Telescopes – Static Charge

Am 26. Juni erscheint ein neues „Telescopes“ Album. Ein Release der Band ist ja stets eine Überaschung, da das Kollektiv um Sänger Stephen Lawrie schon eine Menge an Musikrichtungen ausprobiert hat. Vorab gibt es die Single „white noise“. Die lässt aufhorchen; denn hier scheinen sich die Briten von dem teils sehr improvisierten Stil der letzten Jahre verabschiedet zu haben. Ein schleppend-rumpelieger Beat mit Bass und Lawries Gesang sind hier zunächst zentral. Nur ein paar Gitarrentupfer und eine zweite Stimme kommen hier und da dazu. Alles sehr relaxt und: poppig! Es folgt noch eine Art Gitarrensolo. Aber nur dezent im Hintergrund – irgendwie muss der Songtitel ja gerechtgfertigt werden. Das kann spannend werden!

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Haruomi Hosono – Tropical Dandy

Der Name Haruomi Hosono ist hierzulande nicht so sehr bekannt. Dabei gilt der Musiker als einer der prägensten japanischen Popmusiker überhaupt. Wenn man als Zusatzinfo noch hinterherschiebt, dass er Gründungsmitglied des legendären „Yellow Magic Orchestra“s ist, wirds bei dem/der ein oder anderen sicher Klick machen. Dabei hat er auch vorher schon solo Geschichte geschrieben. U.a. mit dem 1975er Album „tropical dandy„. Wenn man weiß, dass es aus dem Jahr 1975 stammt und den Titel berücksichtigt, kann man so in etwa erahnen, was einem hier geboten wird – nämlich eine total relaxte Exotika Musik mit Yachtpop Vibe. Alles mega entspannt und cool. Beeindruckend, wie Hosono exotische Elemente mit dem Zeitgeist der 70er verbindet. Allerbeste Musik für den kommenden Sommer! Bereits im August erschien die neueste Auflage auf Vinyl. Und das als japanische Pressung mit OBI in einer derart guten Klangqualität wie ich sie lange nicht mehr bei aktuellen LPs hatte. Unebdingte Empfehlung!

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Strange Fruit – Drips

Die indonesische Band „Strange Fruit“ ist bisher an mir vorbeigegangen. Gerade ist ihre neue EP „drips“ erschienen. Die ist eine trippig-krautige Reise. Vergleiche zu „Stereolab“ und „Bowery Electric“ drängen sich da auf. Dabei sind die vier Tracks der EP weitgehend instrumental. Man hört stets die Vorbilder heraus, wenn die fünf Krautrock, Shoegaze und Ambient zusammenwürfeln. Und gleichzeitig zaubern sie etwas eigenes. Es gibt dann noch fünf Remixe. Die halte ich hingegen für weitgehend verzichtbar.

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Madeline Goldstein – Speaking To The Body

Seit 2019 ist die Sängerin Madeline Goldstein aktiv und überzeugte 2023 mit ihrer Debüt Ep „other world„. Nun ist mit „speaking to the body“ ihr erstes richtiges Album erschienen. Das schließt direkt an die EP an und überzeugt mit verträumten Soundscapes, mal mehr, mal weniger cluborientiert. Spannend ist dabei, dass das Werk laut Bandcamp Seite ausschließlich auf Hardware Instrumenten entstanden ist. Vielleicht hat es deswegen so einen angenehmen 80s Vibe. Alle Tracks sind durchdacht und wirklich gut. Rundes Album! Physisch erhätlich ab nächter Woche.

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Charanjit Singh – Synthesizing – Ten Ragas To A Disco Beat

Schon seit einigen Jahren wird der indische Musiker Charanjit Singh für sein Album „synthesizing – ten ragas to a disco beat“ von 1982 gehypt. So wird es als Geburtsstunde des Acid gefeiert. Tatsächlich hat Charanjit Singh, der vor allem in den 60ern und 70ern als Musiker und Komponist in Erscheinung trat, lediglich mit 1982 super modernen Instrumenten wie der 808 Drummachine und dem Jupiter 8 Synthesizer herumexperimentiert. Dabei hat er sich einiges entdeckt und vorweggenommen. Insgesamt ist das Album aber eher kontemplativ. Gesucht ist es in jedem Fall und da erfreut es, dass es im August ein offizielles Rerelease des Meisterwerks geben wird!

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KKD – In A Secret Room

Die italienische Band „KKD“ (Kriminal Killers Division) wurde erst von 11 Jahren entdeckt, als das italienische Label Synthetic Shadows das Album „stars behind the sun“ veröffentlichte. Der Sound der Band, die in den 80ern aktiv war, bewegt sich zwischen Minimal und Postpunk. Im Mai erscheint eine neue Compilation mit Tracks aus den Jahren 1979-1986. „in a secret room“ überzeugt dabei noch mehr als das bekannte Album. Erfrischend gute Ausnahmequalität trifft auf gute und tanzbare Songs. Das werden wir sicher noch einiges auf diversen Szenedancefloors zu hören bekommen.

https://rawculture.bandcamp.com/album/in-a-secret-room

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Adult. – Kissing Luck Goodbye

Album Nummer zehn des Detroiter Duos „Adult.“ ist sowas wie eine Neuorientierung. Der drückend-agrressive Synth Sound ist freilich geblieben. Allerdings hat Sängerin Nicola Kuperus nun Abstand vom Chorus auf ihrem Gesang genommen – etwas, was mich persönlich zuvor spätestens nach zwei bis drei Tracks genervt hat, aber auch gleichzeitig Markenzeichen der Band war. Zudem kommt „kissing luck goodbye“ für „Adult.“-Verhältnisse weniger clubbig daher. Dadurch haftet dem Album ein erfrischender Punk-Vibe an. Für Fans des Band vielleicht etwas gewöhnunsgbedürftig. Ansonsten ein ordentliches Geballer!

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Popsch – Gay Propaganda

Neues aus Wien: Soeben haben „Popsch“ ihr neues Album „gay propaganda“ veröffentlicht. Hier geht es wild zur Sache. Es wird munter allmögliches vermischt: Electro, Synths, NDW, Punk, 8-Bit… Alles stets mit einem Augenzwinkern und gleichzeitig politisch. Ich denke hier und da an die seligen „Stereo Total“. Jedenfalls ist auf „gay propaganda“ alles angenehm drüber. Spaß ist garantiert!

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Kem Trail – Acht Cola Acht Bit / Sachbeschädigung

Das Projekt „Kem Trail“ ist schon eine Weile aktiv. Erst jüngst bin ich auf sie gestoßen und zwar auf die Zusammenstellung früherer Releases: „acht cola acht bit / sachbeschädigung“. Ihre Musik ist eine Art Synthpunk meets 8-Bit-Sound. Soweit so unspektakulär. 8-Bit-Electro ist schon seit langem zu Ende erzählt. Was „Kem Trail“ so gut macht, ist einerseits ihre Krawalligkeit. Alles hier ist wild und druckvoll. Gleichzeitig haben sie wirklich gute Melodien. Diese Verbindung verstört im ersten Moment, entfaltet aber spätestens nach zwei Tracks seine Wirkung. Starkes Geballer!

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Mängelexemplar – Neue Zukunft

„was lange währt, wird endlich gut“ ist eigentlich ein doofer Spruch, trifft aber bei dem neuen „Mängelexemplar“-Album den Nagel auf den Kopf. Sechs ganze Jahre ließ sich das Düsseldorfer Duo Zeit dafür. Das Ergebnis ist natürlich noch immer unverkennbar typisch für die Band: Charmanter Minimal mit dem Gespür für die richtigen Melodien. Aber „Neue Zukunft“ macht einen merklich gereiften Eindruck. Besonders der vielschichtigere Gesang mit seinen unerwarteten Wendungen und die ausgefeilte Produktion erwecken diesen Eindruck. Die Vorbilder aus den 80ern mit ihrem Minimal hört man noch immer deutlich, allerdings als Hommage, nicht als Kopie. Die Stücke sind nun auch mal etwas ruhiger für „Mängelexemplar“-Verhältnisse. Insgesamt gelingt das alles so gut, dass ich festhalten möchte, dass „Neue Zukunft“ wohl das bisher beste Album der beiden ist! Und das will was heißen. Wenn es überhaupt irgendwas zu bemängeln gibt, dann den Umstand, dass zwei der zehn Tracks („allein“, „49 seconds romance“) bereits bekannt und veröffentlicht waren. Aber das ist bei dem Album meckern auf hohem Niveau. Unbedingte Kaufempfehlung!

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