Haus Arafna – Blut + Nachblutung

Der Reigen an Wiederveröffentlichungen geht weiter: Das Industrial Projekt „Haus Arafna“ (aka „November Növelet“) veröffentlicht Ende Juli ein weiteres frühes Album erstmals auf Vinyl. Vor zwei Jahren war es noch das zweite Album „children of god“, nun erfährt das Debüt Album „blut“ eine erweiterte Vinylneuauflage. So ein Release ist immer ein Ereignis, sind die Platten doch sehr begehrt und auch bei größeren Auflagen sofort vergriffen. So auch „blut und nachblutung“: Obwohl VÖ erst der 31. Juli ist, gibt die Labelseite die Platte als ausverkauft an.

Exploded View – Obey

Das sind doch mal gute Nachrichten: Das verstrahlte Spaceage-Nico-Revival-Projekt um die Berliner Sängerin Anika veröffentlicht am 28. September ein neues Album. Der erste Song davon klingt jedenfalls überzeugend – auf gewohnt hohem Niveau:

Hollies – Butterfly

1967 war das Jahr der Konzeptalben – spätestens nach „sgt. pepper“ von den „Beatles“. Im November des Jahres veröffentlichten die „Hollies“ ihr „sgt. pepper“: „butterfly“ ist psychedelisch, hat eigenwillige Arrangements und ist dabei typisch für die britische Psychedelia dieser Zeit. Gerade zur jetzigen Jahreszeit bietet es sich an, dieses intensive und gleichzeitig sommerliche Album wieder einmal anzuhören.

Arthur Verocai – Arthur Verocai

Der brasilianische Musiker Arthur Verocai macht zwar seit einiger Zeit wieder Platten, aber bis 2002 war sein 1972 erschienenes, selbstbetiteltes Album seine einzige Veröffentlichung. Er verbindet hier Singer/Songwriter Sound eines Jim Sullivan mit leicht angejazzten Arrangements. Dabei kommt er dank der Streicher auch ein bisschen Crooner-mäßig rüber. Sehr eigenwilliges, besonderes und hervorragendes Debüt.

Death Domain

Was ist eigentlich aus dem US-amerikanischen Künstler „Death Domain“ geworden? Laut Discogs gibt es nur ein paar Releases in den Jahren 2008-2009. Bandcamp bietet nur ein paar einzelne Stücke an, die 2013-2015 als Veröffentlichungs-Daten haben. Vielleicht könnte mal der Backkatalog als LP zusammengefasst werden? Gerade die Single „ethidium bromide“ ist ein echtes Highlight!

Les Invalides ‎– Au Revoir – 1978-1981

Das Projekt „Les Invalides“ ist etwas an mir vorbeigegangen. Laut einem Discogs Eintrag soll die Band ein Fake sein. Die Aufnahmen stammen offenabr mitnichten aus den Jahren 1978-1981, sondern mindestens aus den 2010ern. Wer sich wohl dahinter verbirgt? Aber eigentlich ist es auch egal, da die Musik authentischer 80er Minimal ist. Und wer sie dann wann und wie gemacht hat, spielt dann doch letztlich keine Rolle.

Mitra Mitra – Marionettes

Gerade hatte ich noch „Mitra Mitras“ neue Ep angekündigt. Die war etwas dancefloor-orientierter und weniger 80er Minimal als das selbstbetitelte Album von 2016. Leider war sie auch ein wenig egal. Nun erscheint zum Monatswechsel das neue Album „marionettes“. Bislang gibt es ein Stück zu hören, das glücklicherweise wieder mehr nach dem Debüt klingt.

https://mitramitra.bandcamp.com/track/telescopes

Holydrug Couple – Hyper Super Mega

Die chilenische Neo-Psych Band „Holydrug Couple“ hat seit 2011 einen ganzen Haufen Alben herausgebracht, fanden aber nie so recht Beachtung. Mit dem neuen Album „hyper super mega“, das im September auf Sacred Bones erscheint, kann das vielleicht anders werden. Hier zollen sie den großen Psych-Poppern der 60er Jahre ihren Respekt und musizieren spacig-sommerlich vor sich hin. So zumindest in dem ersten bislang veröffentlichten Track „i’ll only say this“.

Rendez-Vous

Die französische Band „Rendez-Vous“ hat sich viel Zeit für ihr Debüt Album gelassen. Allerdings sind die Erwartungen nach der Debüt EP „distance“ mit ihren treibenden, leicht elektronischen Postpunk sehr hoch. Auch die Konzerte zur EP waren so gut, dass es nun mit neuem Album und Tour schwer werden dürfte, das Niveau zu halten. Der ersten Song des Albums „double zero“ ist dann leider auch etwas enttäuschend.

Luis Ake & Luca Morte – Komm Spiel Den Laufpass Zu Mir

Ok, es ist Fuball WM. Der kann man sich wohl auch nicht gänzlich entziehen. Der Stuttgarter Melancholie Popper Luis Ake und Kopf und Sänger von „Die Selektion“ – Luca Morte – haben sich zusammen getan, um ihren ganz eigenen WM-Song aufzunehmen. Auf bandcamp kann der umsonst heruntergeladen werden. Großartige Unterhaltung jedenfalls: