpunkt stehen nach wie vor Albarns Gesang, schöne Melodien und unkonventionelle Arrangements. Dabei schaffen die vier es, dass die Platte gleichzeitig modern und sentimental antiquiert klingt. Man könnte auch sagen: Zeitlos.