Vierance

„Vierance“ ist ein Duo aus Toronto, Ontario. Leider ist nicht herauszufinden, ob es noch aktiv ist. Bisher gibt es einige Eps, die von 2013 bis 2016 digital und als Tape erschienen sind. Die beiden machen teils dreamigen Synth Wave, der typisch für die Zeit von 2011 bis 2015 war. Aber überzeugend eigenständig. Highlight ist das kühl-düstere „serbia“.
Bemerkenswert, dass diese Band nicht längst viel mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte.

(vk)

Plastic Ivy – Spots of Time

Erst im Mai habe ich das Projekt „Plastic Ivy“ vorgestellt. Heute ist mit „spots of time“ endlich Lira Marie Landes‘ aka „Plastic Ivy“s Debüt erschienen. Hier hat sie sich endgültig vom Post Punk emanzipiert und konzentriert sich, auf das, was sie am besten kann: Großartigen Synthie Pop mit Minimal Einflüssen. Der Vergleich zu „Fad Gadget“ liegt noch immer auf der Hand, ohne dass „Plastic Ivy“ dabei eigene, teils angenhem wirre Ideen aus den Augen verlieren würde. Schönes Debüt!

https://kraftjerkz.bandcamp.com/track/too-deep-for-tears

(vk)

Various – Endangered Species Vol.1

Frisch heute erschienen ist auf Dark Entries der erste Teil einer neuen Ep Serie, namens „endangered species“. In der Reihe geht es um die Veröffentlichung gesuchter oder vergessener sowie tanzbarer Underground Synths Wave Pop Songs. Teil eins weiss jedenfalls schon schwer zu überzeugen. Mit dabei ist der etwas obskure Producer John King, der mit seinem Track „munich“ schon auf Dancefloors dieser Welt zu Hause ist. Interessant auch ein mir bislang nicht bekannte Version von „picture 210“ der niederländischen Minimal Helden „The Actor“. Es handelt sich um ein sehr tanzbares Demo.
Highlight dürfte aber „tvoj svijet“ der jugoslawischen Band „Brazil“ sein: Ein Cover des „Tears For Fears“-Klassikers „mad world“ auf serbo-kroatisch. Der Song tauchte bereits hier und da auf, allerdings meist in übler Qualität. Hier kann er nun erstmals wieder in prima Qualität erlebt werden!

(vk)

Bob Mould – Blue Hearts

Bob Mould – einst Kopf der legendären Punk/Noise Rock Band „Hüsker Dü„- ist auch so einer, der über die Jahrzehnte kontinuierlich zumindest solide Alben veröffentlicht hat. Sei es mit „Hüsker Dü“, danach mit „Sugar“ oder eben unter seinem eigenen Namen. Die Alben fielen mal poppiger, mal akustisch – immer aber gitarrig – aus. In den letzten Jahren empfand ich seine Musik eher etwas beliebig.
Für „blue hearts“ hat sich Mould aber offenbar wieder an seine frühen Tage erinnert. Jedenfalls gehen hier fast alle Songs ordentlich krachig nach vorne und klingen dabei erfreulich frisch und authentisch. Wenn die Aufnahmen nicht merklich besser wären als in den 80ern, könnte man meinen, hier ein paar „Hüsker Dü“ Stücke zu hören. Kaum zu glauben, aber Anno 2020 zeigt Bob Mould allen nochmal so richtig, wo der Hammer hängt und macht da vielen jungen Bands noch was vor. Die Songs sind alle schön kurz und auf den Punkt. Nur einer überschreitet die Drei-Minuten-Marke. Highlights sind die beiden Stücke, die am meisten an „Hüsker Dü“ erinnern: „next generation“ und „password to my soul“. So kann Bob Mould von mir aus ewig weiter machen…

(vk)

Carlo Onda – Darker Days

Also dieser Schweizer Carlo Onda aka Karl Kave ist wirklich bemerkenswert: Wie schafft er es bei dem immensen Output, dass ihm die Ideen nicht ausgehen? Wenn ich richtig gezählt habe, ist das hier bereits sein viertes Album in diesem Jahr! Und alle Alben klingen anders. „darker days“ ist natürlich auch elektronisch, nimmt aber EBM Elemente auf bzw. geht ordentlich nach vorne, wie man so schön sagt. Gleichzeitig kommen aber auch 80er-Synth-Trash-Pop Sounds dazu. Spannend!
Aufgenommen hat er das Album an einem verlängerten Wochenende! Da kann dann wohl noch Einiges kommen, wenn man alleine bedenkt, wieviele Wochenenden dieses Jahr noch hat… Schön finde ich, dass er zu jedem Release auch ein paar persönliche Kommentare und welche zu Produktion abgibt:

Die Thematik der Lieder bewegt sich in einem sehr begrenzten Universum: Unsicherheit, Flucht, Schuldfragen, Verdrängung und Zuversicht.

Zum Einsatz kamen die billigstmöglichen Produktionsmittel: Samples der Boss DR660 sowie ein gratis Synthesizerplugin Sq8l (Ensoniq Klon)

Das Cover ist Mont-Saint-Michel aus einer ungewohnten Perspektive, von einer alten Postkarte abfotografiert. Nostalgie und Science-Fiction zugleich.

(vk)

Bram Droulers – Sun

„Bram Droulers“ kommt aus London und ist seit 2018 aktiv. Nach einigen düsteren, minimalen, aber stets hoffnungsvoll-poppigen digitalen Releases auf Bandcamp scheint das Label Oraculo auf das Projekt aufmerksam geworden zu sein. Jedenfalls erschien eine Auswahl des bisherigen Outputs auf Oraculo als feine 6-Track Ep namens „sun„. Neben den wirklich guten eigenen Tracks ist auch „new wave girls“ dabei, das im Prinzip ein Cover von „care“ von „SS Say“ ist – und ein gelungenes dazu.

(vk)

Katharina Nuttall

Die Norwegerin Katharina Nuttall ist zurück! Gut: Menschen, die ihr auf Instagram folgen, wissen, dass sie nie weg war, sondern durchweg musikalisch aktiv. Aber ihr letztes Album liegt ganz 9 Jahre zurück. Nun hat Nuttall wie aus dem Nichts für November die erste Single „lethe“ des neuen Albums „the garden“ angekündigt.
Die Künstlerin hat sich bisher einen Namen mit düsterem „Rotwein“-Pop gemacht – getragen von ihrer großartig melancholischen Stimme. Die Ankündigung des neuen Werkes deutet in eine andere Richtung. „the garden“ wird ein Konzeptalbum mit Instrumentalstücken und spoken word Passagen. Na dann… Bis dahin kann man ja das großartige „cherry flavour substitute“ hören!

(vk)

Conrad Schnitzler ‎– Auf Dem Schwarzen Kanal

Conrad Schnitzler hatte sich mit seinen experimentellen Soundlandschaften schon lange einen Namen gemacht, als er 1980 nach diversen Alben mit „auf dem schwarzen kanal“ sein erste EP herausbrachte, die obendrein auch noch ziemlich eingängig und poppig geraten war. Der Titel Track genießt legendären Ruf. Und die Original Ep ist inzwischen auch schon ordentlich teuer. Nun hat Bureau B sie glücklicherweise in schickem transparenten Vinyl wieder veröffentlicht.

(vk)

Regressverbot – Dubna’s Dance

Das griechische Minimal Synth Projekt „Regressverbot“ veröffentlichte 2016 auf Fabrika wie aus dem Nichts sein Debüt. Genau so unvermittelt, wie das Projekt aufgetaucht war, verschwand es danach auch wieder. Jedenfalls hörte man nach dem Release nicht mehr viel von „Regressverbot“. Inzwischen ist das Debüt gesucht und bei Discogs ziemlich teuer. Der etwas spröde und schlicht produzierte Minimal Synth Sound der Band aus Thessaloniki hat einen ganz eigenen Charme, der offenbar viele Menschen anspricht.
Genau so überraschend wie das Debüt ist nun das zweite Album „dubna’s dance“ erschienen, das allerdings auch einige ältere Stücke wie den Titel Track enthält, der bereits 2017 als Youtube Video zu sehen und hören war. Laut bandcamp Seite gibt es nur noch 48 Exemplare. Da sollten geneigte Hörer*innen wohl schnell zuschlagen, wenn man auf die Preisentwicklung des Debüts schaut…

(vk)

Violetiger – Transformation

Ende September erscheint die Debüt Ep „transformation“ des Wiener Projektes „Violetiger“. Das Duo besteht aus Violet Candide aka Peppy Pep Pepper und Tigerlilly. Liest sich viel versprechend – auch in der Beschreibung auf der Bandcamp Seite – und der erste Track hört sich ebenso viel versprechend an:

(vk)