Peppy Pep Pepper – Granny Chic

„Peppy Pep Pepper“ ist das Pseudonym von Violet Candide – ihres zeichen die Hälfte der Wiener Minimal-Synth-Pop-Band „Mitra Mitra„. Nun ist mit „granny chic“ das erste komplette Album des Projektes erschienen. Bislang als Tape und Download. Candides eigentliche Band hört man unschwer heraus – allein schond er Stimme wegen. Aber insgesamt kommt „granny chic“ deutlich poppgier daher. Man fühlt sich gar an „Ladytron“ erinnert.
Das Album gehört zu jenen, die „erarbeitet“ werden wollen. Beim Durchzappen wird man es vermutlich schnell als zu profan abtun. Also durchhören!

(vk)

Remember…Gothic Pogo Party

Dieses Jahr fällt die legendäre Gothic Pogo Party aus. Sie hätte wie immer zu Pfingsten stattfinden sollen – diese Jahr zum 15. Male. Nun wird die komlette Party mit demselben Line Up auf 2021 verschoben. Schade, aber derzeit freilich eine verständliche Entscheidung. Daher hier zum Träumen einer der Party Evergreens…

(vk)

Twisted Nerve – Séance (Archive Vol.1) / Never Say Goodbye (Archive Vol 2)

Die schottische Punk/PostPunk Legende „Twisted Nerve“ haben sich schon einige geneigte Hörerinnen und Hörer auf dem Dancefloor ordentlich durchgerüttelt. Ihr hoch energetischer schrammeliger Sound kann einen einfach nicht ruhig sitzen lassen.
2018 erschien die CD Zusammenstellung „archive“, die beinahe den kompletten Backkatalog der Band aus Edinburgh umfasste. Nun sind zwei LPs erschienen, die diese CD aufteilt: Einmal auf die Tracks der ursprünglichen Debüt Ep „séance“ und auf die anderen Single Tracks der 80er. Volume 1 ist wie das Original blau und Volume 2 rot.
Schöne Sache, das Ganze nun auf Vinyl kaufen zu können.

(vk)

Sonic Boom – All Things Being Equal

Eine kleine Sensation: Pete Kember aka Sonic Boom aka Spectrum und vormalig einer der beiden Köpfe der legendären „Spacemen 3“ veröffentlicht Anfang Juni sein erstes reguläres Solo Album seit beinahe 30 Jahren. Klar war er in der Zwischenzeit nicht untätig und hat mit unzähligen Projekten Alben aufgenommen, bei Bands wie „Stereolab“ live ausgeholfen oder Alben von „MGMT“ und anderen produziert.
Aber das hier ist nun erstmalig Sonic Boom pur. Und das kann wirklich gut werden – zumindest, wenn man als Bewertungsgrundlage Konzerte der letzten Jahre heranzieht, die – egal, ob in Zweierbesetzung oder als vollständige Band – immer überzeugend waren.
Bisher gibt es einen Song zu hören, der typisch Sonic Boom ist, aber mit neuen Sounds spielt. In jedem Fall geht es gewohnt spacig zu. Mal sehen, wie der Rest wird.

(vk)

The Actor

Letztens postete der sicher vielen bekannte DJ Frank Linearnetrik bei Facebook das Stück „deutsches mädchen“ von dem niederländischen Projekt „The Actor“. Zurecht fügte er hinzu, dass es sich hier wohl um eines der schönsten Minimal Stücke überhaupt handelt.
Wie der Großteil der Werks der Band wurde der Track 1982 aufgenommen. Es gab damals nur ein Tape. Später vereinzelte Singles und CDrs. Das mag verwundern bei der Qualität der Musik. Gute Melodien treffen hier auf sehr reduzierte, einfache und wohl gerade deshalb gut tanzbare Musik.
2014 gab es eine Zusammenstellung auf Mannequin, die alles Wesentliche der Band zusammenfasste. Leider ist die – obwohl noch recht neu – inzwischen nur noch in Ausnahmefällen unter 70 Euro zu haben. Schade! Aber in jedem Fall eine absolut lohnenswerte Investition!

(vk)

Convex Model – Quantity Of Motion

Ende 2018 erschien das Debüt Album „life in a glass cube“ der griechischen Band „Convex Model“, hinter der sich niemand geringeres als Nick Kapantzakis – Hälfte der legendären „Human Puppets“ verbirgt. Damals noch komplett in Eigenregie herausgebracht, erscheint „quantity of motion“ nun auf dem Kernkrach Label.
Interessant ist bei „Convex Model“, dass alles von Sound und Atmosphäre nach Minimal Synth klingt, es aber nicht ist; denn es handelt sich hier um eine Band mit Bass und Schlagzeug. Wieder einmal beweist Kapantzakis sein Gefühl für gute Songs und Melodien. „quantity of motion“ macht dabei – deutlich mehr noch als das Debüt – einen runden Eindruck. Alles scheint seinen richtigen Platz zu haben. Manchmal fühlt man sich gar an das Frühwerk von „OMD“ erinnert. Dabei poltert das Album nicht, sondern kommt quasi auf sanften Pfoten, um einen mitzureißen. Das hier dürfte jetzt schon eine der Platten des Jahres sein!
Kauft sie euch gerne bei Kernkrach. Wegen Corona musste auch der Kernkrach Laden schließen, so dass man hier wunderbar über den Mailorder wertvollen Support leisten kann!

(vk)

Various – Generation Young And Cold Vol​.​3

Das Ausgburger Label Young and Cold, mit dem wir (Damaged Goods) zusammen das wunderbare „Ton8“ Album herausbringen konnten, bringt in erfreulicher Regelmäßigkeit digitale Sampler heraus, die neben einem aktuellen Überblick über das Label Programm auch einige interessante Bands mit umfasst, die vielleicht noch nicht so bekannt sind. Der gerade erschienene dritte Teil der Reihe kostet wieder bescheidene 7,77 EUR bei ganzen 35(!) Tracks. Musikalisch gibt es da Einiges von Cold Wave über Post Punk bis hin zu Wave und Minimalem zu hören.

https://youngandcoldrecords.bandcamp.com/album/generation-young-and-cold-vol-3

(vk)

Magic De Spell – Cpt Blind

Die griechische Band „Magic De Spell“ wurde hier zu Lande erst dadurch etwas bekannter, dass das feine Label Geheimnis Records ihre ersten beiden Alben von 1983 und 1984 wiederveröffentlichte. 1979 gegründet machten sie eine poppige Postpunk Variante und sind nach einigen Umbesetzungen noch immer aktiv.
Interessant ist das dritte Album „cpt blind“, das leider (noch?) nicht wiederveröffentlicht wurde und deswegen inzwischen recht hochpreisig geworden ist. „Magic De Spell“ lassen hier noch mehr Synths und irre Ideen einfließen als noch auf den ersten beiden Alben. Man fühlt sich bisweilen an „Vicious Pink (Phenonema)“ oder Martin Dupont erinnert. „cpt blind“ ist durchweg überzeugend und sollte nun wirklich mal wiederveröffentlicht werden.

(vk)

Police De Moeurs – Alice

Gerade ist das neue Album des kanadischen Duos „Police De Moeurs“ erschienen. Ich habe keine Ahnung, was mit der Band passiert ist; denn ihre bisherigen Alben waren zwischen dunklem Minimal und druckvollem Electro eigentlich immer überzeugend. Auf „péril“ – so der Titel der Neulings – haben sie hingegen offenbar den Faden verloren. Gute Songs und Ideen sind teilweise arg zerfaserten Songfragmenten gewichen. Nur noch hier und da blitzen die Stärken der beiden auf.
Allerdings haben sie Ende des letzten Jahres eine Cover Version des „Sisters Of Mercy“ Klassikers „alice“ herausgebracht, die wirklich überzeugend ist. Man kann sie kostenfrei auf ihrer Bandcamp Seite herunterladen.

(vk)

Lisfrank – Man Mask

1982 brachte Lisfrank aka Fulvio Guidarelli eine 12″ heraus (die erneuten musikalischen Gehversuche 2014 lasse ich einmal außer Acht). Die vier Stücke sind poppiger, minimaler Synth Pop. Die Stücke – vor allem „it’s life“ – sind mitreißend und tanzbar. Leider macht das die Ep inzwischen ziemlich teuer. 2009 erschien auf Anna Logue Records eine Zusammenstellung mit 7″, die auch 2 Stücke der Ep beinhaltet. Allerdings sind brauchbare Exemplare davon ebenfalls recht hochpreisig. Da sei hiermit zu einer Neuauflage aufgerufen! Gerne auch der originalen Ep.

(vk)