Pet Shop Boys – A Man From The Future

„Pet Shop Boys“ kennt wohl sicher jede/r. Aber das hier ist was anderes. An dem Projekt „a man from the future“ haben die beiden Briten 15 Jahre gearbeitet. Es handelt von dem Computer Pioneer Alan Turing, der maßgeblich an der Entschlüsselung des deutschen Enigma Codes im Zweiten Weltkrieg beteiligt war. Anfang der 50er wurde seine Homosexualität bekannt. Damals noch strafbar, nahm sein Leben von da an eine tragische Wendung. Er wurde zur chemischen Kastration verurteilt und starb wenig später. Übrigens sehenswert mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle verfilmt. Zurück zu den „Pet Shop Boys“. Hier wechseln orchestrale Stücke und Synthtracks. Es gibt wenig Gesang, dafür aber eine Sprechstimme, die das Leben Turings beschreibt. Wenn Ihr offen für Spoken Word mit guter Musik seid, hört Euch das mal an. Mich kriegt das leider nicht so. Die CD enthält das Album noch instrumental. Dadurch entwickelt sich eine soundtrackartige Atmosphäre. HAt auch was.

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Josiah – Out Of The First Rays

Das Trio „Josiah“ aus Leicester waren mir bis heute gänzlich unbekannt, bis ich heut im Plattenladen über das ansprechende Cover gestolpert bin. Das erinnert ziemlich deutlich an das Cover der ersten „Black Sabbath“. Und so ungefähr hört sich das auch an. Dazu ein paar Sprenkel „Kadavar“, „Mudhoney“ und Stoner-Vibe. Und das machen sie erstaunlich gelungen. „out of the first rays“ ist ihre Debüt EP, die 2021 als schicke LP wiederveröffentlicht wurde. Offenbar scheint die Band niemand auf dem Schirm zu haben. Jedenfalls verkaufen sie die Neuauflage für schmale 5 GBP auf ihrer Bandcamp Seite. Tipp!

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Bad Religion – Into The Unknown

Ok, das ist wild! „into the unknown“ ist das zweite Album der hinlänglich bekannten „Bad Religion“ von 1983. Damals in geringer Auflage erschienen, war es ein ungewöhnlich poppiger Ausflug der Band hin zum Pop. Inkl. Synthies und Klavier. Von der Band selbst ungeliebt, gab es seither nie eine Neuauflage. Bis gestern. Da wurde eine Neuauflage von 1.000 Exemplaren angekündigt. Und zwar mit Entschuldigungsschreiben der Band! Schönes Ding. Allerdings ist die Auflage bereits jetzt ausverkauft. Hoffen wir mal auf einen Nachschlag!

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Modem – Modemism

Das finnische Duo „Modem“ meldet sich ein Jahr nach dem letzten Album mit einer Compilation zurück. Die umfasst sämtliche Releases, die sich nicht auf ihren beiden Alben „megalomania“ und „interface“ enthalten sind. Ganze acht Tracks. Hier klingen sie noch etwas roher, aber nicht minder charmant als auf ihren Alben. Tatsächlich haben sie den spröden Charme von 80er Jahre Synthpop aus dem ehemaligen Jugoslawien. Daher sei „modemism“ unbedingt empfohlen. Angekündigt für den 30. Oktober, suche ich die LP online noch vergebens. Aber üben wir uns in Geduld!

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Laura Bolt – Another Day

Neues von dem feinen Kunst Label Objet Trouvé. Dieses Mal ein Tape. Es handelt sich um das Debüt der Musikerin Laura Bolt aka Juliette Pym. Die sechs meist kurzen Tracks kommen dabei angenehm unaufgeregt daher. Die elektronische Musik erinnert mal an den Twin Peaks Soundtrack, mal an DIY Tapes. Der Gesang wiederum mehr an Folk? Es wird schwierig, hier ein Schublade zu finden. Hört Euch am besten „another day“ an. Und kauft das – wie für das Label üblich – künstlerisch schicke Tape.

https://laurabolt.bandcamp.com/album/another-day

(vk)

The Operator Sound Inc. – Esoteric Audio For Spaceage Witchcraft

Leider gibt es wenig Infos zu diesem Projekt, desse Debüt gerade auf Library of the Occult erschienen ist. „esoteric audio for spaceage witchcraft“ hält weitgehend das, was der Titel verspricht: Klassische instrumentale Spaceage Musik wird mit 70s Soundtrack-Vibe vermischt. Das hört sich dann gern mal nach dem Frühwerk von „Air“ oder auch nach „Broadcast“ an. In jedem Fall handelt es sich hier um eines der besseren Releases des Labels, dessen Platten zwar tolle Cover haben, aber meist etwas beliebig in der Musik geraten sind. Hoffen wir, dass es diese Platte auch hierzulande geben wird.

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Current 93 – Hallucinate, Children

Bald erscheint ein neues Album von der Neofolk Institution „Current 93“. Es liefert die begleitende Musik zu einer Kunstaustellung gleichen Namens von Bandkopf David Tibet in Prag und umfasst zwei Tracks. Je einer pro Seite. Es wurde bewusst angekündigt, dass die Musik nirgends anderswo bereitgestellt wird. Also kann man auch nicht reinhören. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass „hallucinate, children“ bei zwei Tracks auf einem Album und als Begleitung zu einer Ausstellung sicherlich eher experimentell ausfallen wird. Lassen wir uns überraschen!

(vk)

Balvanera – Hasta Tocar El Fondo Vacío Del Lenguaje

Das argentinische Duo „Balvanera“ melden sich mit einem neuen Album zurück. Das am Donnerstag erschienene „hasta tocar el fondo vacío del lenguaje“ geht wie gewohnt ordentlich nach vorne. Elektro, der so nicht neu ist, aber auf dem Dancefloor sicher prima funktioniert. Kurz: Solide.

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Soft Cell – Danceteria

Nun ist es erschienen: Das defintiv letzte neue Album der britischen Stilikone „Soft Cell“. Etwa ein Jahr nach dem viel zu frühen Tod von Dave Ball. Es ist also ein Abschied, der so gar nicht geplant war… Gleichzeitig soll das Album eine Hommage an die wilden 80er sein. So nimmt der Titel direkt Bezug auf das New York jener Zeit; denn Danceteria war ein legendärer Club in Manhattan. Entsprechend hochgeschraubt sind die Erwartungen. Gleich vorneweg: Die kann das Album gar nicht erfüllen. Allerdings hätte ich mir von einem Album, das von durchtanzten, exzessiven Nächten handelt, auch ein musikalische Umsetzung dessen gewünscht. Stattdessen beherrschen leicht vertäumte Tracks und poppige Melodien das Geschehen. Clubbig wird es – wenn überhaupt – nur bei „decadence is hard work“. Insgesamt ist das letzte „Soft Cell“ Werk solide und nicht schlecht. Mehr aber auch nicht. Der Große Wurf zum Abschluss ist ausgeblieben…Besonders ärgerlich dabei ist der extrem hohe Vinylpreis von knapp unter 40 Euro – und das, obwohl hier gar 3 Tracks im vergleich zur digitalen oder CD Version fehlen. Es bleibt da leider ein fader Beigeschmack…

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Hard Corps – Metal & Flesh

Die britische Synthpop Band „Hard Corps“ hat in der Zeit ihres Bestehens in den 80ern nur EPs veröffentlicht. Bei Erscheinen des Debüts gab es sie schon nicht mehr… Eine Zeit lang drohten sie in Vergessenheit zu geraten, erfuhren aber 2012 eine Renaissance mit einer Zusammenstellung auf Minimal Wave. Die Musik erhält dabei ein besonders poppiges Flair dank des Gesanges der französischstämmigen Regine Fetets – selbst wenn die Stücke wie „dirty“ etwas aggressiver werden. Platten und Compilations der Band sind entsprechend schnell vergriffen. Nicht nur wegen Hits wie „je suis passé“. Umso erfreulicher, dass Anna Logue Records nun gerade die großartige Compilation „metal & flesh“ veröffentlicht hat, die nicht nur das quasi Debüt der Band mit demselben Titel weitgehend umfasst, sondern noch etliche weitere großartige und gesuchte Tracks. Das hier ist für mich eines der absoluten Highlights des Jahres! Vielen Dank Anna Logue Records! Die Doppel LP lohnt allein schon hierfür:

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