Erasure – The Neon

Zwei Jahre liegt das letzte Album der einst wegweisenden Synth Popper „Erasure“ zurück. Das Duo dürfte in einer breiten Öffentlichkeit nach „Depeche Mode“ sicher der prominenteste Vertreter des britischen Mute Labels sein. In den letzten Jahren habe ich zugegebenermaßen die Band ein wenig aus den Augen verloren. Zu beliebig waren ihre Alben. Solide. Mehr aber auch nicht. Ende August erscheint „Erasure“s neuestes Werk „the neon“.
Hier kombinieren sie die guten Melodien der Frühzeit mit minimalen Synth Wave Elementen. Das Ergebnis ist ein Album, das in weiten Teilen so nah an ihre Glanztage in den späten 80ern anschließt, wie lange nicht. Schönes Popalbum, das Spaß macht zu hören!

(vk)

Mort Garson – Didn’t You Hear? / Black Mass / The Unexplained / Music From Patch Cord Productions

Letztes Jahr erschien Mort Garsons legendäres Album „plantasia“ neu. Der bereits 2008 verstorbene Musiker und Klangkünstler hat es zwar nie zu einem Superstar Status geschafft, sein Einfluss auf die Musik Entwicklung seit den 60er Jahren war aber enorm. Der Erflog des letztjährigen Re-Issues scheint das zu belegen. Jedenfalls legt das Label Sacred Bones im November nach und veröffentlicht drei Alben neu und eine Compilation dazu.
Im einzelnen handelt es sich um „didn’t you hear“ – ein spaciger Soundtrack von 1970 -, „black mass“ – 1971 erschienen unter dem Namen „Lucifer“ – sowie „the unexplained“ von 1975 – erschienen unter dem Pseudonym „Ataraxia“. Alle drei verdeutlichen noch einmal den Status, den Garson sich seit den späten 60ern erarbeitet hat. Allesamt sind inzwischen gesuchte und teure Alben. Schön, dass es sie nun wieder regulär zu geben wird.

(vk)

Premier Mouvement – Elevage De Poussière

Neues von Boris Völt aka Boris Volant aka „Mode In GLiany„: Zusammen mit Jean Marc le Droff von dem bretonischen Projekt „Egoprisme“ bildet er „Premier Mouvement“ und hat Anfang Mai die 4-Track Debüt Ep „elevage de poussière“ veröffentlicht. Die mischt beide Projekte angenehm zu einem Postpunk-Minimal-Synth-Pop-Potpourri. Highlight und echter Hit ist „poussière d’etoiles“. Abwechslung bringt zudem die die (Gast?)Sängerin Irène de Milo.
Schönes Debüt, das es gerne auch physisch geben dürfte!

(vk)

Profit Prison – Dreams of a Dark Building

Parker Lautensleger aka „Profit Prison“ hat 2019 mit „six strange passions“ die beste Ep des Jahres veröffentlicht. Im September erscheint endlich eine neue 12″. Die bekannte sehnsüchtige Atmosphäre wird auf dem ersten zu hörenden Song noch intensiviert und verträumter. Das mag nichts für den Club sein, hört sich aber großartig an!

(vk)

Mojo Beatnik

„Mojo Beatnik“ ist ein japanisches (Ein-Mann?-)Projekt, das neben Kunst auch äußerst feinen 80er Minimal macht. Dabei schafft es „Mojo Beatnik“ eine angenehme Ballance zwischen schönen Melodien und kruden Sounds zu basteln. Bislang scheint es eine CD Ep und ein 7″ zu geben. Beides lohnt eine Anschaffung – sofern das derzeit möglich ist. Unbedingt mal reinhören!
Jedenfalls ist Name Programm: Live überzeugt „Mojo Beatnik“ durch ein ästethisches Konzept, das Beatnik und Tiki Elemente aufgreift.

(vk)

Das Klaus – Das Lp

Das Berliner Gaga-Projekt „Das Klaus“ ist schon seit 2018 aktiv und veröffentlicht regelmäßig seltsam schrille (digitale) Eps. Nun ist mit „das lp“ gerade ihre Debüt Album erschienen. Die Musik lässt sich als tanzbarer, minimaler Elektro mit durchgeknallten Texten beschreiben. Tracks wie „körper“ sind dabei äußerst clublastig. Insgesamt hat „Das Klaus“ bei allen modernen musikalischen Elementen eine Atmosphäre, die der von 80er Jahre DIY Tape Acts oder Underground NDW nahe kommt. Interessante Platte, von der man sich eine physische Variante wünscht.

(vk)

Paralelo – Iberorromance

Drei Jahre hat es gedauert, dass der irre Spanier Raúl Q. De Orte aka „Paralelo“ ein neues Album veröffentlichte. Im Mai erschien „iberorromance“ als Tape und digital. Auf dem Cover präsentiert er immernoch sein Schwert, wie man es bereits vom „Paralelo“ Debüt kennt.
Überraschend ist hier eher, dass die Musik sich hin zu einem recht glatten Cold Wave Entwurf hin entwickelt hat. Die irren Ideen sind weitgehend verschwunden. Das ist sehr schade, machten diese Besonderheiten den Sound des Projektes doch aus.

(vk)

Wiederentdeckt: The Parallax Corporation

„The Parallax Corporation“ war ein Duo aus den Niederlanden, das nur von 1999 bis 2001 Platten auf Viewlexx veröffentlichte. Ihre Musik reicht von krötigem Electro über Minimal bis hin zu Italo und ist damit aktueller denn je. Das scheinen auch andere bereits bemerkt zu haben, da das Album inzwischen auch nicht mehr unter 40 Euro zu haben ist. Die sind aber ganz sicher sinnvoll investiert…

(vk)

TWINS – Great Barrier

Matthew Weiner aka TWINS aka „That Which Is Not Said“ ist nach seinem letztjährigen Album mit neuer 4-Track Ep zurück. Bislang gibt es sie nur digital. Was sich schon auf „new cold dream“ abzeichnete, manifestiert sich auf „great barrier“: TWINS wird deutlich zugänglicher und poppiger. Man fühlt sich hier und da gar an „Depeche Mode“ erinnert. Es bleibt aber genug Eigenständigkeit, um Lust auf mehr zu machen.

(vk)