Not-Op – Zustand 3

Wer „Kühle Matrosen“ mal live gesehen hat, kennt den bisher einzigen „Not-Op“ Track „wetlraumsex“. „Not-Op“ ist schließlich einer der etlichen Projekt Namen, unter denen Lars Trombose neben „Kühle Matrosen“ unterwegs ist. Gerade sind die vier neuen Tracks „zustand 3“ erschienen. Wie gewohnt geht es minimal treibend zu. Allerdings fügt der Matrose hier spleenige Ideen mit ungewöhnlich, richtig gesungenen Gesangsmelodien zusammen. Großartige Ep, die uns die Zeit auf das neue „Kühle Matrosen“ Album versüßt. „ton horreur“ ist dabei noch zu erwähnen, weil es sich um einen Diss Track gegen den politisch zweifelhaften Alexandre Grand („Le Syndicate Electronique“) handelt. Cooles Ding! Mein Highlight ist aber das hier:

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(vk)

Boy Harsher – Get Mean

Sieben ganze Jahre hat sich das hippe Duo „Boy Harsher“ für ihr sein neues Album Zeit gelassen. Zwar waren die beiden in der Zwischenzeit nicht untätig, in anderen Projekten aktiv und veröffentlichten einen Soundtrack. Aber das letzte „richtige“ Album liegt tatsächlich sieben Jahre zurück. Wenn man solch einen Hype erfahren hat wie die beiden, ist es schwierig ein neues Album aufzunehmen. Soll man sein eigenes Klischee weiterführen (weil man damit Erfolg hatte) oder einen Bruch wagen? „Boy Harsher“ haben beides getan. Zunächste fällt auf, dass „get mean“ viel weniger „clubbig“ daherkommt. Die Stücke sind eher Stücke als Tracks und haben bisweilen Indie Pop Charakter. Hier und da hält eine Gitarre (oder ein nach Gitarre klingender Synthie) Einzug. Das gibt einen gewissen Wave Vibe. Also vieles anders. Und gleichzeitig klingt das alles nach „Boy Harsher“ allein wegen Jae Matthews Stimme – auch wenn sie ganz anders zu singen versucht. Die Beats sind etwas zu wenig abwechslungsreich, sodass die erste Hälfte des Albums etwas gleichförmig klingt. Aber nach mehrmaligem Hören entdeckt man immer wieder Neues und „get mean“ wächst. Bei „ice pick (walk away“ zeigen sie, dass sie auch ironisch können. Hier haben sie offenbar bei den „Sisters Of Mercy“ gesamplet („walk away“!) und daraus etwas Zeitgenössisches gebastelt. Ich habe bei diesem Album nichts erwartet, muss aber zugeben, dass ich ausgesprochen positiv überrascht bin und bedenkenlos eine Empfehlung aussprechen kann.

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(vk)

Luke Haines & Mike Smalle – From the Tombs

Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich noch nie direkt etwas über den Musiker Luke Haines geschrieben. Dabie hat er musikalisch einiges bewegt als Teil von „The Auteurs“, „Black Box Recorder“ und zeitweilig sogar den „Swell Maps“. Darüber hinaus schreibt er noch geistreiche Bücher. Und im November erscheint das ambitionierte Doppelalbum „from the tombs„, das er zusammen mit dem irischen Musiker Mike Smalle („Cane141“) aufgenommen hat. Es ist ein Konzept Album über die Verbrechen in Irland und in der irischen Diaspora überall in der Welt von 1800 bis 1920. Klingt wild und ist es auch. Musikalisch wird es entsprecht breit gefächert. Dazu tragen auch die vielen Menschen bei, die auf die ein oder andere Art und Weise einen Beitrag zu dem Werk geleistet haben: Sean O’Hagan („Microdisney“, „High Llamas“), Fergal Lawler („Cranberries“), June Miles-Kingston („Everything But The Girl“, „The Communards“), Marcus Holdaway („High Llamas“), Bernard Butler („Suede“; „McAlmont & Butler“;,“The Tears“), Hugh Bunker („Fatima Mansions“), Damian O’Neill („The Undertones“) und noch viele andere. Das verspricht spannend zu werden…

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Beck – Ride Lonesome

Anfang des Jahres beglückte uns „Beck“ noch mit der schönen Compilation „everybody’s gotte learn sometimes„. Nun ist soeben mit „ride lonesome“ ein komplett neues Album erschienen. Der Legende nach ist es der Abschluss einer Trilogie bestehend aus „sea change“ (2002), „morning phase“ (2014) und eben „ride lonesome“. Dass hier eine geplante Trilogie über Schmerz und Sehnsucht vorliegt, halte ich zwar für Marketing Unsinn. Aber alle drei Alben eint sehnsüchtig schwelgerische Musik auf überwiegend akustischer Grundlage. Akustikgitarre, Klavier und Streicher bilden das Fundament. Dazu eine von den 70ern beeinflusste Produktion. Das alles bringt bei „Beck“ gekonnt Sehnsucht und Melancholie zum Ausdruck. Was bei „sea change“ mit den Anleihen an Gainsbourgs „histoire de melody nelson“ genial funktionerte und ein Meisterwerk schaffte, gelang bei „morning phase“ nur bedingt. Auf „ride lonesome“ gelingen die Harmonien wieder deutlich besser. So liefert „Beck“ hier sicher eines der besten Herbst Alben des Jahres ab. Zwar wird er die Genialität eines „lonesome tears“ wohl nicht mehr erreichen… Vielleicht ist das auch etwas zu viel verlangt; denn „ride lonesome“ ist und bleibt ein starkes Album!

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Rosachrom – Rosachrom (Das Gesamtwerk)

Die Band „Rosachrom“ stammt aus Österreich. Das Trio macht Underground NDW im weitesten Sinne. Ihre Musik ist für jene Zeit moderner Pop. Aber intellgent und nicht mit erzwungenen „Hits“. Die Gesangsstimme erinnert dabei verwirrend stark an Tommi Stumpff – verwirrend deshalb, weil die Musik zu keiner der Stumpff Projekte passen will. Das erinnert vom Vibe her an „Neuland„. Das ist alles nichts für den Club, liefert aber ganz sicher einen Neon-80s Vibe. Bereits 2021 ist das Gesamtwerk der Band neu als LP plus CD erschienen, wobei die CD noch Live Aufnahmen und ein Demo enthält. Schönes Ding, das viel mehr Beachtung verdient hätte!

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Tense – No Cure

„Tense“ kommen aus Berlin und scheinen die Nachfolge Band(?) der Postpunk/Noise Fomation „Pigeon“ zu sein. Anfang des Monats erschienen mit „no cure“ das Debüt. Hier führen sie zwar den „Pigeon“ Bandsound fort, aber betonen mehr eine Punk/Postpunk Attidtüde. Hier gehts schnell, ruppig und treibend voran. Das ist alles nicht neu, aber in der Konsequenz super und live sicher großartig. LP gibt es günstig via Mangel und den Download zum Name your price! Tipp!

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Clinic – Wild In The Streets

Fünf Jahre nach dem an Tiki angelehnten Album „fantasy island“ melden sich die inzwischen auf ein Duo geschrumpften „Clinic“ mit „wild in the streets“ zurück. Hier schließen sie direkt an den Vorgänger an. Einmal haben einige Stücke einen 60s Tiki Vibe, aber noch viel mehr scheren sich „Clinic“ kein Stück um Hits oder Eingängigkeit. Die 12 Stücke sind alle spröde bis sperrig. Gleichzeitig strotzen sie vor liebevoller Ideen. „wild in the streets“ ist eine Album-Album. Das heißt, dass man es am besten am Stück durchhören sollte. Dann nehmen uns die beiden Protagonisten auf einen seltsam-spleenigen Tripp mit. Tolles Album, das mit jedem Hören besser wird.

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Various – Bedazzled! Barbara Moore TV, Film And Studio Work 1965-81

Mit dem Namen dieser Zusammenstellung ist eigentlich schon alles gesagt. Die Musikerin, Songschreiberin und Sängerin produzierte Musik im Stile von Library Musik und Easy Listening. Die Titelmelodie von der Serie „The Saint“ machte sie berühmt. Dass sie noch einiges mehr zu bieten hat und eine Händchen für Sunshine Pop Melodien hat, belegt diese Ende des Monats erscheinende Werkschau. Highlight dürfte das aus dem legendären Film „Bedazzled“ stammende Stück „bedazzled“ von Peter Cook & Dudley Moore sein.

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In Slaughter Natives – Enter Now The World

„In Slaughter Natives“ ist Jouni Havukainen. 1992 veröffentlichte er sein zweites Album „enter now the world“ und war damit Wegbereiter von etwas, was man vielleicht Symphonic Industrial nennen kann. Die instrumentalen Tracks vermischen End-80er EBM Sounds mit symphonischen Sample im Stile von „Daed Can Dance“. Man darf sich das aber nicht als tumbes Gestampfe vorstellen. Vielmehr löst sich die Musik in Soundscapes auf. Alles sehr kalt und düster und in einer Art und Weise, wie es das 1992 so noch nicht gab. Damals nur als CD erschienen, kommt das Album nun erstmals auf Vinyl heraus.

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Siouxsie And The Banshees – Downside Up

Die britische Postpunk/New Wave Legende „Siouxsie And The Banshees“ um die charismatische Sängerin Siouxsie Soux bedarf längst keiner Vorstellung mehr. Aus dem britischen Punk geboren, entwickelte die Band spätestens beim Wechsel von den 70ern in die 80er einen eigenen Sound, den es sonst anderswo nicht gab und bis heute nicht gibt. Neben neun wegweisenden Alben in den genannten Jahrzehnten veröffentlichten die „Banshees“ unzählige Singles und Eps. Die zugehörigen B-Seiten sind teilweise überragend gut. Grund genug, die B Seiten auf der 3 CDs umfassenden Compilation „downside up“ zusammenzufassen. Das war 2004. Dieses Jahr aber weihnachtet es schon im November und so erscheint „downside up“ erstmals auf Vinyl. Und zwar als 5 LP Box mit Heft. Die ist zwar nicht ganz günstig, aber sicherlich preiswerter als der Erwerb der einzelnen Singles und Eps… Ich freu mich jedenfalls drauf!

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