Various – Schmitz’s Katze & Der Knitterschutz

Das Label Hertz-Schrittmacher (Kernkrach) feiert ein Jubiläum: Die Nummer 100! Das muss natürlich ordentlich gefeiert werden und zwar mit der neue Compilation „schmitz’s katze & der knitterschutz“. Es feiert so einiges an Artists aus dem direkten und indirekten Umfeld des Labels mit. Und damit einiges, was minimal-elektronisch so aktuell unterwegs ist. So etwa „Ruhr & Blocco Schengen“ mit dem Hit „Stahlwerk“ – hier erstmals auf Vinyl. Die restlichen Acts liefern Exklusives. Und dankenswerterweise nicht üblichen Sampler-Aussschuss, sondern echte Hits! „Der FotoGraf“, „Pleasure Victim“ (ein Cover von „Isolierband“s „keine gnade“!), „Berlangas“ – um nur ein paar zu erwähnen. Und allein der „Kühle Matrosen“ Oberknaller „autoscooter abfahrt“ ist es wert, diese Compilation zu kaufen! Auch wir sind mit einem exklusiven „Bêtes Sauvages“-Titel dabei, auf den wir sehr stolz sind: „mondlandschaft“. Gestern offiziell erschienen beim diesjährigen Kernkrach Festival, wird das Ganze ab 22.03.26 digital hier und physisch hier zu erwerben sein.

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(vk)

Carter USM – Straw Donkey – The Complete Singles

Die 90er kommen wieder! Und damit auch die Helden der Zeit. Die Briten von „Carter USM“ oder komplett: „Carter The Unstoppable Sex Machine“ dürfen da natürlich nicht fehlen. Ende der 80er gegründet, begannen sie als Duo. Backing und zwei ausgeflippte Typen mit Gitarren genügten für einen ordenltichen Abriss. Später erweiterte sich die Band noch um echtes Schlagzeug. Der größte Erfolg war ihnen aber als Duo in den frühen 90ern beschieden. Die willden Auftritte, Musik mit billigen Synth Sounds, schrabbeligen Gitarren und Melodien zum Mitgröhlen garantierten Erfolg. Die Songs sind nicht alle gut gealtert. Was liegt da näher, als sich auf die Hits zu konzentrieren. Die Singles Compilation „straw donkey“ erschien erstmals 1995. Nächste Woche erscheint sie remastert und erweitert um 5 Songs als Doppel LP und CD mit DVD. Ein guter Grund sich die Songs wieder einmal anzuhören. Und ja, die hier auf der Compi machen mit ihrem ironischen Irrsinn auch 2026 noch Spass!

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Harvey Rushmore & The Octopus – Mindsuckers

„Harvey Rushmore & The Octopus“ ist ein Quartett aus Bern. Seit etwa zehn Jahren sind sie aktiv und haben soeben ihr viertes Album veröffentlicht. Nicht nur wegen der Stimme von Massimo Tondini klingt die Band gerne mal wie die Wüsten-Psych-Legende „Black Angels“. Wo die ersten beiden Alben noch etwas schroff waren, wurden sie auf dem dritten fast ein wenig zahm. Auf „mindsuckers“ hat man nun das Gefühl, die seien angekommen. Die Stücke haben nun eine Reife und Tiefe, die zuvor bisweilen fehlte. Lärmige Ausbrüche sind kontrolliert und fügen sich in das Songgefüge ein. Das ist die Art von Musik, die man gern auf einer langen Autofahrt hört. Ganz ohne Eile. Sie nimmt einen mit auf eine Reise… Topp Album – nicht nur für „Black Angels“ Fans.

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Memorials – All Clouds Bring Not Rain

Vor einem guten Jahr habe ich das Duo „Memorials“ entdeckt. Mit ihrem 60s infused Space-Pop hatten sie mich gleich überzeugt. Für das neue Album zogen sich die zwei aufs Land in Frankreich zurück. Sie konnten sich austoben und waren frei von äußerlichen Einflüssen. Das meint man dann auch bei dem Ergebnis zu hören. Die Stücke wirken sehr ausgefeilt. Weniger Twee-Pop, dafür mehr krautige Vibes. Mal Sunshine Pop („mediocre demon“), mal Folk („reimagined river“). Das erinnert dann gerne mal an die übergroßen „Stereolab“. Auf „all clouds bring not rain“ hat man das Gefühl, dass alles da ist, wo es sein soll. Beschwingt und nachdenklich zugleich. Starkes Album!

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Nauti Siren

Das nenn ich mal eine wilde Mischung! Die noch recht frische Band „Nauti Siren“ ist ein Duo, das aus bekannten kalifornischen Größen besteht: Jessie Evans von der Postpunk/Gothrock Band „The Vanishing“ und Dmitry Brill von „Deee-Lite“. Genau die „Deee-Lite“, die wohl so ziemlich jede/r von ihrem Hit „groove is in the heart“ kennen dürfte. Keine Ahnung, wie es zu der musikalischen Zusammenarbeit gekommen ist. Laut Bandcamp Seite haben sie bei einem Remix Projekt kennen gelernt. Und das Ergebnis? Nun, das lässt sich schwerlich beschreiben. Sie selber nennen das Urban Dub mit Electro Funk und Afrobeat. Ok… Irgendwie so. Vielleicht auch moderne, fett produzierte Exotika? Aber tatsächlich hat das was.

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The Boo Radleys

Kennt noch wer die britische Band „Boo Radleys“, die in den 90ern während des Brit Pop Hypes mit dem Song „wake up boo!“ große Erfolge feiern konnte. Ein wirklicher Durchbruch blieb ihnen verwehrt. Zu sehr verweigerten sie sich berechenbaren Klischees. Man höre sich nur das auf den Hit folgende Album „c’mon kids“ an. Das gleicht einer Totalverweigerung. Und ihr Opus Magnus veröffentlichten sie sowieso bereits 1993 mit dem schwer psychdelisch-poppigen „giant steps“. 1999 kam der Split. Und 2022 die überraschende Re-Union der originalen Mitglieder – allerdings ohne den prägenden Songschreiber und Gitarristen Martin Carr. Es folgten zwei Alben, die leider weit hinter den alten Alben zurückblieben und eher langweilten. Gerade ist nun aber der neue Song „living is easy“ erschienen, der an die alte Stärke anzuschließen scheint. Wenn sie das auf Albumlänge durchalten, wäre das großartig!

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Glaring – Life On Other Planets Is Difficult

Das Projekt „Glaring“ oder auch „CVSY“ ist ja bekannt für viele aufeinander folgende Releases. In den letzten Monaten sind es weniger geworden. Die Hamburger Künstlerin lässt sich mehr Zeit zum Feilen. Zumindest scheint es so, auch wenn man die Musik hört. Auf dem Schweizer Label Lux Rec ist soeben „life on other plantes is difficult“ erschienen. Das Label ist ja für etwas abwegigere, aber immer spannende elektronische Releases bekannt. Da hat sich „Glaring“ prima angepasst. Analoge Synthie-Melodien fügen sich in eine Soundwand aus düsteren Flächen und Gesang. Manchmal weiß man das nicht so genau, was es nun ist. Spannendes Album, das mit „forever“ eine Art Hit hat. Bisher nur digital. Im Juni dann auch auf Vinyl.

https://luxrec.bandcamp.com/album/life-on-other-planets-is-difficult

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Modem – Interface

„Modem“ kommen aus Finnland. Seit 2022 sind die beiden aktiv und haben in der Zeit zwei Alben veröffentlicht. Zuletzt im Oktober „interface“. Sie werden gerne mit Synthpop und Italo beschrieben. Soweit so uninteressant. Allerdings heben sich „Modem“ von dem Genre Einerlei vor allem durch den bemerkenswerten Gesang von Tytti Roto ab. Der erinnert an die 80er Jahre Bands aus Ex-Jugoslawien. Man denke nur an „Denis & Denis“ oder „Videosex„. Dazu passen sich tolle Synth Melodien ein und macht beide Alben richtig gut. Leider sind die in Deutschland wegen eines fehlenden Vertriebs derzeit noch schwierig zu bekommen. Bei der Qualität der Musik wird sich das hoffentlich bald ändern… Lediglich das Cover Artwork der Alben lässt etwas zu wünschen übrig. Aber es geht uns ja um die Musik, oder?

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Exek – Prove The Mountains Move

Neues Label, neues Glück! Die australischen „Exek“ wussten schon immer mit leicht abwegigem (Indie?)Pop zu begeistern. Leider waren ihre Platten nicht so leicht zu bekommen. Es fehlte das passende Label bzw. der passende Vertrieb. Mit dem Neuling „prove the mountains move“ sind sie nun auf DFA gelandet und haben damit auch einen brauchbaren Vertrieb für Europa. Und ihre Musik: Die ist weiter ungewöhnlich wie gewohnt. Schöne Melodien, interessante Sounds und Arrangements. Herrlich. Bei „you have been blessed“ haben sie sich recht auffällig bei Lou Reeds „perfect day“ bedient. Wenn man das aber so charmant macht, geht das in Ordnung. Und auch hier passt wieder der Vergleich zu älteren „Momus“ Releases. Tolles Album.

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Sister Irene O’Connor – Fire Of God’s Love

Das hier ist gleichermaßen skuril wie auch großartig. Sister Irene O’Connor ist tatsächlich eine (australische) Nonne. 1973 hat sie das Album „fire of god’s love“ veröffentlicht. Die Stücke sind selbst geschrieben und wurden mit Hilfe einer Ordensschwester aufgenommen. Die Orgelsounds, die Gitarre und die Drum Machine werden zusammen mit entrückten Effekten und dem psychedelischem Folk-Gesang zu einer überraschend aufregenden Musik. Ich bin sicher, dass „Broadcast“s Trish Keenan dieses Album kannte. Denn eigentlich klingen gerade Keenans Demo Aufnahmen genau so! Da die Auflage damals klein war, wurde „fire of god’s love“ zum holy grail von Freund*innen spaciger Folkexperimente. Ende 2025 erschien nun endlich die erste autorisierte Neuauflage (Bootlegs gab es bereits einige). Tipp!

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