King Gizzard & The Lizard Wizard – Box Set

Also wenn in den letzten Jahren eine Band wegen ihres Veröffentlichungspolitikwahnsinns aufgefallen ist, dann wohl die Neo Psych Rocker „King Gizzard & The Lizard Wizard“. Mal veröffentlichen sie sechs Alben – in einem Jahr! Dann stellen sie ein Album komplett frei zur Verfügung: Komplett gemstasterte Dateien inklusive Artwork. Jeder durfte das Album frei pressen. Der Effekt: Allein bei Discogs gibt es 290(!) Versionen von „Polygondwanaland“! Für Komplettisten dürfte das teuer werden. Zwischendruch haben sie dann ein Metal Album veröffentlicht. Letztes Jahr veröffentlichten sie dann in Eigenregie einige Live Platten und eine Demo Compilation. Um den Wahnsinn komplett zu machen, gaben sie auch die zur Veröffentlichung frei. Einzige Bedingung: Man soll der Band beliebig viele Exemplare zum Verkauf auf ihrer Seite zusenden…
Der Effekt: Es erscheint nun eine 13(!) Lp Box mit besagten Live Alben, Demos und Rarem. Auch Fuzz Club haben bereits eine Version angekündigt. So irrsinnig das Alles sein mag, so sympthisch ist der anarchistische Ansatz einer solchen Release Politik. Diesen Gedanken scheinen einige auch weiterzutragen, wenn ein Label etwa für die 13-Lp Box inklusive Versand 119,- Pfund verlangt. Recht presigünstig, wenn man an die unverschämten Preise vor allem von Major Label Boxen denkt, wo neun Lps auch mal gerne 300,- Euro kosten. Also auf an „Bootlegen“!

(vk)

PC World – Order

Wieder ein Tipp von Jeff. Diesmal vom Label She Lost Kontrol, das uns Kris Baha gebracht hat. Das neue Projekt „PC World“ orientiert sich am Spät 80er EBM, hat den Sound aber ordentlich entmufft. Dabei sind die Tracks erfreulich eingängig geraten. Leider ist die EP mit Versand dann doch recht hochpreisig, was bei vier Tracks plus zwei Remixen dann doch etwas schade ist.

(vk)

Sylph

Kennt noch jemand die britische Band „S.C.U.M.„, denen vor zehn Jahren im Schatten der „Horrors“ der große Durchbruch verwehrt blieb? Es gab entsprechend 2011 auch nur ein Album. Ihr Sänger Thomas Cohen versuchte sich zwischenzeitlich an einer Solo Karriere und ist nun mit dem neuen Projekt „Sylph“ und einer völlig neuen Soundausrichtung hin zum Club zurück. Mute hat ihn gesingt und bringt im Mai die Debüt-EP heraus. Der erste Song hört sich wie eine Clubvariante von „S.C.U.M.“ an. Könnte also was werden:

(vk)

Pauline Anna Strom

Pauline Anna Strom aka „Trans-Millenia Consort“ – Jahrgang 1946 – war seit Jahrzehnten aktive Synthesizer-Musikerin und produzierte teils wegweisende Werke. Dennoch blieb sie lange unbekannt. Ihre Alben veröffentlichte die von Geburt an blinde Künstlerin in den 80er Jahren im Eigenvertrieb, musste aber wegen Erfolglosigkeit ihre Instrumente irgendwann verkaufen. Erst 2017 wurde ein Label auf Strom aufmerksam und veröffentlichte eine Werkschau. Schnell wird klar, dass Strom Chillout und New Age vorweggenommen hat. Und das auf eine interessant aufregende Art.
Schließlich begann sie wieder an Musik zu arbeiten und stellte ein neues Album fertig. Leider kann sie die Veröffentlichung von „angel tears in sunlight“ nächste Woche nicht mehr miterleben: Im Dezember ist Pauline Anna Strom im Alter von 74 Jahren gestorben.

(vk)

Schluss Licht

„Schluss Licht“ ist Gregor Heisterkamp aus Leipzig. Offenbar seit 2020 aktiv, hat er bisher einen digitalen Track und ein Tape herausgebracht. Schwierig wird es, die Musik einzuordnen. Viel Pop, viel 80er. Aber auch viel Synthies, Post Punk Elemente, aber auch Indie Pop finden sich hier. Alles ist dabei sehr auch Hochglanz getrimmt. Eines lässt sich auch jeden Fall sagen: Die Tracks gewinnen mit jeden Hören.

(vk)

Night Beats – Outlaw R&B

Als die US-amerikanischen „Night Beats“ 2011 und 2013 ihre ersten beiden Alben veröffentlichten, waren sie sicher eine der besten Neo-Garagen Bands weit und breit. Ihr Konzerte waren wild und ungestüm. Ab Album Nummer drei wurden sie etwas gewöhnlicher und leider auch uninteressanter. Album Nummer vier vor zwei Jahren war dann so glatt gespült, dass ich das Interesse an der Band verlor. Nun erscheint mit „outlaw r&b“ ein neues Album. Hier scheint sich die Band von den langweiligen Bluesrock Klischees zu entfernen und gleichzeitig 60s Psychedelic für sich entdeckt zu haben. Das tut ihrem Sound erfrischend gut. Zwar gibt es bislang nur einen Song zu hören, aber der ist richtig gelungen:

(vk)

Reymour – Leviosa

Das Schweizer Duo „Reymour“ hat nach einem Tape-Mini-Album und einer 12″ gerade sein Debüt Album „leviosa“ veröffentlicht. Mit ihrer Musik kreieren die beiden einen schwer zu fassenden Sound-Kosmos. Zwar bewegen sich Songs und Songwriting sowie Songstrukturen in den 60ern. Die Sounds sind aber in weiten Teilen 80er Jahre geprägt. Vielleicht kann man sich „Reymour“ als „Broadcast“ auf 80er vorstellen. Ein solches Highlight so früh im Musikjahr 2021… Was soll da noch kommen?

(vk)

Der Analoge Mann – Auf Dem Rummelplatz

Seit einem Jahr scheint „Der Analoge Mann“ aka DJ und Veranstalter ET aus Hannover unter seinem Pseudonym aktiv zu sein. Gestern ist das neue Album „auf dem rummelplatz“ digital erschienen. Musikalisch geht hier Einiges zwischen Früh-80er Minimal-DIY-Tapes, Drone, Musique Concrete und Experiment. Das alles hat „Der Analoge Mann“ überzeugend in die Jetztzeit mitgenommen. Bei aller Sperrigkeit entfalten die Tracks dabei eine überraschend angenehme Eingängigkeit. Und das alles zum name your price. Ein Tipp für alle Freundinnen und Freund etwas abseitigerer Musik – in positivstem Sinne.

https://deranalogemann.bandcamp.com/album/auf-dem-rummelplatz

(vk)

Equinoxious – Unidad

Im letzten Jahr besprochen und ein physisches Release beschworen und zack: Young and Cold Records erfüllt mir den Wunsch und veröffentlicht im Juni „unidad“ auf Vinyl! Zwar weichen die Songs ein wenig vom digitalen Release ab. Allerdings scheint die Auswahl noch besser zu sein als die bisherige Ep. Da kann man sich drauf freuen! Danke Young and Cold!

(vk)