Bald erscheint ein neues Album von der Neofolk Institution „Current 93“. Es liefert die begleitende Musik zu einer Kunstaustellung gleichen Namens von Bandkopf David Tibet in Prag und umfasst zwei Tracks. Je einer pro Seite. Es wurde bewusst angekündigt, dass die Musik nirgends anderswo bereitgestellt wird. Also kann man auch nicht reinhören. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass „hallucinate, children“ bei zwei Tracks auf einem Album und als Begleitung zu einer Ausstellung sicherlich eher experimentell ausfallen wird. Lassen wir uns überraschen!
Das argentinische Duo „Balvanera“ melden sich mit einem neuen Album zurück. Das am Donnerstag erschienene „hasta tocar el fondo vacío del lenguaje“ geht wie gewohnt ordentlich nach vorne. Elektro, der so nicht neu ist, aber auf dem Dancefloor sicher prima funktioniert. Kurz: Solide.
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Nun ist es erschienen: Das defintiv letzte neue Album der britischen Stilikone „Soft Cell“. Etwa ein Jahr nach dem viel zu frühen Tod von Dave Ball. Es ist also ein Abschied, der so gar nicht geplant war… Gleichzeitig soll das Album eine Hommage an die wilden 80er sein. So nimmt der Titel direkt Bezug auf das New York jener Zeit; denn Danceteria war ein legendärer Club in Manhattan. Entsprechend hochgeschraubt sind die Erwartungen. Gleich vorneweg: Die kann das Album gar nicht erfüllen. Allerdings hätte ich mir von einem Album, das von durchtanzten, exzessiven Nächten handelt, auch ein musikalische Umsetzung dessen gewünscht. Stattdessen beherrschen leicht vertäumte Tracks und poppige Melodien das Geschehen. Clubbig wird es – wenn überhaupt – nur bei „decadence is hard work“. Insgesamt ist das letzte „Soft Cell“ Werk solide und nicht schlecht. Mehr aber auch nicht. Der Große Wurf zum Abschluss ist ausgeblieben…Besonders ärgerlich dabei ist der extrem hohe Vinylpreis von knapp unter 40 Euro – und das, obwohl hier gar 3 Tracks im vergleich zur digitalen oder CD Version fehlen. Es bleibt da leider ein fader Beigeschmack…
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Die britische Synthpop Band „Hard Corps“ hat in der Zeit ihres Bestehens in den 80ern nur EPs veröffentlicht. Bei Erscheinen des Debüts gab es sie schon nicht mehr… Eine Zeit lang drohten sie in Vergessenheit zu geraten, erfuhren aber 2012 eine Renaissance mit einer Zusammenstellung auf Minimal Wave. Die Musik erhält dabei ein besonders poppiges Flair dank des Gesanges der französischstämmigen Regine Fetets – selbst wenn die Stücke wie „dirty“ etwas aggressiver werden. Platten und Compilations der Band sind entsprechend schnell vergriffen. Nicht nur wegen Hits wie „je suis passé“. Umso erfreulicher, dass Anna Logue Records nun gerade die großartige Compilation „metal & flesh“ veröffentlicht hat, die nicht nur das quasi Debüt der Band mit demselben Titel weitgehend umfasst, sondern noch etliche weitere großartige und gesuchte Tracks. Das hier ist für mich eines der absoluten Highlights des Jahres! Vielen Dank Anna Logue Records! Die Doppel LP lohnt allein schon hierfür:
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Es ist erstaunlich, auf welchem Niveau und in welchen dafür doch geringen Abständen Michael Gira mit seinen „Swans“ Platten veröffentlicht. Das letzte „birthing“ erschien 2025. Mit „newly sentient being“ will Gira es nun noch einmal richtig wissen: Es ist ein Live Album, das letzten November in Berlin aufgenommen wurde. Das 5 Stücke umfassende Werk enthält dabei drei neue Tracks und zwei abgewandelte von den letzten beiden Alben. Soweit so gewöhnlich. Aber Michael Gira wär nicht Michael Gira, wenn er auch hier nicht in Superlativen denken und arbeiten würde. So wird die Platte als Abschied vom epischen Soundlandschaften der letzten 15 Jahre (seit der Reunion) bzw. vom „Big Sound“-Ära – wie es überall zu lesen ist – angekündigt. Und so wundert es nicht, dass die 5 Tracks ganz 160 Minuten einnehmen. Der Titeltrack allein ist gute 53 Minuten lang! Entsprechend epochal ist die Gestaltung des Releases geraten: Vier Lps plus Poster plus DVD des Konzertes. Ja und die Musik? Die ist genau, wie man es in den letzten Jahren bei den „Swans“ kennt. Es wechseln improvisierte laute mit cineastisch-ruhigen Parts ab. Einige Parts sind geradezu poppig. Kurz: Hier passiert so viel, dass es schwierig wird, das einzufangen. In jedem Fall nichts für alle Tage, aber gerade deswegen großartig!
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Das britische Label Damages Goods bringt im November gleich vier interessante Platten raus! Natürlich ist Billy Childish dabei mit seinem stets rumpeligen Rock’n’Roll/Punk Rock Sound. Und zwar gleich mit zwei Bands: „Thee Headcoats“ und „Armitage Shanks„. Bei letzteren ist er neu am Start und hat der Band bei dem ersten Album seit 22 Jahren unter die Arme gegriffen. Dann kommt noch das neue Album der Garagen Musikerin Miss Ludella Black – mit den „Masonics“ als Backing Band. Und last but not least „Thee Headcoatees“ – quasi die weibliche Gegenband zu „Thee Headcoats“. Alles bewegt sich auf hohem Garagensound-Level. Einzige Kritik könnte sein, dass sich der Sound bisweilen doch arg wiederholt. Aber bei Niveau macht das nichts. Alle vier Platten seien hiermit empfohlen!
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Die schottische Indie Pop Band ist etwas besonderes. Seit nun mehr 36 Jahren veröffentlichen sie in erfreulicher Regelmäßigkeit Platten, die von allem, was in der Welt passiert unberührt scheinen, so unaufgeregt sind sie. Da bildet „do not dare to dream“ keine Ausnahme. Die Stimme von Sänger und Songschreiber Norman Blake hört sich inzwischen nicht mehr so jugendlich an. Aber das macht nichts. Irgendwie passt das zu den Texten, die sich um Alltägliches drehen. Die Band ist ja auch längst den 20ern entwachsen. Nicht auf allen Alben will das alles immer gelingen. Hier tut es das. Schöne melancholische Melodien bilden sowas wie eine wohlige Decke, die einen kuschelig umhüllt. Es fällt dabei schwer, einzelne Stücke hervorzuheben. Am besten hört man das Album ganz durch. Tolles Album!
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Der verrückte Mann aus Dusiburg ist nach zwei Jahren Pause zurück! Und zwar mit der neuen 7-Track EP „timewave“. Und was hat sich bei „SGRA“ seit der letzten Ep getan? Die Produktion ist besser geworden. Ansonsten beherrscht der etwas krude Sprechgesang und der druckvolle Electrosound weiterhin das Bild. Wie jüngst auf dem Unter Null Festival ausprobiert, funktioniert das ganz wunderbar auf dem Dancefloor. Das wird mit den neuen Tracks nicht anders sein und man kann es sich besonders bei dem knackigen „silence and fire“ sehr gut vorstellen. Etwas mehr Abwechslung als bei den bisherigen EPs fällt auf und tut „timewave“ sehr gut. Wieder digital und zum name your price. Kauft und gebt viel!
Wow! Das ist ja mal was: „future retro“ ist das erste neue Release von „Toy Shop“ – nun unter dem Namen „Toy Shop 2.0“ – seit über 40 Jahren! Das Minimal Projekt bleibt sich dabei weitgehend und produziert auch heute noch erstkalssigen Minimal. Die 14 Tracks umfassen 10 Coversongs, einen komplett neuen Track und drei Neuaufnahmen alter Tracks. Überraschend, wie das alles gelingt, ohne verstaubt zu klingen. Und so klingt das Album deutlich überzeugender als die 80er Demos, die 2020 erschienen. Mein persönliches Highlight ist dieses Cover:
Der Re-Issue Reigen des „Pink Turns Blue“ Backatalogs geht weiter. Nach den ersten beiden Alben „if two world kiss“ und „meta“, die beide 2019 auf Dais wiederveröffentlicht wurden, folgt nächste Woche „ghost“ und damit erstmals eine Neuauflage eines Albums aus der Zeit nach der Band-Reunion 2003. „ghost“ erschien 2007 und war der Nachfolger des Re-Union Albums „phoenix“ von 2005. Damals nur als CD erschienen, bringt uns die Neuauflage nicht nur die CD, sondern auch eine Vinylauflage. Beim Hören heute fällt auf, dass das Album tatsächlich gut gealtert ist mit seinem Versuch, dem typischen Band Wave Sound möglichst viele Facetten abzuringen. Übrigens ist das Vinyl Version auf 300 Exemplare limitiert! Das solltet Ihr schnell zuschlagen!
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