Hausverbot – Farbe Plakate

Was aus einer Schnapsidee alles werden kann… Im November erschien die „Hausverbot“ Debüt EP „befristet“ in kompletter Eigenregie. Es meldeten sich Labels mit Interesse. Auf dem diesjährigen Waveteef Festival folgte dann die „Hausverbot“ Live Premiere. Nun gibt es die neueste 7″ auf dem Nancy Label aus dem Kernkrach Kosmos. Die Vinyl Variante ist hier erhältlich. Digital bekommt ihr die beiden Songs auf der Band-eigenen Bandcamp Seite und zwar hier. Und die Musik? Die ist roh und ungeschliffen wie gewohnt. Aber etwas repetitiver. Also etwas anders als die EP. Aber hört selbst:

https://hausverbot.bandcamp.com/album/farbe-plakate

(vk)

Moß Garten – Sekvensstyrd 1981-1986

„Moß Garten“ ist eine schwedische Band, die in der 80ern aktiv war und Synthpop produzierte. Damals veröffentlichte sie nur eine 4-Track EP. Etwas mehr Aufmerksamkeit erhielten sie, als 2012 auf Domestica eine Compilation mit ganzen 12 Tracks der Band und mit ihren Tracks unter dem Namen „Vildsvanen“ erschien. Die Musik ist dabei zu sperrig für Synthpop und zu poppig für Industrial. So entwarfen sie einen ganz eigenen Stil. Das wunderbare Label Anna Logue Records hat nun eine Doppel LP veröffentlicht und die bekannte Zusammenstellung auf ganze 25 Tracks erweitert. „sekvensstyrd 1981-1986“ lohnt sich! Schönes Album, das man sich vielleicht ein wenig erarbeiten muss. Dann lassen einen „Moß Garten“ aber nicht mehr los!

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(vk)

Egoexpress – A Piece Of Action

Kennt noch jemand das Hamburger Duo „Egoexpress“, das vor allem um die Jahrtausendwende sehr angesagt war mit seinem schrägen Entwurf von damaligen Clubsounds? In der Zeit von 1996-2005 veröffentlichten sie drei Alben und etliche Singles. Beide sind längst in anderen Projekten aktiv. Mense Reents ist bereits seit 2006 festes Mitglied der „Goldenen Zitronen“. Zurück zu „Egoexpress“: Deren Sound klingt mit heutigen Ohren zwar sehr digital, aber fügt sich bestens in das 90s Revival ein. Passend dazu erschien bereits Ende 2025 die Zusammenstellung „a piece of action“ – ein Querschnitt durch alle Phasen ihres Schaffens. Wo mich die Musik zugegebenermaßen ein wenig genervt hat, als sie neu war, muss ich feststellen, dass die Tracks charmant gealtert sind. Man muss sich nur drauf einlassen. Denn zu entdecken gibt es viel, so vielseitig sind sie. Klar atmen sie den Zeitgeist inkl. „Daft Punk“ Anleihen. Aber wenn Euch das nicht stört, sei die Zusammenstellung unbedingt empfohlen. Mit dabei auch ihr von Dirk von Lotzow gesungener Überhit „weiter“:

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Christophe Clébard – Le Futur C’est La Drogue

Der belgische Künstler Christophe Clébard ist schon seit über zehn Jahren aktiv. Seine eigenwillige Synthie Musik voller Ecken und Kanten war bisher etwas ziellos. Mit dem neuen Werk „le futur c’est la drogue“ ändert sich das. Hier orientiert er sich musikalisch an spannenden Synths Acts kurz nach der Jahrtausendwende. Irgendwie krude ist sein Sound immer noch, aber nun meint man einen roten Faden auszumachen. Zudem fallen hier und da sogar so etwas wie hittige Tracks ab… Gelungenes Album mit sehr eigenen Ideen!

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Bronski Beat – Truthdare Doubledare – deluxe

Das zweite Album der legendären Synthpop Band „Bronski Beat“ war sicher sher schwierig: Gerade hatten sie sehr großen Erfolg mit „smalltown boy“ und den anderen Singles ihres Debüts. Und da ging ihnen der Sänger verloren. So musste das ganze zweite Album mit neuem Sänger aufgenommen werden. Zudem schienen sie ein großes Budget zu haben; denn alles auf „truthdare doubledare“ ist für 1986 auf höchstem technischen Niveau. Und obwohl mit John Jøn ein wirklich guter Sänger im Stile von Marc Almond gefunden war, will das Album nicht funktionieren. Man hat das Gefühl, die Band hätte sich verzettelt. Warum schreibe ich das? Nun, zum 40-jährigen Jubiläum wurde das Album als LP und Dreifach-CD wiederveröffentlicht. Und die Bonus CDs haben es überraschenderweise in sich (schade, dass die Tracks nicht bei der Vinyl Version dabei sind…). Gerade CD 2 hält einige mir bis jetzt nicht bekannte Songs bereit. Und die klingen so, als ob sie von „Soft Cell“ in der Zeit stammten. Hört da mal rein!

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Oppenheimer MKII – Embrace The Dark

Das spannende Projekt „Oppenheimer MKII“ besteht aus den beiden bekannten Künstlern Andi Oppenheimer von dem legendären Synthwave Projekt „Oppenheimer Analysis“ und Mark Crumby von Bands wie „Mitra Mitra„. 2013 veröffentlichten sie ihr erstes Album zusammen. Jetzt ist auf Wave Tension ihr neues Werk erschienen: „embrace the dark“ liefert dabei genau das, was man von den beiden erwarten würde: Treibenden Synthwave mit der immernoch ziemlich poppigen Stimme Oppenheimers. Etwas mehr Abwechslung wäre vielleicht nicht schlecht gewesen, aber alle Tracks für sich genommen sind prima.

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Mitra Mitra – Glassy Tears

Das Wiener Duo „Mitra Mitra“ hat bereits im Mai ein neues Album veröffenlicht. „glassy tears“ schließt dabei nahtlos an das letzte Album „hands remain“ an. Coldwavig/minimale Tracks wissen mit guten Sounds und Melodien zu begeistern. Dabei hat man das Gefühl, dass „glassy tears“ besser gelungen ist als sein Vorgänger. Die beiden wissen wieder mitzureißen. Gut so! Schönes Album!

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Billy Nicholls – Would You Believe

Dieses Reissue aus dem letzten Jahr ging an mir vorbei. Daher hole ich die Vorstellung jetzt nach. Denn dieses Album ist äußerst spannend. Die Platte wurde 1968 aufgenommen und nur 100 Exemplare an Radio DJs versandt. Darauf wurde sie allerdings nicht veröffentlicht, weil das Label Schwierigkeiten hatte. Dabei hat es die Musik in sich: Der damals erst 19-jährige Nicholls hat ein wunderbares Folkalbum aufgenommen und wurde dabei von niemand geringerem als den „Small Faces“ unterstützt. Die Einflüsse sind in einigen Stücken deutlich zu hören. Dann gibt es noch klassischen Chamberpop. Alles liebevoll arrangiert und sogar orchestriert. So wundert es nicht, dass „would you believe“ eines der gesuchtesten Werke der Ära geworden ist. Ein Original kostet gerne 5-stellige(!) Beträge! Nun gibt es die Platte nach beinahe 60 Jahren endlich wieder als offizielle Wiederveröffentlichung. Unbedingte Empfehlung!

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Rue Oberkampf – The Singles 2018-2026

Das inzwischen auf ein Duo geschrumpfte Projekt „Rue Oberkampf“ hat sich in den letzten Jahren mit eifrigem Live-Spielen einen hervorragenden Ruf in der Szene weltweit erspielt. Zurecht, denn ihren Sound zwischen hartem Clubelektro und verträumten Soundscapes dürfte es so sonst auch nicht geben. Inzwischen kann die Band auf zehn Jahre Bandgeschichte zurückblicken. Grund genug, das mit einer Zusammenstellung zu feiern. Das tun sie aber nicht mit einem plumpen best of, sondern mit einer Zusammenstellung von bisher nur digital erhältlichen und/oder gesuchten Tracks. Mit dabei die neue Single „eiszeit“. Aber auch alte gesuchte Tracks wie „sans toi“ oder eines meiner persönlichen Lieblingsstücke der beiden, das es bislang nur digital gab: „deine augen“. Dazu noch das an Gertrud Stein erinnernde „never stop to dance“. Kurz: Eine wirklich schöne Zusammenstellung, die uns die Vorfreude auf das Ende des Jahres erscheinende neue Album versüßt!

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Coloma – When We Were New

Was für eine Überraschung! Ein neues Album von „Coloma„. Das erste nach 17 Jahren! Die beiden leben nun nicht mehr in Köln, sondern inzwischen in Berlin. Zur Erinnerung: Um die Jahrtausendwende konnte das Duo mit seinem damals sehr modernen Synthpop Sound und dem dandyartigen Sänger Rob Taylor einen gewissen Erfolg verbuchen. Man denke nur an das wunderbare „transparent„. Und wie klingen die beiden nach einer derart langen Pause? Überraschend frisch. Die Musik ist nicht mehr komplett elektronisch. So steuert etwa ein richtiges Schlagzeug die Beats bei. Mal gibts einen E-Bass und man meint, hier und da im Hintergrund eine Gitarre zu hören. Noch immer machen sie unaufgeregten, charmanten Pop, bei dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Verträumt ist hier eigentlich alles. Ein wirklich gelungenes Comeback!

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