Notstandskomitee / THX 1971 – Split – Elektrofusion

Auf einem der neuen Releases des feinen Labels Minimalkombinat haben sich die beiden deutschen Ein-Mann-Projekte „Notstandskommitee“ und „THX 1971“ für eine „elektrofusion“ zusammengetan. Beide Künstler sind für ihren minimalen Musikansatz bekannt. Wobei „Notstandskomitee“ deutlich experimenteller ist. Hier hört sich das nach einer schwer zu fassenden Mischung von durchaus clubtauglichen, aber sperrigen Instrumental Tracks an. „THX 1971“ gibt sich wie gewohnt minimal poppig.

(vk)

Johnson Righeira – Vamos A La Playa – 40th Anniversary

Apropos Italo: „Righeira“s „vamos a la playa“ dürfte der Inbegriff dessen sein, was Italo Disco war/ist. 1983 wurde der Song zum weltweiten Hit. Was viele nicht wissen, ist, dass der Song eigentlich gerade seinen vierzigsten Geburtstag feiert. Das Demo erschien nämlich bereits 1981. Vor einigen Jahren erschien das Demo erstmals auf CD. Dabei stellte sich heraus, dass es viel waviger und eigentlich besser ist als die bekannte Version. Zum Jubiläum erschien der Song nun in 7(!) Versionen neu auf Vinyl – inklusive der Demo Version und der Maxi Version. Die restlichen fünf Versionen sind eher schlechte als rechte Versuche, den Track in die Jetzt-Club-Zeit zu übertragen. Allein das Demo aber ist die Investition wert…

(vk)

Amin-Peck

Das italienische Trio „Amin-Peck“ war ein Beispiel dafür wie aus der Verbindung von Minimal und Disco schließlich Italo entstehen konnte. Die vier Singles und EPs sind alle noch sehr von einem beinahe experimentellen Undergroundflair erfüllt. Das hebt sie angenehm von den teils arg beliebigen späteren Italo Acts ab. Besonders gilt das für „love disgrace“ und „suicidal“, die entsprechend wiederveröffentlicht wurden. Beide gibt es noch recht günstig zu kaufen.

(vk)

Jarvis Cocker – Tip-Top – Chansons D’Ennui

Jarvis Cocker kann sicher als der ungekrönte König des 90er Brit-Pops in seiner Funktion als „Pulp“-Sänger betrachtet werden. Letztes Jahr veröffentlichte er ein indie-poppiges Album mit seinem Projekt „Jarv Is“. Zum bald erscheinenden neuen Wes Anderson Film „the french dispatch“ konnte der Regisseur den Musiker überreden, den französischen „Christophe“-Titel „aline“ zu covern. Aus der Idee entstand schielßlich ein ganzes Album mit Covern französischer Songs. Das Ergebnis ist eine schöne stimmungsvolle Platte, die besonders überzeugt, wenn die Streicher so richtig kitschig aus den Boxen quellen. Einziger Schwachpunkt ist Cockers doch ziemlich lausiger Französisch-Akzent.

(vk)

Bärchen Und Die Milchbubis – Endlich Komplett Betrunken

„Bärchen Und Die Milchbubies“ kamen aus Hannover und haben Anfang der 80er ein Album und zwei Singles veröffentlicht. Das alles wurde bereits vor einigen Jahren wiederveröffentlicht. Nun legt Tapete mit einer Komplettwerkschau nach: Alles dabei – also alle Tonträger von damals. Remastered. Dazu kommen ein paar rödelige Live Aufnahmen. Musikalisch gehts hier rumeplig-rotzig punkig zu. Erstma n Bier aufmachen da… Am 10.12. gehts los….

(vk)

Duran Duran – Future Past

Ja, in der Tat DIE „Duran Duran“ haben ein neues Album veröffentlicht. Es ist das erste reguläre Album seit 2015. Seit einiger Zeit schon sind die Briten ja beinahe komplett in der Besetzung unterwegs, mit der sie in den frühen 80ern ihre größten Erfolge feiern konnten. Und tatsächlich hört sich auf „future past“ vieles nach ihrer Hochzeit und nach 80ern an. Hier und da wird mit Gastsängerinnen und neuartigen Sounds ein halbherziger Versuch gestartet, modern zu klingen. Tatsächlich haben „Duran Duran“ das aber gar nicht nötig und überzeugen heute auch noch am meisten, wenn der Spirit von „hungry like the wolf“, „save a prayer“, „the reflex“ oder auch „a view to a kill“ durchschimmert. Es ist erstaunlich, wie frisch sich das bei den Herren mit 60 plus noch anhört. Und das ist jetzt nicht als wohlwollendes „das passt schon“ gemeint, nein, „future past“ ist ein wirklich gelungenens Album!

(vk)

Cold Beat – War Garden

Die US-amerikanische Band „Cold Beat“ kann auf ein paar ganz grandiose Releases zurückblicken: Zum einen lieferten sie eine überraschend gelungene „Eurythmics„-Cover EP ab, nur um im letzten Jahr mit „mother“ eines der besten Alben aus 2020 abzuliefern. Zum kommenden Jahreswechsel erscheint dessen Nachfolger „war garden“ physisch – digital jetzt schon. Und wie geht die Reise weiter? „Cold Beat“ schließen auf dem neuen Album mit ihrem charmanten 80s Pop inklusive Twin Peaks Flair direkt an „mother“ an, ohne sich einfach zu kopieren. Wow! Gelungen und ein echter Tipp!

(vk)

Aska – Út Við Sundin Grá

„Aska“ ist Kristófer Páll Viðarsson aus Island. Bereits 2015 veröffentlichte er mit „grátónar“ ein reichlich obskures Debüt: Das war elektronisch, düster und besonders gekennzeichnet durch den teilnahmslosen und unvergleichlichen Gesang. Nach einer längeren Pause erschien letztes Jahr auf dem Kernkrach Sampler „der kosmonaut“ erstmals wieder ein Stück. Inzwischen ist „Aska“ bei Galakthorrö gelandet und hat gerade sein neues Album veröffentlicht. Dass er sich dabei an den Label Sound angepasst hat, tut der Musik durchaus gut:

(vk)

Boy Harsher – The Runner (Original Soundtrack)

Das Duo „Boy Harsher“ erfreut sich ja seit ein paar Jahren größter Beliebtheit mit ihrem Clubansatz von Minimal und Synthpop. Wenn man einen derartigen Hype erfährt, wird es mit neuen Alben schwierig. Einerseits will man nicht einen lieblosen Aufguss des Erfolgsrezeptes abliefern, andererseits sollen Fans nicht verprellt werden. Das Problem haben die beiden ganz gut gelöst, indem sie einen (Horror) Kurzfilm produziert haben und den zugehörigen Soundtrack gleich dazu. Der erste Song aus dem Album namens „tower“ macht jedenfalls neugierig, kreiert er doch eine düstere Atmosphäre wie man sie von den „Stranger Things“ oder interessanten 80er Soundtracks kennt. Könnte also ein interessante Neuentwicklung werden. Den Trailer zum Film findet ihr hier und den Song hier:

(vk)