Pawns ‎– Monuments Of Faith

Zugegeben: Death Rock langweilt mich überwiegend. Zu redundant sind die stets wiederholten Klischees. So ging es mir auch mit den 2014 gegründeten „Pawns“ aus New York. Ihre aktuelle Single hingegen ließ mich aufhorchen. Klar bedienen sie auch hier jedes Klischee von den typischen eierigen Gitarren bis hin zu dem düsteren Gesang. Allerdings gelingt es ihnen, das Ganze mit druckvollem Postpunk zu verbinden, und schwupdiwupp haben sie drei feine neue Songs auf Single gebannt, die obendrein bei bandcamp faire etwa 10 Euro inklusive Versand kosten. Na wenn das nichts ist!

(vk)

Blue Orchids ‎– The Magical Record of Blue Orchids

Die Post-Punk Band „Blue Orchids“ habe ich zugegebenermaßen seit einiger Zeit aus den Augen verloren, auch wenn sie eigentlich nie wirklich schlechte Musik gemacht haben. Der „The Fall“-Ableger brachte 1982 ein Album heraus. Es folgte der Split und erst im Janhr 2002 folgte Album Nummer zwei. Seither folgten regelmäßig mehr oder weniger feine Alben. Letzte Woche erschien „the magical record of blue orchids„. Hier vermischen sie gekonnt Post Punk, Jangle Pop, DIY Gerumpel mit einem angenehmen 60er Flair. Hier und da fühlt man sich an die „Television Personalities“ erinnert. Am Ende gibt es ein überaus gelungenes Cover der Neopsych Hymne „love is a wave“ der „Crystal Stilts“. Schöne Überraschung!

(vk)

Pink Turns Blue – If Two Worlds Kiss + Meta

„Pink Turns Blue“ kann man sicher als die deutsche Wave/Postpunk Band der 80er schlechthin bezeichnen. Die Kölner haben sich vor einigen Jahren nach diversen Wirrungen und Irrungen wieder zusammen gefunden und spielen seither Konzerte mit neuen Songs im alten Stil und alten Stücken, von denen nicht wenige inzwischen zu Klassikern geworden sind.
Das machte die Vinyle – vor allem des Frühwerks – auf einmal unverschämt teuer. Das gilt besonders für die ersten beiden Alben „if two world kiss“ mit „i coldly stare out„, „missing you„, „walking on both sides“ und dem berührenden Titelstück und „meta“ mit „your master is calling„, dem morbiden „the first“ sowie dem melodramatischen „faces of the gone„.
Umso erfreulicher, dass Dais Records beide im September als Vinyl in verschiedenen limitierten Versionen wiederveröffentlichen wird. Da sollte man sicher schnell zuschlagen!

(vk)

Stereo Total – Ah! Quel Cinéma!

Es sind noch gut zwei Wochen, bis das neue „Stereo Total“ Album „ah! quel cinéma!“ erscheint. Das frankophone Duo aus Berlin, vor dem beinahe keine Musikrichtung sicher ist, hat zuvor noch die wirklich überzeugende Spacehymne „hass-satellit“ veröffentlicht. Hier würfeln sie die Sounds einer 80er Minimal-Drummachine mit einer Slide Gitarre und Terrororgel durcheinander. Man möchte sagen, der Song ist ein typisches „Stereo Total“-Stück – sofern es das denn überhaupt gibt.

(vk)

Abwärts – Computerstaat / Amok Koma

Letztes Jahr gabs zum Record Store Day ein Reissue der legendären „computerstaat“-7″ der Hamburger Punk-Urgesteine „Abwärts“. Die war allerdings mit meist etwa 14 EUR oder mehr ziemlich teuer für eine neue 7″. Wenn einem nun das „Abwärts“-Debüt „amok koma“ und auch die „computerstaat“ Single fehlen, gibt es nun beide zusammen als Vinyl Package zum fairen Preis. Na denn…

(vk)

Singarpore Sling – Killer Classics

Die isländische Band „Singapore Sling“ gibt es schon seit beinahe 20 Jahren. Obwohl sie in der Neo Psych Szene eine gewisse Anerkennung erfuhren, blieben sie auch mit dem Wechsel zu Fuzz Club Records stets eher ein Geheimtipp. Zu speziell ist wohl ihre Mischung aus 60s Garage und Noise Einlagen à la „Jesus And Mary Chain“. Bald erscheint ihr neues Album „killer classics“. Der erste Song davon „suicide twist“ ist so gewaltig lärmig geraten, dass es eine wahre Freude ist. Wo andere Bands mit der Zeit ruhiger und/oder glatter werden, lassen sich „Singapore Sling“ nicht beirren und werden eher noch sperriger. Damit wird ihnen sicher kein großer Erfolg beschieden werden, dafür aber können sie sich auf die Schulter klopfen, weil sie einen kompromisslos guten Song veröffentlicht haben.

(vk)

New Order – ∑(No,12k,Lg,17Mif)

Schon wieder ein Live Album? Das letzte von New Order ist gerade zwei Jahre alt, da legen die Briten mit einem weiteren nach. Das neue Album ist aber in sofern etwas Besonderes, da es 2017 auf der Bühne aufgenommen wurde, wo „Joy Division“ einst ihre erste Show im Fernsehen in den legendären Granada Studios gaben. Das nahmen „New Order“ zum Anlass, ungewöhnliche Stücke aus allen Phasen ihrer musikalischen Karriere aufzuführen. So etwa „Joy Division“-Songs wie „disorder“, „heart and soul“ und „decades“(!) sowie lange nicht gehörte „New Order“-Stücke wie „in a lonely place“ oder „vanishing point“. Und alle schaffen sie auch Anno 2019 mit solch überzeugender Frische rüberzubringen, dass viele Altersgenossinnen und Genossen blass vor Neid werden sollten. Es bleibt die Frage, wieso schon wieder ein Live Album veröffentlicht werden muss, ja, aber der Spass bei diesem Album dürfte Kritiker schnell verstummen lassen.
https://youtu.be/oe3QLjWoAWs

(vk)

Vanishing Twin

Was für eine Entdeckung! Die 2015 in London gegründete Band „Vanishing Twin“ um Sängerin, Songschreiberin und Multi-Instrumentalistin Cathy Lucas dürfte wohl die erste sein, die mit Fug und Recht von sich behaupten kann, ein würdiger Nachfolger der genialen „Broadcast“ zu sein, die sich ja leider viel zu früh nach dem tragischen Tod von Kopf und Sängerin Trish Keenan auflösten. „Vanishing Twin“ veröffentlichen ähnlich spannend und abwechslungsreich. So erschien gerade das neue Album „the age of immunology„, das sicher in bester Tradition von Psychdelic, Pop, Kraut und einem Schuß Experiment verstanden werden kann. Ähnlich das Debüt „choose your own adventure„. Gleichzeitig veröffentlichten die Briten zwei Mini-Alben, die sich eher experimentell geben. Das weckt Erinnerungen an das Spätwerk von „Broadcast“. Die im letzten Jahr erschienene zweite EP „magic & machines“ ist ein durchaus sperriger Brocken, der aus nur zwei 15 bzw. 18 Minuten langen Tracks besteht.
Derzeit plant die Band eine Europe Tour. Es bleibt zu hoffen, dass sie uns auch in Deutschland beehren. In jedem seien „Vanshing Twin“ hiermit wärmstens empfohlen!

(vk)

SYNTHICIDE Compilation V2.0

Bereits am kommenden Montag präsentiert das New Yorker Label Synthicide seine zweite Zusammenstellung. Bisherige Releases waren sehr dancefloor orientiert, durchaus aggressiv und erinnerten an den Back Katalog von Aufnahme und Wiedergabe. Das passt es, dass etwa „Sarin“ auf dem ersten Teil der Synthicide Compilation vertreten ist.
Auf V2.0 wird „Otrotasce“ dabei sein. Verwunderlich, weil sein musikalischer Ansatz eher am 80er Minimal orientiert war. Der nun präsentierte Track zeigt das Ein-Mann-Projekt aber deutlich am EBM bzw. ebenfalls am Aufnahme und Wiedergabe Sound orientiert. Könnte spannend werden am Montag!

(vk)