Mängelexemplar – Neue Zukunft

„was lange währt, wird endlich gut“ ist eigentlich ein doofer Spruch, trifft aber bei dem neuen „Mängelexemplar“-Album den Nagel auf den Kopf. Sechs ganze Jahre ließ sich das Düsseldorfer Duo Zeit dafür. Das Ergebnis ist natürlich noch immer unverkennbar typisch für die Band: Charmanter Minimal mit dem Gespür für die richtigen Melodien. Aber „Neue Zukunft“ macht einen merklich gereiften Eindruck. Besonders der vielschichtigere Gesang mit seinen unerwarteten Wendungen und die ausgefeilte Produktion erwecken diesen Eindruck. Die Vorbilder aus den 80ern mit ihrem Minimal hört man noch immer deutlich, allerdings als Hommage, nicht als Kopie. Die Stücke sind nun auch mal etwas ruhiger für „Mängelexemplar“-Verhältnisse. Insgesamt gelingt das alles so gut, dass ich festhalten möchte, dass „Neue Zukunft“ wohl das bisher beste Album der beiden ist! Und das will was heißen. Wenn es überhaupt irgendwas zu bemängeln gibt, dann den Umstand, dass zwei der zehn Tracks („allein“, „49 seconds romance“) bereits bekannt und veröffentlicht waren. Aber das ist bei dem Album meckern auf hohem Niveau. Unbedingte Kaufempfehlung!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

heimelektronik & MAS 2008 – Electronic Corporation 1998-2006

„Heimelektronik“ & „MAS 2008“ waren um die Jahrtuasendwende deutsche Musikprojekte, die für die Zeit tpypischen Electro meets Minimal meets Electroclash produzierten. Das Label Mannequin veröffentlicht im Mai eine Zusammenstellung rarer Tracks unter dem Titel „electronic corporation 1998-2006„. Bisher gibt es drei Tracks zu hören, die auch heute noch erstaunlich zeitgemäß klingen. Ihnen wohnt eine druckvolle Dringleichkeit inne, wie man sie bei aktuellen Tracks bisweilen vermisst.

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Italo Brutalo – Second Horizon

Der Berliner Italo Artist „Italo Brutalo“ hat bereits im letzten Jahr den Nachfolger seines 2022er Debüts „heartware“ veröffentlicht: „second horizon„. Irgendwie hatte ich mich aber bisher nicht damit befasst. Dabei schließt es zwar an seinen Vorgänger an, löst sich aber gleichzeitig vom Italo Klischee hin zu einem düsteren, tanzbaren Sound. Die Tracks sind noch immer instrumental. Gleichzeitig überzeugen sie aber mit Vielseitigkeit. Sei es mal 2000er Electroclash („surveillance state“), mal Vaporwave („digital freedom“). Alles eine runde Sache, alles dabei. Tolles Album!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Deutsche Schäferhunde – Kein Abschied

Das hier ist nicht weniger als eine Sensation! Der Song „rosa sonnenbrille“ der Band „Deutsche Schäferhunde“ ist einer der Minimalklassiker schlechthin! 1982 erschien er auf einer 3-Track 7″. Inzwischen ist die besagte Single heiß begehrt und wird bei Discogs für über 200 Euro feilgeboten. Anna Logue Records hat nun eine Wiederveröffentlichung für diesen Sommer angekündigt. Es wird eine 12″ mit allen drei Tracks der Single werden. Das wurd aber auch Zeit! Wir von Damaged Goods waren immer hinterher, „rosa sonnenbrille“ für einen unserer Sowas von Egal Sampler zu bekommen, was aber leider nie geklappt hat. Umso schöner, dass dieses rare Kleinod nun bald wieder zu haben ist!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Tempers – Delusion

Die New Yorkerin „TEMPERS“ aka Jasmine Golestaneh kann inzwischen auf eine über zehnjährige Karriere zurückblicken, in der sie immer wieder Akzente setzte. Sei es mit dem damals hippen Debüt und dann unerwartete Neuausrichtungen in ihrem Stil. Inzwischen macht sie anspruchsvollen Pop. Die erste Single aus dem im April erscheinenden Album verwebt spannend sphärischen Synthpop mit Folkelementen. Wieder eine Neuausrichtung. Es wird angekündigt, dass das Album sehr abwechslungsreich sein. Inklusive Techno und Metalanklängen. Offen gestanden bin ich bei solchen Ankündigungen skeptisch. Aber der Vorabsong funktioniert.

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Anton – Never Freed Myself

Der Pariser Musiker „Anton“ ist seit 2021 aktiv und veröffentlichte letzte Jahr sein Debüt Album. Das ist Postpunk, Coldwave mit modernen Synths und an „Das Kinn“ erinnernden Gesang. So richtig überzeugte das nicht. Nun erscheint aber eine neue EP. Auf „never freed myself“ funktioniert das auf einmal ganz ausgezeichnet. Sphärisch dicht zwischen alter Melancholie und modernem Pop. Tipp!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Children Of The Mushroom – Children Of The Mushroom

Die Band „Children Of The Mushroom“ existierte von Mitte bis Ende der 60er in der L.A. Area. 1968 veröffentlichten sie eine 7″, die schnell zum Geheimtipp avancierte. Die schönen psychedlischen Elemente angereichert mit Garage-Fuzz-Gitarren sind einfach überragend. Tatsächglich gab es mehr Aufnahmen. Gerade sind sie wieder neu erschienen als selbst betitelte LP. Ein Fest für Freund*innen des typischen kalifornischen Sounds der Zeit.

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Marc Almond & The Gaslight Troubadours – Salambo

Seltsames Release vom legendären Marc Almond: „salambo“ ist eine rein digitale Zusammenstellung verschiedener Zusammenarbeiten des Künstlers mit den „Gaslight Troubadours“. Dieses Projekt ist seit 2013 aktiv und wird bei Discogs so beschrieben: Vaudeville beats, kitschtronica, dark swing, leftfield hip hop, drum n’bass. Und genau so hört es sich an. Mit Almonds Stimme klingt das dann immer wie exotisch-mystische Musik. Vielleicht kein Anwärter auf die EP des Jahres, aber in jedem Fall mal ein Ohr wert. Ach und das Release wird es nur vorübergehend geben, bevor es wieder von Almonds bandcamp Seite verschwindet.

https://marcalmond.bandcamp.com/album/salambo

(vk)

Dead Can Dance

Ganze acht Jahre ist das letzte Album der Australier „Dead Can Dance“ alt. Nun haben sie angekündigt, sich komplett von Plattformen wie Spotify zu verabschieden. Musik veröffentlichen sie nun auf bandcamp und dem Band-eigenen Label. Sympathisch. In diesem Jahr wollen sie nun monatlich einen Song veröffentlichen (Peter Gabriel ich hör dir trapsen) und dann am Ende als Album zusammenfügen. „our day will come“ ist der erste Song der Reihe. Der ist überraschend wenig Worldmusic-inspiriert und gibt sich erstaunlich poppig und eingängig für das Duo. Im Mittelpunkt steht der Gesang Brendan Perrys. Das allein verleit der Musik wiederum Tiefe. Schönes Stück!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

æmilia – 22:22

„æmilia“ ist eine Musikerin aus Hamburg, die schon seit einiger Zeit regelmäßig Tracks auf Spotify veröffentlicht. Immer einzelne Tracks, immer Spotify. Nun gibt es ein Album auf bandcamp: „22:22„. Und was für eins! Eine rohe, in seltsame Sphären abdriftende Musik wird einem geboten. Düster, elektronisch, aber abseits gängiger Klischees. LoFi, mal mit Dungeon Synths Vibe, dann wieder poppig. Einige Stücke klingen nach Twin Peaks. Komplett unwirklich und aus der Welt gefallen. Gleichzeitg kommt „æmilia“ schnell auf den Punkt: Der längste Track ist 2:50 lang. Kein unnötiger Ballast. Gut so. Dazu fällt noch die besondere Stimme mit einem Händchen für Melodien auf. Wirklich spannendes Album, das es hoffentlich auch mal physisch geben wird!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)