The Sensible Gray Cells – Get Back Into The World

Was kommt heraus, wenn sich Captain Sensible und Paul Gray von „The Damned“ mit Marty Love von „Johnny Moped“ zusammentun? „The Sensible Gray Cells“! Entgegen meiner Erwartung hört sich das eher wenig nach Punk als vielmehr nach Psych Rock an. Alles dabei: Schellenkranz, Hammond Orgel und Spinett. Mal „Kinks“, mal „Small Faces“ und sogar „Madness“ klingen an. Das versprüht insgesamt den Charme der „Television Personalities“. Klar hört man, dass „get back to the world“ keine Jungspunde aufgenommen haben. Aber bei der Vorbildauswahl geht das so vollkommen in Ordnung.

(vk)

Hen Ogledd – Free Humans

Gei-el! Diese Platte von Hen Ogledd macht großen großen Spass, kommt sie doch wie eine entfesselte kleine Musikorgie daher, bei der vieles kann und nichts muss. Das quietschbunte -in naiver Kunst- gehaltene Plattencover dazu greift das konzeptionell bereits sehr schön auf. Wer bei diesen Schlagworten und ersten Gedanken dann sofort an Bands wie „Flaming Lips“, „Of Montreal“ oder die seligen „Super Furry Animals“ denkt, hat damit sicherlich die richtige Fährte aufgenommen.
Tatsächlich ist dieses Album so besonders, da die vier Briten um den -vom Musikfeuilleton bereits hinlänglich gefeierten- Folkmusiker Richard Dawson, bei aller Experimentierfreude und Freigeistigkeit niemals den gemeinen Popsong mit einer hübschen kleinen einprägsamen Melodie vergessen. So erliegen sie nicht der Gefahr, sich im haltlosen avantgardistischen Musiknirwana zu verlieren, sondern präsentieren stattdessen mit „Free Humans“ eine der aufregendsten Scheiben dieser Herbstsaison.

(mf)

Boy Pablo – Wachito Rico

„Boy Pablo“ ist Nicolas Muńoz, kommt aus Norwegen und ist erst 21. Ende des Monats erscheint mit „wachito rico“ sein Debüt. Was als Gag des Multiinstrumentalisten begann, hat sich zu einem schönen 80er Indie-Pop Album gemausert. Teils hymnische Melodien, klebrige Synthie Flächen, cheesy Chorus-Gitarren sind seine Mittel. Dadurch wirkt die Produktion vielleicht etwas arg glatt. Die guten Songs reißen es aber wieder raus.
„wachito rico“ stellt man sich allerdings eher im Sommer vor als im Herbst. Aber so werden schöne Erinnerungen wach. Auch gut.

(vk)

Juanita Stein – Snapshot

Zwei Alben hat Juanita Stein bereits veröffentlicht. Dennoch ist sie erfolgreicher mit ihrer Band „Howling Bells“. Nun erscheint Solo Album Nummer drei. Das hört sich an wie eine wohl ausgewählte Mischung von „Mazzy Star“, Tim Buckley-Atmosphäre und einer Prise Countryfolk. Das ist so nicht neu, beschert uns hier aber großartige, düster-melancholische Stücke wie „from peace“ und „the mavericks“.

(vk)

No More – The End Of The World

Die deutsche Duo „No More“ veröffentlicht Ende des Monats eine neue EP. Eine Cover EP mit teils bereits bekannten Cover Version von bekannten Songs wie „Velvet Undergorund“s „venus in furs“, Lee Hazlewoods „summer wine“, „Joy Division“s „ice age“ und sogar Jacques Brels „my death“. 6 Tracks umfasst die Platte.

(vk)

Sinéad O’Connor

In den letzten Jahren war Sinéad O’Connor vor allem dann in den Medien, wenn es um ihre psychischen Probleme, Suizidgedanken oder das Konvertieren zum Islam ging – nicht wegen ihrer Musik. Unvermittelt hat die Künsterlin nun einen neuen Song veröffentlicht und zugleich ein neues Album angekündigt. „trouble of the world“ ist ein Cover des durch Mahilia Jackson bekannt gewordenen Gospels. Interessant ist, dass sich O’Connors Stimme geändert hat und nun brüchig anhört. Nur noch hier und da dringt der tpyische Klang ihrer Stimme durch, wie man ihn von ihren Hits kennt. Das macht aber insofern nichts, weil diese neue Art von Stimme dem neuen Stück eine berührende Tiefe gibt. Wir dürfen gespannt sein auf ein neues Kapitel im Ouevre der sonderbar-schwierigen Künstlerin Sinéad O’Connor.

(vk)

Future Islands – As Long As You Are

Spätestens seit „tin man“ von ihrem 2010er Album „in evening air“ sind die zwischenzeitlich zu einem Quartett angewachsenen US-Amerikaner gleichermaßen Presse- wie Publikumslieblinge. Das dürfte im Wesentlichen an dem charismatischen Auftritten von Sänger Samuel T. Herring liegen. Ab dem Album „singles“ wurden die „Future Islands“ sehr poppig. Dabei ist es ihnen gelungen, stets eine melancholische Tiefe beizubehalten. Drei Jahre nach „the far field“ erscheint am Freitag das inzwischen sechste Album des Band. Was es da bislang zu hören gibt, verspricht keine großen Neuigkeiten, aber schönen, zur nun anbrechenden Herbstzeit passenden Synthpop. Ich kann mich der Magie der Band jedenfalls nicht entziehen und bin wieder begeistert.

(vk)

Karl Kave – Deine Freiheit

Puh! Der Output von Karl Kave aka Carlo Onda ist langsam schwindelerregend! Im September erschien das letzte Album, da legt er am 12. Oktober mit einem neuen Werk nach. Diesmal mit Bass und Gitarre. Dazu minimaler Charme mit MS20 Sounds. Das hört sich schwer nach frühen 80ern an. Wieder klingt Karl Kave anders. Wie er es schafft, bei den vielen Veröffentlichungen, die Abwechslung nicht aus den Augen zu verlieren, ist wohl sein Geheimnis. Bislang gibt es drei Stücke des neuen Albums zu hören. Der Rest von „deine freiheit“ wird sicher nicht minder gut sein. Da bin ich sicher!

https://karlkave.bandcamp.com/album/deine-freiheit

(vk)

Kühle Matrosen – 1981 km/HH

Seltsame Band: Zu der Band „Kühle Matrosen“ gibt es nicht viel zu finden. Bald erscheint die LP „1981 km/HH“. Angeblich stammen die hier zusammengestellten Aufnahmen von 1981 und 1982. Die Band gibt sich alle Mühe, das auch ästethisch zu vermitteln. Hört man jedoch die Musik, erscheinen die Sounds neu und die Aufnahmen zu gut für Tapes aus den 80er Jahren. Aber das, was die „Kühlen Matrosen“ hier veranstalten ist charmant bekloppt und atmet tatsächlich den Geist alter 80er Tapes. Hier und da muss man allerdings auch an frühe „Deichkind“ denken. Spass ist jedenfalls garantiert.

(vk)

Verschwundene Artikel…

Vielleicht ist es aufmerksamen Leser*innen aufgefallen: In der letzten Wochen war unser kleiner Blog hier zunächst nicht erreichbar. Dann waren alle Artikel nach dem 18. September verschwunden. Wie sich nun herausgestellt hat: Leider unwiederbringlich! Die Datenbank des Blogs hatte einen Schaden, und es musste ein Backup aufgespielt werden. Damit waren die neueren Artikel leider verschwunden.
Wir haben beschlossen, sie nicht erneut zu schreiben. Stattdessen geht es nun weiter, ganz so, als ob es die unfreiwillige Lücke nicht gegeben hätte.
Wir bitten diese kleine Unannehmlichkeit zu entschuldigen!

(vk)