Karl Kave & Blanche Biau – Best Of Tornero

Neues von Karl Kave aka Carlo Onda ist ja nun nicht ausgewöhnlich bei seinem immensen Output. Dieses Mal aber hat er sich mit der wunderbaren Blanche Biau zusammengetan und das alte Italo Stück „tornero“ gecovert. Das Ergebnis ist ein wunderschöner Minimaltrack, wie man ihn vielleicht seit „Silicon Teens“ „sunflight“ nicht mehr gehört hat. Erhältlich als Download zum name your price.

(vk)

Thomas Leer & Robert Rental ‎– The Bridge

Die beiden Schotten Thomas Leer & Robert Rental konnten sich über Jahrzehnte einen legendären Ruf im bereich etwas abseitiger, elektronischer Musik erarbeiten. Grundstein dafür legte 1979 ihr gemeinsames Album „the bridge“, das Mute nun das erste Mal seit 40 Jahren wiederveröffentlicht. Besonders daran ist, dass die Platte auf charmant unaugeregte Weise den Minimal, der erste ein paar Jahre später bekannt wurde, vorwegnahm. Einige an Industrial erinnernde, dann aber doch irgendwie poppige Tracks sind auch dabei. Wirklich spannende Platte, über deren Wiederveröffentlichung wir uns wirklich freuen können.

(vk)

Primal Scream – Live At Levitation

Inzwischen hat sich ja schon eine ganze Reihe „live at levitation“-Alben aus dem Archiv von Levitation in Austin, Texas angesammelt. Die vorliegende Aufnahme stammt aus dem Jahr 2015, hat also schon einige Jahre auf dem Buckel. Und was bietet die Band um Bobby Gillespie, die Rave, Rock und deren Verbindung mit Techno vor über 20 Jahren mit- bzw. neu definiert hat, heute so? Rock! Beinahe klischeehaften Rock. Auch wenn legendäre Rave Hymnen wie „loaded„, „movin on up“ und „higher than the sun“ mit dabei sind, ist „live at levitation“ ein mit 60er Sprenkeln gewürztes, aber leider eher gewöhnliches Rock Album. Schade! Mit den Titeln im Gepäck, hätte man schon was mehr erwatet.

(vk)

Damon Albarn – The Nearer The Fountain, More Pure The Stream Flows

Bekannt wurde Damon Albarn ja durch die Brit Pop Band „Blur“, hat über die Jahre so viele Projekte gestartet, dass es schwierig wird, da den Überblick zu behalten. Die bekanntesten sind sicher „Blur“, die „Gorillaz“ und “ The Good, The Bad And The Queen“. Das letzte „Blur“-Album liegt sechs Jahre zurück, das letzte „The Good, The Bad And The Queen“ drei Jahre und das letzte „Gorillaz“ Album erschien im letzten Jahr. Zwischendurch veröffentlichte der Musiker ein Musical und nun wieder ein reguläres Solo Album.

Als symphonisches Album wurde es anegkündigt. Auch wenn ein Orchester mitgearbeitet hat, hört sich „the nearer the fountain, more pure thet stream flows“ mehr nach Band an und gibt sich nach der Ankündigung erstaunlich reduziert. Und melancholisch geht es hier zu. Mal hört man ein jazziges Saxophon. Alles in allem kein spektakuläres Werk, aber eines, das auf leisen Pfoten daher kommt und Hörer*innen sanft für sich gewinnt. Obendrein wohnt ihm eine Besinnlichkeit inne, die perfekt zu dunklen Herbstabenden passt.

(vk)

King Gizzard & The Lizard Wizard ‎– Bootleg Box Set

Dass die australischen Psych Rocker „King Gizzard & The Lizard Wizard“ einen Hang zum Irrsinn haben, dürfte spätestens bekannt sein, seit sie in einem Jahr 5 Alben veröffentlichten. Oder als sie ein Album komplett gemastert inklusive Artwork zur freien Verfügung zwecks Vervielfältigung ins Internet stellen. Ihre Musik varriert dabei zwischen Psych, Stoner und bisweilen gar Metal. Dazu gibts auch gerne mal Worldmusic Sprenkler. Hauptsache irre. Letztes Jahr folgte dann die so genannte Bootleg Serie mit Live Konzerten (allerdings anders als der Name vermuten lässt in hervorragender Soundqualität) sowie Zusammenstellungen mit frühen Aufnahmen und Demos. Alles frei verfügbar. Einiges Labels haben sich daran gemacht, das zu veröffentlichen. Fuzz Club beispielsweise. Allerdings sehr hochpreisig. Dem Wahnsinn der Band gerechet wurden wohl am ehesten Stolen Body Records, die alles zusammen als extrem schicke LP Box veröffentlichte, die ganze 15(!) Lps umfasst und mit einiger Verspätung gerade ausgeliefert wurde. Das Artwok, die feste Box und die schicken schwarz-gelb gesprenkelten Vinyle machen schon was her. Siehe hier ein unboxing Video. Und das Ganze für inklusive Zoll (grrrrrrrrh) faire 160 Euro.

(vk)

Grundeis – Amygdala

Mit mehreren Singles kündigte das Hamburger Quartett um Sängerin Laura Müller ihr Album „amygdala“ ja bereits an. Am Freitag erscheint es nun. Tatsächlich halten „Grundeis“, was die Singles und die Live Auftritte versprochen haben. Soundverliebt spielen sie mit allerlei bekannten Vorbildern, die man nicht so recht zu benennen vermag. Deutliche Eckpunkte bilden Postpunk, Wave und Shoegaze. Der düstere Gesang, die flächigen Sounds und die noisigen Ausbrüche verleihen den Stücken dabei eine besondere Intensität. Tolle Platte!

(vk)

Beach House – Once Twice Melody

Neues von dem Duo „Beach House“ mit seiner schön verträumten Musik. Gute drei Jahre nach ihrem letzten Album liefern sie ihr erstes selbst produziertes Album ab. Es umfasst in Gänze 18 Tracks und erscheint ab heute 4 bzw. 5 Song-weise monatlich digital. Im Februar erscheint es dann komplett. Zugegeben sind „Beach House“ eine der Bands, von denen ich nicht mehr viel erwartet habe. Es schien alles erzählt. Nun überraschen sie aber mit dem ersten Chapter des neuen Albums – den ersten vier Songs – und leifern charmanten, unaufgeregten Pop mit Twin Peaks Vibe ab. Damit erinnern sie an die von mir so geliebten „Cold Beat„. Wow!

(vk)

Minuit Machine – Sainte Rave

Sieben Jahre nach ihrem Debüt und zwei Jahre nach dem letzten Album veröffentlichte das französische Duo „Minuit Machine“ gestern sein erstes Live Album. Was sich auf der letzten EP bereits abzeichnete, setzen die beiden nun auch live um: Ihre Musik ist clubiger geworden. Dabei tut der live Sound der Musik gut. Alles klingt direkter und scheint nicht – wir im Studio gerne mal – im Hall zu ertrinken. Das Konzert auf „sainte rave“ ist übrigens ein virtuelles vom Ende letzten Jahres. Kein zwingendes Release, aber eine angenehme Alternative zu den bekannten Veröffentlichungen.

(vk)

The Sound – Will And Testament

„Neues“ von „The Sound“,  jener Postpunk/Wave Band, die völlig ungerechtfertigt immer im Schatten von „The Chameleons“ und „Echo & The Bunnymen“ stand. Zum Ende des Jahres erscheint ein Doppelalbum, das Live Aufnahmen aus dem Amsterdamer Paradiso aus dem Jahr 1987 enthält und eines der intensivsten Konzerte der Band überhaupt gewesen sein sollen. Dazu kommen noch einige Demos und vier unveröffentlichte Stücke aus der Spätphase der Band. Zusammengestellt wurde das Album von „The Sound“-Drummer Mike Dudley. Auf dem Cover prangt wieder ein Bild von Briton Rivière – wie auch schon auf dem legendären zweiten Album der Band „from the lions mouth„. Zu hören gibt es noch nichts, aber das sollte man wohl dringend im Blick behalten.

(vk)

Jónsi – Obsidian

Jónsi ist ja bekannt als Sänger der sphärischen, isländischen „Sigur Rós“. Anfang der 2000er schaffte die Band wunderschöne Meisterwerke zerbrechlich-schöner Musik. Es folgten bandinterne Querelen und Alben, die sich in eher gewöhnlichen Soundscapes verloren. Seit 2010 nimmt Jónsi wohl auch deshalb Solo-Alben auf. Im letzten Jahr erschien „shiver„, auf dem er versuchte, den Bandsound mit modernen Musikideen zu verbinden. Mit dem überraschend veröffentlichten „obsidian“ liefert Jónsi den Soundtrack zu einer ebenso betitelten Ausstellung in New York. Klar gestaltet sich die Musik dabei sphärisch. Aber dieses Mal finden seine so prägnanten Gesangsmelodien  wieder Einzug in die Soundscapes. Dadurch schließt „obsidian“ mehr als alle anderen Releases der letzten zehn Jahre an das Frühwerk „Sigur Rós“‚ an. Das Ergebnis ist ein schön-trauriger Soundtrack für den Herbst. Bisher ist „obsidian“ nur digital erschienen.

(vk)