Stuart A. Staples – Music for Claire Denis’ High Life

Der „Tindersticks“-Kopf Stuart A. Staples bringt ein neues Album heraus. Er hat es sich zur Angewohnheit gemacht, dass seine Solo-Alben irgendetwas besonderes an sich haben. Diesmal handelt es sich – wie der Name ja schon andeutet – um einen Soundtrack zu dem Film „High Life“ mit Robert Pattinson und Juliette Binoche in den Hauptrollen.
Der Großteil des Albums umfasst entsprechend Sound Collagen, wie man sie bei einem Soundtrack erwarten würde. Die sind Staples durchaus gelungen und abwechslungsreich. Man fragt sich aber doch, zu welchem Anlass man ein solches Album aus dem Schrank nehmen würde.
Große Ausnahme bildet das von Pattinson gesunge Stück „willow“, das zugleich zentrales Themenstück des Films ist. Es hat eine melancholische, düstere Tiefe, die einen ein wenig an Nick Cave denken lässt.
Vielleicht ist das Stück allein schon die Anschaffung wert.

(vk)

Avey Tare – Cows On Hoursglass Pond

Angekündigt hatte ich das Album ja bereits. Nun ist „Cowas On Hourglass Pond“ erschienen.
Aufgenommen wurde das neue Werk eines der Herren des schrillen „Animal Collective“s auf einem einfachen 8-Spur Gerät. Das mag Anno 2019 seltsam anmuten, wo es dank moderner Aufnahme-Technik eigentlich keine Begrenzung auf eine Spurenanzahl mehr gibt. Allerdings kann die Reduktion oder bewusste Einschränkung der Möglichkeiten auch bewusst gewähltes Mittel sein.
Vielleicht spielte diese Vorgabe auch eine Rolle dabei, dass das Album einen sehr analogen Charakter hat und eine beinahe folkige Atmosphäre entwickelt. Klar hört man die verstrahlten und vertrackten Songstrukturen der Hauptband „Animal Collective“ auch hier heraus. Aber die Wärme, die die Akustik Gitarre in beinahe allen Songs mitbringt, wird mit den Sounds atmosphärisch und behutsam aufgegriffen.
Ganz nebenbei hat Avey Tare hier die perfekte Platte zur Fühjahrsmüdigkeit und zum sonntaglichen im Bett rumlungern aufgenommen.

(vk)

Le Cliché

Das spanische 80s Minimal-Projekt „Le Cliché“ veröffentlicht ebenfalls im Mai eine neues Album auf Tonn Recordings. Details sind noch nicht bekannt: Weder Album Titel noch irgendein Song. Aber es wird nur 100 LPs geben. Das sollte man bei Gefallen wohl schnell zugreifen. Nicht dass es nachher heißt, ihr hättet von nichts gewusst…

(vk)

Minuit Machine – Infrarouge

Nicht nur dass „Hante.“ gerade erst ein neues Album heraus gebracht hat und nun mit ihrer alten Band „Minuit Machine“ wieder tourt, nein, nun gibt es im Mai auch ein neues Album von „Minuit Machine“. Da dürfen wir sicher gespannt sein, wie das Duo nach der langen Pause und der Reunion Anno 2019 klingt. Zu hören gibt es bislang leider noch nichts.

(vk)

Weeping Willows – After Us

Erst letzten Monat hatte ich die „Weeping Willows“ mit ihrem Bombastkitschpop wiederentdeckt. Am Freitag erschien ihr neues Album „after us“ und wie schon die letzten Vorgängeralben auf Razzia, einem Label, das keinen Deutschland Vertrieb zu haben scheint. Entsprechend schwierig ist die Beschaffung des Albums. Zu hören gibt es bislang auch nur einen Song, der allerdings nahtlos an das letzte Album anschließt. Bei einem Blindkauf wird es da wohl keine bösen Überraschungen geben.

(vk)

Gold – Why Aren’t You Laughing

Die niederländische Band „Gold“ um die charismatische Sängerin Milena Eva van den Berg hat eine wechselhafte Geschichte (und einige Besetzungswechsel) hinter sich. Sie begann 2012 als relativ gewöhnliche Rockband, um dann mit dem unglaublich sperrigen und politischen Album „no image“ 2015 positiv zu überraschen. Massive postrockige Gitarren und eine dichte und bedrohliche Atmosphäre wird da durch van den Bergs schwer definierbaren Gesang aufgebrochen. Auf Album Nummer drei („optimist“) ging es dann so weiter, aber deutlich besser produziert – leider auf Kosten der rohen und gewaltigen Dichte der Musik. Einige Songs erschienen ein wenig glatt.
Am 5. April kommt das neue Album heraus. Es gibt bereits drei Songs zu hören, die den Weg von „optimist“ weiterzeichnen. Die Produktion hat hier aber den seltsamen Effekt, dass „taken by storm“ etwa wie ein Radiopopsong beginnt, um dann von einer Gitarrenwand zerdrückt zu werden. Nun setzen „Gold“ die Produktionsmittel überzeugend für ihre Zwecke ein. Die Atmosphäre von „no images“ ist zurück, wird nun aber anders erzeugt. Mal sehen, wie die restlichen 8 Stücke sind.

(vk)

Brian Jonestown Massacre – Brian Jonestown Massacre

Der Wahlberliner Anton Newcombe, der im Prinzip allein „Brian Jonestown Massacre“ ist, scheint ein echtes Arbeitstier zu sein: Nicht nur, dass er mit seiner eigenen Band einen immensen Output hat, nein, er führt nebenbei das Label A Records und nimmt auch noch Platten mit anderen Musikerinnen und Musikern wie Tess Parks Platten auf. Gerade die letzte Zusammenarbeit mit Tess Parks war wieder vorzüglich.
Nun gibt es also ein neues Album von Newcombes Hauptprojekt „Brian Jonestown Massacre“. Wieder wabert es spacig und gleichzeitig rumpelig vor sich hin. Und die 60er und Neopsych sind wieder zentraler Mittelpunkt der Musik. Wo die letzten Alben leider etwas beliebig und langweilig waren, scheint Newcombe nun wieder zu seinen Stärken gefunden zu haben. Eine zwingende, beinahe düstere Energie wohnt der Musik inne, selbst wenn die Gesangsmelodien mal nicht so ausgefeilt sind. Die selbstbetitelte LP hört man entsprechend am besten am Stück durch. Dann kann sie am besten ihren Sog entfalten.

(vk)

Alphaville – Forever Young

Die Band „Alphaville“ bedarf keiner Vorstellung. Schon gar nicht ihr Debüt „forever young“, das eigentlich alle kommerziell erfolgreichen Stücke und Hits des deutschen Trios enthält.
Mein Wunsch in Bezug auf die Band scheint in Erfüllung gegangen zu sein. Zumindest teilweise. Freitag erschien „forever young“ neu und remastered – auch als LP. Und das Besondere: Es gibt eine Deluxe Version, die alle Singles sowie Remixe und die Demos aus der Zeit enthält.
Und ja, es sind auch alle frühen (deutschsprachigen) Demos dabei: „traumtänzer„, „leben ohne ende“ und „blauer engel“ – jene legendären Minimal Synths Stücke, die es eigentlich gar nicht mehr in brauchbarer Qualität zu finden gab. Ganz zu schweigen von regulären Tonträgern.
Ein Haken für Vinylfans bleibt; denn die Deluxe LP enthält nur das reguläre Album auf Vinyl. Alle Bonus Stücke gibt es auch hier nur als CD. Zudem sind die Demos nicht abseits der teuren Box erhältlich. Aber immerhin: Die gesuchten Stücke sind nun wieder in prima Qualität ganz regulär auf dem Markt. Und wer weiß? Vielleicht kommen die Demos ja noch einmal separat heraus. Vielleicht sogar als LP…?

(vk)

Uncanny Valley – Ugashia

Beinahe vier Jahre nach der Debüt EP erscheint am 8. April das Debüt Album „ugashia“ der britischen Band „Uncanny Valley“.
Seither hat sich offenbar Einiges getan – zumindest, wenn der erste zu hörende Song repräsentativ sein sollte. Die industriellen Sounds und Elemente sind deutlich in den Hintergrund gerückt. Stattdessen bleibt viel Platz für Sphäre und ruhigen Gesang. Postrock und ein paar Tupfen World Music sind dazu gekommen. Das Ergebnis ist atmosphärisch sehr dicht und wächst mit jedem Hören. Eine Einordnung will nicht so recht gelingen, macht besagten Song „drowning“ aber noch aufregender.

(vk)