Tanz Ohne Musik – Babes Of The Abyss

Fünf Jahre liegt das letzte Album des rumänischen Duos „Tanz Ohne Musik“ zurück. „infinity“ erschien auf dem Label Galakthorrö. Der düstere, morbide Musikansatz mit deutlicher Tendenz zum Industrial passte hervorragend zum Label Sound. Es folgte 2018 mit „night“ noch eine Single. Danach wurd es ruhig. Am Freitag erschien nun – bislang nur digital und als cdr – „babes of the abyss„. Es schließt zwar an „infinity“ an, gibt sich aber noch etwas sperriger und düsterer. Ein heißer Tipp für Menschen, die etwas abseitigere Musik zu schätzen wissen.

https://tanzohnemusik.bandcamp.com/track/under-the-rays-of-the-black-sun

(vk)

Ann Margaret Hogan – Without The Moon

Diese spannende Platte hat die Künstlerin Ann Margaret Hogan über 30 Jahre hinweg aufgenommen. Und welche Künstler*innen sie dabei unterstützt haben, ist nicht minder beeindruckend: Nick Cave, Jarboe, Marc Almond, Barry Adamson, Budgie usw. Wer die genannten Größen der 80er New Wave / Post Punk Zeit kennt, hat damit schon eine gute Idee von dem, was einen auf „without the moon“ erwartet. Hier muss man zuhören und gewinnt dann ein Album für die Ewigkeit. Mein persönliches Highlight ist das schwer theatralische „burning boats“ mit Marc Almond:

(vk)

Johnson McCloud – The War Is Over

Im Juni erschien ja bereits neue Musik von Johnson McCloud. Nun schiebt der vormalige „Blue Angel Lounge“ Sänger ein komplettes Album hinterher. Bislang gibt es „the war is over“ nur digital. Musikalisch geht es weiter, wie es sich seit einiger Zeit abzeichnet: Indie Pop mit 60s und Postpunk Sprenklern sowie deutlichen Shoegaze Anleihen. Wieder verleiht der Gesang der Musik die übliche melancholische Tiefe. Und mit jedem Release wird Johnon McClouds Musik reifer. Schönes Album!

(vk)

Sumuposauttaja – SP2ALBUM

Sami Keinänen aka „Sumuposauttaja“ kommt aus Finland und hat im Mai sein nunmehr fünftes Album veröffentlicht. „SP2ALBUM“ ist schwierig einzuordnen. Die Musik kann als Synthpop in weitestem Sinne bezeichnet werden. Sehr weit. Denn hier gibt es Dub-Anleihen, Dancefloorbezüge, 80s Pop and Wave. Auch das will alles nicht so recht genügen. Allerdings kommt das Album so neuartig und frisch daher, wie man es heute selten erlebt. Schade nur, dass das zugehörige Label offenbar keinen Vertrieb hat und die Platte daher recht hochpreisig ist.

Super ist dieses Video, in dem der Künstler sein neues Werk live präsentiert:

(vk)

Janet Beat – Pioneering Knob Twiddler

Das hier ist in gleich vielerlei Hinsicht ein besonderes Album: Die Künstlerin Janet Beat experimentiert mit elektronischer Musik seit den frühen 60ern. Dennoch handelt es sich hier um das Debüt(!) Album der mittlerweile 80-jährigen! Als sie mit ihrer experimentellen, elektronischen Musik begann, stieß Beat auf starke Widerstände: In der Zeit hatten Frauen nicht mit Musik zu experimentieren. Dass die Musik zudem noch unkonventionell war, machte es ihr noch schwieriger. So benutzte ihr Vater etwa die Bänder der Aufnahmen der frühen 60er zum Aufhängen seiner Tomaten… Erhalten blieben lediglich Aufnahmen aus den 70er und 80er Jahren, die sich nun auf „pioneering knob twiddler“ finden.

Beats musikalischer Ansatz setzt auf Soundcollagen ohne Beats. Bisweilen mutet das cineastisch an. Spannend sind die Tracks immer. Hier lohnt es sich unbedingt, einmal ein Ohr zu riskieren.

(vk)

Summer And The GIANTESS – Summer And The GIANTESS

Das Trio „Summer And The GIANTESS“ aus Hamburg veröffentlicht im September sein selbstbetiteltes Debüt Album. Als erstes fällt angenehm auf, dass die Band ihre Musik zwar sehr ausfeilt, aber nicht in die Falle tappt, deswegen eine der derzeit üblichen glatten Produktionen abzuliefern. Alles hat hier Ecken und Kanten. An erster Stelle gilt das für den Gesang der Sängerin, der gerne mal ausbricht und dabei kippt. Die Musik gibt sich spacig, pychedelisch und spielt mit Shoegaze. Die Arrangements sind unkonventionell. Alles wirkt sehr durchdacht. Bisweilen geht es auch mal wild zu („goddess dead“). „rubicon“ ist ein treibender Hittrack. Vielseitigkeit galore. Ein Song heißt „wutburger“. Hier zeichnet sich ab, worum es der Band geht: Politische Statements. Die finden sich auch auf ihrer Facebook Seite.

Genau zu erklären, wieso es so ist, vermag ich nicht, aber vom Feeling her muss ich sehr an PJ Harvey denken. Prima Platte, für die man sich die verdiente Aufmerksamkeit wünscht!

(vk)

Mona Mur – Mona Mur

Etwas an mir vorbeigegangen ist auch das Reissue des selbstbetitelten „Mona Mur“ Debüt Albums von 1988. „Mona Mur“ aka Sabine Bredy erlangte vor allem wegen ihrer 12″ „jeszcze polska“ Bekanntheit. Die entstand in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der legendären „Einstürzenden Neubauten“. Einige Jahre später erschien das durchaus überzeugende erste eigene Album, das es nun wieder remastered zu kaufen gibt. Hier ist die Musik deutlich poppiger als noch zu ihren Anfangstagen, aber dennoch seltsam düster:

(vk)

FRTG13 – Supersymmetrie

Das Projekt „FRTG13„, das sich selber als „bunch of freaks playing music“ bezeichnet, ist zurück mit einer neuen digitalen EP. Wo die letzte EP geredazu krautrockig war, stehen auf „supersymmetrie“ Synthies und die 80er im Mittelpunkt. Das gestaltet sich mal soundtrackartig, mal minimal. Wieder die letzte ist auch diese EP zum name your price hier erhältlich. Dank an E.T. für’s Entdecken!

(vk)

Ty Roxy – True Colours

Ein weiteres feines Debüt ist der Song „true colours“ von Ty Roxy, einer finnischen Musikerin, die bereits – so die Info auf der Bandcamp Seite – bei Bands wie Kissa, Tamara Luonto, Plastic Tones und Ghost World aktiv war. Elektronischer Indie Pop mit 80er Einflüssen plus einem besonderen Extra an Schrulligkeit macht den Song interessant.

(vk)

Wiener Planquadrat – Stillstand

Das östereichische Projekt „Wiener Planquadrat“ veröffentlicht am 3. September seine Debüt Ep „stillstand„. Sie umfast vier Versionen bzw. Edits des Titeltracks. Der Song bewegt sich zwischen schrägen Synthie Pop eines Karl Kave und Italo vielleicht. Jedenfalls funktioniert der Song richtig gut und macht Spaß. Da die Auflage sehr klein ausfallen wird, kostet die Vinyl Variante 25 Euro. Ansonsten macht „stillstand“ neugierig auf mehr.

(vk)