Korpus Kristi – Stadt Der Blauen Eier (Selected Recordings And Rarities 1980-1981)

Die kurzlebige Band „Korpus Kristi“ ist zu unrecht etwas in Vergessenheit geraten. Dabei waren Mitglieder der Band durchaus erfolgreich aktiv bei „Schulsport“ und „Die Radierer„. Hier soll es jedoch um die von 1980-81 aktive Band „Korpus Kristi“ gehen. Die machten Untergrund Punk wie man ihn von Bands wie „S.Y.P.H.“ her kennt. Sperrig, punkig, aber voller interessanter Ideen. Das macht sie nämlich besonders: Die Stücke sind überraschend ausgefeilt. Mal gibt es ein Saxophon oder unerwartete Wendungen in den Tracks. Viel zu schade, um vergessen zu werden! Tapete veröffentlicht daher im Oktober eine Zusammenstellung von Single Tracks und einigen Album Stücken von dem großartigen, selbstbetitelten Debüt, ergänzt um einige Raritäten. Schönes Ding und unbedingte Empfehlung!

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Ella Fitzgerald – Live At Falkoner Theatre Copenhagen, 6th February 1966

Die Grande Dame des Jazz Ella Fitzgerald bedarf keiner weiteren Vorstellung. Allerdings ist es bemerkenswert, dass auch noch 30 Jahre nach ihrem Tod noch „neue“ Platten erscheinen. In diesem Fall ein Radiokonzert, das Fitzgerald 1966 in Kopenhagen gegeben hat. Damit gehört die Aufnahme eher zu ihrem Spätwerk. Lange galten die Aufnahmen als verschollen, wurden aber doch wiederentdeckt und erscheinen morgen erstmals(!). Die Stücke bewegen sich zwischen klassischem Jazz, Bigband Sound und sogar Exotica. So sind die zehn Stücke recht abwechlsungsreich. Und wie gewohnt fesselt allein Fitzgeralds Stimme von Minute eins. Tolle und komplett zeitlose Musik!

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Team Dresch – Furthermore

Die US Band „Team Dresch“ wurde in unseren Landen vor allem dadurch bekannt, weil „Tocotronic“ ihnen den Song „die sache mit der team dresch platte“ widmeten. Das war vor 30 Jahren. Und übrigens ebenso erschien in dem Jahr das zweite und bis dato letzte Album der Band. Im September ändert sich das. Dann erscheint nach 30 Jahren Pause mit „furthermore“ Album Nummer drei. Ihre Musik nannte sich Queercore. Damals klang das wie viele aus den Grunge Trümmern erstandene Bands: „Belly“, „Sleater Kinney“ usw. Das neue Album schließt zwar daran an, ist aber nicht nur viel besser produziert, sondern überzeugt auch mit ausgereiften Arrangements und neuen Einflüssen wie Dreampop. Das alles funktioniert besonders gut, wenn es etwas wilder zugeht wie bei „last one at the party“. Überraschendes Comeback einer Band, deren Dringlichkeit heute noch immer gebraucht wird! Bisher gibt es die Single zu hören und es bleibt zu festzustellen, dass das Album deutlich bessere Tracks im Angebot hat. Stark!

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Hausverbot – Farbe Plakate

Was aus einer Schnapsidee alles werden kann… Im November erschien die „Hausverbot“ Debüt EP „befristet“ in kompletter Eigenregie. Es meldeten sich Labels mit Interesse. Auf dem diesjährigen Waveteef Festival folgte dann die „Hausverbot“ Live Premiere. Nun gibt es die neueste 7″ auf dem Nancy Label aus dem Kernkrach Kosmos. Die Vinyl Variante ist hier erhältlich. Digital bekommt ihr die beiden Songs auf der Band-eigenen Bandcamp Seite und zwar hier. Und die Musik? Die ist roh und ungeschliffen wie gewohnt. Aber etwas repetitiver. Also etwas anders als die EP. Aber hört selbst:

https://hausverbot.bandcamp.com/album/farbe-plakate

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Moß Garten – Sekvensstyrd 1981-1986

„Moß Garten“ ist eine schwedische Band, die in der 80ern aktiv war und Synthpop produzierte. Damals veröffentlichte sie nur eine 4-Track EP. Etwas mehr Aufmerksamkeit erhielten sie, als 2012 auf Domestica eine Compilation mit ganzen 12 Tracks der Band und mit ihren Tracks unter dem Namen „Vildsvanen“ erschien. Die Musik ist dabei zu sperrig für Synthpop und zu poppig für Industrial. So entwarfen sie einen ganz eigenen Stil. Das wunderbare Label Anna Logue Records hat nun eine Doppel LP veröffentlicht und die bekannte Zusammenstellung auf ganze 25 Tracks erweitert. „sekvensstyrd 1981-1986“ lohnt sich! Schönes Album, das man sich vielleicht ein wenig erarbeiten muss. Dann lassen einen „Moß Garten“ aber nicht mehr los!

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Egoexpress – A Piece Of Action

Kennt noch jemand das Hamburger Duo „Egoexpress“, das vor allem um die Jahrtausendwende sehr angesagt war mit seinem schrägen Entwurf von damaligen Clubsounds? In der Zeit von 1996-2005 veröffentlichten sie drei Alben und etliche Singles. Beide sind längst in anderen Projekten aktiv. Mense Reents ist bereits seit 2006 festes Mitglied der „Goldenen Zitronen“. Zurück zu „Egoexpress“: Deren Sound klingt mit heutigen Ohren zwar sehr digital, aber fügt sich bestens in das 90s Revival ein. Passend dazu erschien bereits Ende 2025 die Zusammenstellung „a piece of action“ – ein Querschnitt durch alle Phasen ihres Schaffens. Wo mich die Musik zugegebenermaßen ein wenig genervt hat, als sie neu war, muss ich feststellen, dass die Tracks charmant gealtert sind. Man muss sich nur drauf einlassen. Denn zu entdecken gibt es viel, so vielseitig sind sie. Klar atmen sie den Zeitgeist inkl. „Daft Punk“ Anleihen. Aber wenn Euch das nicht stört, sei die Zusammenstellung unbedingt empfohlen. Mit dabei auch ihr von Dirk von Lotzow gesungener Überhit „weiter“:

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Christophe Clébard – Le Futur C’est La Drogue

Der belgische Künstler Christophe Clébard ist schon seit über zehn Jahren aktiv. Seine eigenwillige Synthie Musik voller Ecken und Kanten war bisher etwas ziellos. Mit dem neuen Werk „le futur c’est la drogue“ ändert sich das. Hier orientiert er sich musikalisch an spannenden Synths Acts kurz nach der Jahrtausendwende. Irgendwie krude ist sein Sound immer noch, aber nun meint man einen roten Faden auszumachen. Zudem fallen hier und da sogar so etwas wie hittige Tracks ab… Gelungenes Album mit sehr eigenen Ideen!

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Bronski Beat – Truthdare Doubledare – deluxe

Das zweite Album der legendären Synthpop Band „Bronski Beat“ war sicher sher schwierig: Gerade hatten sie sehr großen Erfolg mit „smalltown boy“ und den anderen Singles ihres Debüts. Und da ging ihnen der Sänger verloren. So musste das ganze zweite Album mit neuem Sänger aufgenommen werden. Zudem schienen sie ein großes Budget zu haben; denn alles auf „truthdare doubledare“ ist für 1986 auf höchstem technischen Niveau. Und obwohl mit John Jøn ein wirklich guter Sänger im Stile von Marc Almond gefunden war, will das Album nicht funktionieren. Man hat das Gefühl, die Band hätte sich verzettelt. Warum schreibe ich das? Nun, zum 40-jährigen Jubiläum wurde das Album als LP und Dreifach-CD wiederveröffentlicht. Und die Bonus CDs haben es überraschenderweise in sich (schade, dass die Tracks nicht bei der Vinyl Version dabei sind…). Gerade CD 2 hält einige mir bis jetzt nicht bekannte Songs bereit. Und die klingen so, als ob sie von „Soft Cell“ in der Zeit stammten. Hört da mal rein!

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Oppenheimer MKII – Embrace The Dark

Das spannende Projekt „Oppenheimer MKII“ besteht aus den beiden bekannten Künstlern Andi Oppenheimer von dem legendären Synthwave Projekt „Oppenheimer Analysis“ und Mark Crumby von Bands wie „Mitra Mitra„. 2013 veröffentlichten sie ihr erstes Album zusammen. Jetzt ist auf Wave Tension ihr neues Werk erschienen: „embrace the dark“ liefert dabei genau das, was man von den beiden erwarten würde: Treibenden Synthwave mit der immernoch ziemlich poppigen Stimme Oppenheimers. Etwas mehr Abwechslung wäre vielleicht nicht schlecht gewesen, aber alle Tracks für sich genommen sind prima.

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Mitra Mitra – Glassy Tears

Das Wiener Duo „Mitra Mitra“ hat bereits im Mai ein neues Album veröffenlicht. „glassy tears“ schließt dabei nahtlos an das letzte Album „hands remain“ an. Coldwavig/minimale Tracks wissen mit guten Sounds und Melodien zu begeistern. Dabei hat man das Gefühl, dass „glassy tears“ besser gelungen ist als sein Vorgänger. Die beiden wissen wieder mitzureißen. Gut so! Schönes Album!

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