November Növelet – All Your Love

„November Növelet“ – bzw. das Alter Ego des Duos „Haus Arafna“ – sind schon besonders. Ihre Musik ist stilprägend. Konzerte spielen sie pauschal gar nicht. „November Növelet“ ist dabei die poppigere Seite des Duos – wenn man bei dieser Musik überhaupt von Pop reden kann. In über 30 Jahren Bandgeschichte sind bisher erst vier Alben erschienen. Alle sind für sich Meilensteine, die auf beklemmende Art ihre Zeit widerspiegeln. Zuletzt erschien im letzen Jahr „electrical„. Da verwundert es, dass sie für ihre Verhältnisse so schnell eine neue Single vorlegen. Und nicht nur das verwundert, sondern auch die Musik selber; denn gerade die B-Seite der Single „cry today“ gibt sich erstaunlich eingängig. Schön, dass sich eine so besondere Band auch nach so langer Zeit noch weiterentwickelt!

https://www.instagram.com/reel/Dasyx8eDmNG/

(vk)

Martin Hall – Catalyst (Singles)

Dieses Release hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Allerdings ist – während alle Welt „Kavinsky“ und Glen Hansard betrauert – weitgehend unbemerkt am selben Tag auch der visionäre dänische Musiker Martin Hall verstorben. Grund genug, an sein Schaffen zu erinnern. Ursprünglich aus der Punkszene stammend, entwickelte er früh einen elektronischen und gleichzeitig arty Musikansatz. Er war stets umtriebig und auf der Suche nach Inspiration. So überrascht es wenig, dass er an über hundert teils sehr verschiedenen Releases beteiligt war. Das bekannteste Stück dürfte sicher „SS Say“s seltsam entrückter Synthtrack „care“ sein. Die 2008 erschienene Zusammenstellung „catalyst (singles)“ liefert einen guten Überblick über das Schaffen des Künstlers. Der Opener erinnert fast an „Iron Maiden“! Gefolgt von dem Dancefloor Filler seines Projektes „Under For“: „free-force structure“. Hier hört sich Hall nach EBM an. „beat the drum“ ist beinahe gewöhnlicher Mid-80s Pop. „love in vain“ geht in Richtung Acid. Was aber allen Stücken innewohnt ist eine gewisse Zerrissenheit und Sehnsucht. Das mag auch am an „Associates“ erinnernden Gesang liegen. Man sollte sich aber hüten, Hall vorschnell in eine Schublade zu stecken… Spannender Künstler, der viel zu früh von uns gegangen ist…

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(vk)

Das Ich – Die Propheten

Jaja, ich weiss: Bands der Anfang der 90er entstandenen so genannten „neuen deutschen Todeskunst“ sind eher peinlich und schlecht gealtert… Eine der Begründer des Genres sind sicher „Das Ich“ mit ihrem Song „gott ist tot“. Das Debüt Album mit besagtem „gott ist tot“ (oder „gottes tod“) – „die propheten“ – ist als Vinyl längst vergriffen. Nächste Woche erscheint es neu als LP. Ja, das ist so n bischen wie in der Schmuddelabteilung unterwegs zu sein… Aber aus Sentimentalität muss ich sagen, dass ich mich auf diese Wiederveröffentlichg freue.

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Zodiak – Warrior Of The Past

In Zürich gibt es den kleinen, aber feinen Black Metal Laden Berggeflvster. In dem Umfeld des Ladens hat sich die neue, junge Metalband „Zodiak“ gegründet. Gerade ist ihr erstes Zwei-Track-Demo auf bandcamp erschienen. Die beiden recht rohen Tracks atmen ganz viel 80er. Faust zum Himmel plus Jeanskutte. Dazu „whoooohooo“ Gesänge. Großartig! Dann kann was draus werden! Wie sie selber auf der Bandcamp Seite schreiben: Das ist erst der Anfang, von dem, was noch kommt!

https://zodiakheavy.bandcamp.com/album/warrior-of-the-past-demo

(vk)

Various – The Bristol & Bath Blitz Club Meets Art School Sound – 80’s Explosion

Diese neue Compilation ist genau das, was der Name beschreibt: Musik aus dem Dunstkreis von Art School und dem legendären Blitz Club – alles Wegbereiter für New Wave und Synthpop der 80er. Wer nun die zigste Zusammenstellung mit „ABC“, „Duran Duran“, „Visage“ etc. erwartet, liegt komplett falsch; denn hier werden die Bands präsentiert, die es eben nicht ins große Rampenlicht geschafft haben. Die Compilation umfasst 11 (LP) bzw. 20 (CD) Tracks, die ich allesamt nicht kenne. Und ich behaupte, dass ich mich in dem Genre doch etwas auskenne… Natürlich klingen die Bands wie die bekannten Acts – also wirklich gut. Und so gibt es auf „the bristol & bath blitz club meets art school sound – 80’s explosion“ Einiges zu entdecken. Die physischen Varianten sind sehr limitiert. Da empfiehlt es sich, schnell zuzuschlagen…

https://bristolarchiverecords.bandcamp.com/album/the-bristol-bath-blitz-club-meets-art-school-sound-80s-explosion

(vk)

Charles De Goal – Ici L’Ombre

Vor zwei Jahren wurde das legendäre Debüt „algorythmes“ der französischen „Charles de Goal“ (um zwei Songs erweitert) wiederveröffentlicht. Nun folgt mit „ici l’ombre“ das zweite Album von 1982 – ebenfalls auf May I Records – ein Label, das von einem alten New Rose Mitstreiter gegründet wurde. Damals nur auf LP erschienen, ist dies das erste Rerelease des Albums. Die CD Version ist dabei um ganze 13(!) Tracks erweitert. Ob die LP auch mehr Tracks hat als die ursprüngliche LP, vermag ich noch nicht zu sagen, da ich keine Tracklist der neuen LP finden konnte. Ich gehe aber davon aus, da die originale LP nur schmale 34 Minuten lang ist. Zur der Musik: Auf „ici l’ombre“ sind die Stücke nicht mehr so roh wie auf dem Debüt. Die Stücke sind deutlich durchdachter bis artifiziell, aber immer noch sehr guter Postpunk. Wieso das Album immer ein wenig untergegangen ist, erschließt mich beim neuerlichen Hören nicht. Zumal es ja auch den Clubhit „kling klang“ enthält. Wirklich gutes Album, über dessen Wiederveröffentlichung wir uns freuen können!

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Warlock Corpse – Under The Cold Moon

Das „Warlock Corpse“ ein neues Album veröffentlicht, ist erst einmal nichts Ungewöhnliches – so oft bringt der Kasache neue Musik unters Volk. „under the cold moon“ bildet aber insofern eine Ausnahme, dass es komplett mit Band eingespielt wurde. Das sind die ersten Aufnahmen mit Band seit den „Warlock Corpse“s Demos. Bemerkenswert: Die Musik klingt mitnichten nach Black Metal, wie man es bei einem Dungeon Synth Projekt erwarten würde. Stattdessen bilden die Synthies wieder ein Fundament, das beinahe Popappeal mit sich bringt. Und sonst hört sich das fast nach Punk an. Einige Stücke sind bereits bekannt und wurden extra für „under the cold moon“ neu aufgenommen. Starkes Release, das in jedem Fall ein Ohr verdient hat…

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Fabienne Delsol – Indigo Red

Seit über 25 Jahren beschert uns die Wahl Britin Fabienne Delsol feine Musik mit deutlichem 60s Flair und ganz viel Pop. Zu Beginn war sie als Teil der „Bristols“ noch etwas garagiger unterwegs, um sich ab 2004 endgültig dem Pop zuzuwenden. Das gerade erschienene „indigo red“ ist ihr fünftes Solo Album und das erste seit 2019. Alles wie gewohnt im Delsol Universum. Man hat aber das Gefühl, dass die Stücke nun abwechslungsreicher und reifer sind. Das steht Delsols Musik ausgezeichnet. Garage meets Psychedelic meets Sunshine Pop. Gut, dass sie wieder da ist!

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Haruomi Hosono, Shigeru Suzuki, Tatsuro Yamashita – Pacific

1978 veröffentlichten die drei Japaner Haruomi Hosono, Shigeru Suzuki und Tatsuro Yamashita zusammen die Platte „pacific“. Die ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Wie der Titel andeutet geht es hier um Exotika als zentrale Musik. Allerdings vermengt mit einerseits dem Spät 70er Yachtrock-Elementen und Porgrock-Elementen. Das Ergebnis ist zwar extrem cheesy, aber auch richtig gut! Entsprechend ist die Vinyl Version begehrt und teuer. Selbst die Reissues bringen heute Preise ab 80 Euro. Umso erfreulicher, dass das italienische Bootleg-Label Victory noch recht frisch ein liebevolles Bootleg herausgeracht hat. Klanglich gut plus solides Artwork und mit Beilage. Günstige Alternative zu den anderen gesuchten Pressungen.

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Portion Control – 1983-86 – Hit The Pulse To Purge…

Die britische Band „Portion Control“ dürft den meisten für ihren Beitrag zu Minimal und beosnderscEBM bekannt sein. Spannend sind dabei die beiden Compilations von Vinyl On Demand, die das Frühwerk der Band zusammenfassen. Die sind allerdings vergriffen und gesucht. Artoffact veröffentlicht im August mit „1983-86 – hit the pulse to purge…“ eine 4 CD Box mit Tracks aus den Jahren 1983-86. Soweit so spannend. Leider ist die korrespondierende Vinyl Version eine einfache LP mit lediglich einer Auswahl der Stücke. Da hätte man sich vielleicht auch eine Box gewünscht. In jedem Fall dennoch ein spannendes Release.

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