Besombes/Rizet – Pôle

Wie der Name der Band vermuten lässt, verbergen sich dahinter zwei Menschen dieses Namens, nämlich Philippe Besombes and Jean-Louis Rizet. Zusammen haben sie mit Gästen 1975 das Album „pôle“ aufgenommen und veröffentlicht. Und was für ein Album das ist! Eine Doppel Lp, von der die letzte Seite einen Track umfasst. Die Stücke sind alle instrumental und bewegen sich zwischen Krautrock und dem typischen Sound französischer Synth Pioniere jener Zeit. Aber wo viele vergleichbare Acts auf Albumlänge dann doch schwächeln, halten die beiden hier selbst in dem über 20-minütigem letzten Track die Spannung. Interessantes Album! 2015 gab es ein Reissue. Das allerdings ist nur eine einzelne LP und verzichtet damit leider auf den letzten Track.

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(vk)

Cranes – Future Songs

Das einzige Album der britischen „Cranes“, das bislang nicht auf Vinyl (wieder-)veröffentlicht wurde, ist „future songs„. In der Bandhistorie ist es insofern besonders, da sich die Band 1997 vorübergehend auflöste, um dann mit eigenem Label und diesem Album 2001 in neuer Besetzung wieder zu starten. Im Mai erscheint „future songs“ nun endlich auch auf Vinyl und macht den Wiederveröffentlichungsreigen der „Cranes“ Alben komplett. Denn dann gibt es alle EPs, BBC Sessions und reguläre Alben auch auf Vinyl. Lediglich das Live Album von 2003 fehlt dann noch. Aber vielleicht folgt das ja auch noch… Und die Musik? Die markiert den Übergang von den rohen Anfangstagen zu dem mehr ambientartigen Spätwerk der Band. Gerade die reduzierten Stücke sind stark und sehr melancholisch-intensiv. Hier kommt die spezielle Stimme Alison Shaws besonders zum Tragen. Interessant auch: Ich erinner mich, dass mich das Album beim Release 2001 enttäuschte. Wenn ich es jetzt höre, erscheint es mir mit zeitlichem Abstand eines ihrer stärksten Alben zu sein! Hört es Euch unbedingt an!

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(vk)

Inrain

Gerade ist die britische Band „Cranes“ dabei, sämtliche Alben auf Vinyl erstmals bzw. wiederzuveröffentlichen. Sängerin Alison Shaw hat 1991 mit Rudy Tambala von so spannenden Bands wie „A.R.Kane“ und „M|A|R|R|S“ eine 7″ unter dem Projekt-Namen „Inrain“ veröffentlicht. Auch die erfährt nun im April eine Wiederveröffentlichung. Dieses Mal in Form einer 12″ und erweitert um den Song „biology“ von 2012. Vielen Dank an Jeff, ohne den diese Info wohlmöglich an mir vorbeigegangen wäre…

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Widowspeak – Roses

Im Juni erscheint der Nachfolger des wunderbaren „Widowspeak“s Albums „the jacket„, das 2022 so sehr zu bezaubern wusste mit seinem „Mazzy Star“ Sound. Vorab gibt es den Song „if you change“ zu hören, der deutlich gefälliger geworden ist, als das letzte Album. Man denke sich „R.E.M.“ mit einer weniger im Mittelpunkt stehenden Stimme. Jedenfalls begeistert der Song nicht so richtig. Zu gewöhnlich ist er geraten. Mal sehen, wie dann das Album wird.

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Various – Schmitz’s Katze & Der Knitterschutz

Das Label Hertz-Schrittmacher (Kernkrach) feiert ein Jubiläum: Die Nummer 100! Das muss natürlich ordentlich gefeiert werden und zwar mit der neue Compilation „schmitz’s katze & der knitterschutz“. Es feiert so einiges an Artists aus dem direkten und indirekten Umfeld des Labels mit. Und damit einiges, was minimal-elektronisch so aktuell unterwegs ist. So etwa „Ruhr & Blocco Schengen“ mit dem Hit „Stahlwerk“ – hier erstmals auf Vinyl. Die restlichen Acts liefern Exklusives. Und dankenswerterweise nicht üblichen Sampler-Aussschuss, sondern echte Hits! „Der FotoGraf“, „Pleasure Victim“ (ein Cover von „Isolierband“s „keine gnade“!), „Berlangas“ – um nur ein paar zu erwähnen. Und allein der „Kühle Matrosen“ Oberknaller „autoscooter abfahrt“ ist es wert, diese Compilation zu kaufen! Auch wir sind mit einem exklusiven „Bêtes Sauvages“-Titel dabei, auf den wir sehr stolz sind: „mondlandschaft“. Gestern offiziell erschienen beim diesjährigen Kernkrach Festival, wird das Ganze ab 22.03.26 digital hier und physisch hier zu erwerben sein.

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Carter USM – Straw Donkey – The Complete Singles

Die 90er kommen wieder! Und damit auch die Helden der Zeit. Die Briten von „Carter USM“ oder komplett: „Carter The Unstoppable Sex Machine“ dürfen da natürlich nicht fehlen. Ende der 80er gegründet, begannen sie als Duo. Backing und zwei ausgeflippte Typen mit Gitarren genügten für einen ordenltichen Abriss. Später erweiterte sich die Band noch um echtes Schlagzeug. Der größte Erfolg war ihnen aber als Duo in den frühen 90ern beschieden. Die willden Auftritte, Musik mit billigen Synth Sounds, schrabbeligen Gitarren und Melodien zum Mitgröhlen garantierten Erfolg. Die Songs sind nicht alle gut gealtert. Was liegt da näher, als sich auf die Hits zu konzentrieren. Die Singles Compilation „straw donkey“ erschien erstmals 1995. Nächste Woche erscheint sie remastert und erweitert um 5 Songs als Doppel LP und CD mit DVD. Ein guter Grund sich die Songs wieder einmal anzuhören. Und ja, die hier auf der Compi machen mit ihrem ironischen Irrsinn auch 2026 noch Spass!

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Harvey Rushmore & The Octopus – Mindsuckers

„Harvey Rushmore & The Octopus“ ist ein Quartett aus Bern. Seit etwa zehn Jahren sind sie aktiv und haben soeben ihr viertes Album veröffentlicht. Nicht nur wegen der Stimme von Massimo Tondini klingt die Band gerne mal wie die Wüsten-Psych-Legende „Black Angels“. Wo die ersten beiden Alben noch etwas schroff waren, wurden sie auf dem dritten fast ein wenig zahm. Auf „mindsuckers“ hat man nun das Gefühl, die seien angekommen. Die Stücke haben nun eine Reife und Tiefe, die zuvor bisweilen fehlte. Lärmige Ausbrüche sind kontrolliert und fügen sich in das Songgefüge ein. Das ist die Art von Musik, die man gern auf einer langen Autofahrt hört. Ganz ohne Eile. Sie nimmt einen mit auf eine Reise… Topp Album – nicht nur für „Black Angels“ Fans.

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Memorials – All Clouds Bring Not Rain

Vor einem guten Jahr habe ich das Duo „Memorials“ entdeckt. Mit ihrem 60s infused Space-Pop hatten sie mich gleich überzeugt. Für das neue Album zogen sich die zwei aufs Land in Frankreich zurück. Sie konnten sich austoben und waren frei von äußerlichen Einflüssen. Das meint man dann auch bei dem Ergebnis zu hören. Die Stücke wirken sehr ausgefeilt. Weniger Twee-Pop, dafür mehr krautige Vibes. Mal Sunshine Pop („mediocre demon“), mal Folk („reimagined river“). Das erinnert dann gerne mal an die übergroßen „Stereolab“. Auf „all clouds bring not rain“ hat man das Gefühl, dass alles da ist, wo es sein soll. Beschwingt und nachdenklich zugleich. Starkes Album!

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Nauti Siren

Das nenn ich mal eine wilde Mischung! Die noch recht frische Band „Nauti Siren“ ist ein Duo, das aus bekannten kalifornischen Größen besteht: Jessie Evans von der Postpunk/Gothrock Band „The Vanishing“ und Dmitry Brill von „Deee-Lite“. Genau die „Deee-Lite“, die wohl so ziemlich jede/r von ihrem Hit „groove is in the heart“ kennen dürfte. Keine Ahnung, wie es zu der musikalischen Zusammenarbeit gekommen ist. Laut Bandcamp Seite haben sie bei einem Remix Projekt kennen gelernt. Und das Ergebnis? Nun, das lässt sich schwerlich beschreiben. Sie selber nennen das Urban Dub mit Electro Funk und Afrobeat. Ok… Irgendwie so. Vielleicht auch moderne, fett produzierte Exotika? Aber tatsächlich hat das was.

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The Boo Radleys

Kennt noch wer die britische Band „Boo Radleys“, die in den 90ern während des Brit Pop Hypes mit dem Song „wake up boo!“ große Erfolge feiern konnte. Ein wirklicher Durchbruch blieb ihnen verwehrt. Zu sehr verweigerten sie sich berechenbaren Klischees. Man höre sich nur das auf den Hit folgende Album „c’mon kids“ an. Das gleicht einer Totalverweigerung. Und ihr Opus Magnus veröffentlichten sie sowieso bereits 1993 mit dem schwer psychdelisch-poppigen „giant steps“. 1999 kam der Split. Und 2022 die überraschende Re-Union der originalen Mitglieder – allerdings ohne den prägenden Songschreiber und Gitarristen Martin Carr. Es folgten zwei Alben, die leider weit hinter den alten Alben zurückblieben und eher langweilten. Gerade ist nun aber der neue Song „living is easy“ erschienen, der an die alte Stärke anzuschließen scheint. Wenn sie das auf Albumlänge durchalten, wäre das großartig!

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