Wanderlust – Wir Zieh’n Hinaus

Seltsame Band diese „Wanderlust“: 1983 veröffentlichte sie auf dem Majorlabel Teldec eine 7″,  die gleichzeitig Musik zu dem Film „Der Fan II“ war. Sonst gibt es keine einzige Veröffentlichung. Dabei sind beide Stücke der Single großartige minimale Synthpop Tracks im Geiste der DIY Tape Szene der frühen 80er. Tipp!

(vk)

 

Wang Wen – 100,000 Whys

Chinesische Bands kenne ich zugegeben wenige. Und dann sind „Wang Wen“ auch noch völlig an mir vorbeigegangen, obwohl sie seit über 20 Jahren regelmäßig Platten veröffentlicht. Am 24. September erscheint ihr neues Album „100.000 whys„.

Die Musik kann man auf Postrock runterbrechen – wenn man denn will – würde damit aber der Band bei weitem nicht gerecht. Ja, ihre Stücke sind instrumental. Aber sie betrieben nicht das klischeehafte „Laut-Leise-Spiel“, sondern bewegen sich nahe an Goblin Soundtracks, John Capenter 80er Jahre Filmmusik und garnieren das Ganze mit Prog Elementen und Jazztupfern. Spannende Platte, die Lust darauf macht, sich mit dem restlichen Werk der Band auseinanderzusetzen.

(vk)

Rufus Wainwright – Unfollow The Rules – The Paramour Session

Letztes Jahr erschien das letzte Album „unfollow the rules“ des Sängers Rufus Wainwright, der mit seiner theatralischen Art einzigartig sein dürfte. Und das ist in absolut positiven Sinne gemeint. Jedenfalls hat er letztes Jahr mitten in der Pandemie mit einem Streichquartett, einem Gitarristen und einem Keyboarder ein Studiosession aufgenommen. Die veröffentlicht er als „unfollow the rules – the paramour session“ am 10. September. Gerade die reduzierten Arrangements verleihen den Songs eine zusätzliche Intensität. Das wird gut!

(vk)

Caleb Landry Jones – Gadzooks Vol 1.

Etwa ein Jahr nach seinem Debüt Album veröffentlicht Caleb Landry Jones den Nachfolger „gadzooks vol 1“ am 24. September. Die gerade erschienene Single „bogie“ verspricht Einiges: Wirre Psychedelic, seltsame Strukturen und Sounds, poppigen Gesang, „White Stripes“ Passagen, die aber gleich wieder gebrochen werden. Puh! Das kammt was Spannendes auf uns zu! „bogie“ ist jedenfalls großartig:

(vk)

Fraktion Schwarz-Weiss – Einfach Nichts

„Fraktion Schwarz-Weiss“ hatte ich zwar schon vorgestellt. Aber zum Album nun noch einmal: Sie kommen aus Berlin und machen richtig schönen, rumpeligen 80er Minimal – nur mit neuen Mitteln. Der Gesang hört sich nach versoffener Punkband an. Da passt auch mal der ein oder andere Ton nicht ganz. Die Texte sind nicht unbedingt die anspruchvollsten, aber he: Man kann mitgröhlen! Digital gibt es das Debüt „einfach nichts“ für lau. Die LP ist ganz frisch auf Kernkrach erschienen und entsprechend hier erhältlich. Pflichtkauf!

(vk)

Wild Billy Childish & CTMF – Where The Wild Purple Iris Grows

Was für’n Typ dieser Billy Childish! Allein unter seinem Namen hat er seit 1987 gut 30 Platten veröffentlicht. Von seinen etlichen Bands wie „Thee Headcoats“ und „Thee Milkshakes“ fang ich gar nicht erst an. Zudem ist er seit einigen Jahren lieber als Künstler aktiv und spielt nur noch selten Konzerte. Im August erscheint das neue Album – auch wenn gefühlt gerade erst fünf Alben erschienen sind…

Sicher kann man Childish bei dem Output eine gewisse Redundanz vorwerfen. Aber er blieb sich stets treu und macht bis heute 60s Garagenpunkrock. Alles schön schmuddelig und authentisch. Das macht riesig Spass und geht auch noch auf der 50. oder auch 60. Platte klar. Und garantiert wird es auch auf dem neuen Album wieder super lärmig zugehen. Zu hören gibts noch nichts, aber wir wissen ja, was kommt… Daher hier ein Live Video von 2019:

(vk)

Leathers – Reckless

„Leathers“ ist ein Duo aus Vancouver, das zur Hälfte aus der Künstlerin Shannon Hemmett und zur Hälfte aus Jason Corbett („Actors“) besteht. Seit 2016 veröffentlichten die zwei einzelne Tracks. Nun erschien ihre digitale Debüt EP „reckless„. Zu hören gibt es angenehmen Synth Pop, der hier und da an die „Chromatics“ erinnert. Nicht spektakulär, aber charmant. Mal sehen, was da noch kommt.

(vk)

José González – Local Valley

In der „Quiet is the new Loud“-Ära Anfang der 2000er liegt der Beginn der Karriere des Wahl-Schweden José González. Wenig verwunderlich, kreist seine Musik doch um das filigrane Gitarrenspiel und seinen Gesang. Restliche Instrumentierung findet da nur sporadisch statt und wenn: sehr reduziert.

Sieben Jahre liegt González‘ letztes Studio Album zurück. Im September kehrt er mit „local valley“ zurück und dürfte damit perfekt in den Spätsommer passen. Die Musik ist so, wie man sie von ihm erwartet: Eine Mischung von Folk à la Nick Drake und Tropicalia der späten 60er Jahre.  Die Stücke wirken melancholisch, zerbrechlich und vor allen Dingen: Berührend schön.

(vk)

Whipping Boy – Heartworm

Kennt eigentlich noch jemand „Whipping Boy“? Die irische Band scheint vom Pech verfolgt. Ende der 80er als lärmige Shoegaze Band gegründet, veröffentlichten sie 1995 auf einem Major Label mit „heartworm“ ein wirklich gutes, melancholisches Popalbum. Ob das Label kein Interesse mehr an der Band hatte oder woran auch immer es gelegen haben mag: Das Album floppte und wurde verramscht. 2000 ein Comebackversuch: Wieder ein Flopp. Danach folgten einzelne Singles, aber kein Album mehr.

Gut 25 Jahre nach Erscheinen wird „heartworm“ wohl langsam wieder entdeckt; denn auf Discogs wird es ab 100 Euro aufwärts angeboten. Grund genug für das Liebhaber Label Needle Mythology, das Album im September als Doppel LP und Doppel CD wiederzuveröffentlichen. Das Reissue umfasst das Album, B-Seiten der zugehörigen Singles, unveröffentlichte Demos aus der Zeit und Live Aufnahmen. Tipp!

(vk)

Laura Krieg – Vie magique

Laura Krieg aus Montreal ist seit 2018 aktiv. In der Zeit hat sie ein Album, eine Split und nun ein neues Mini Album veröffentlicht. Bislang leider nur digital und als Tape. Musikalisch geht bei ihr Einiges: Post Punk, Minimal, 80s Pop – je nachdem, auf welchem der Releases man sich befindet. Bei alledem wohnen ihren Tracks immer eine angenehme Sperrigkeit inne.

„via magique“ hat Xavier Paradis aka Arnaud Lazlaud aka „Automelodi“ gemischt. Das hört man den Tracks nur bedingt an, könnte der Künstlerin aber vielleicht den verdienten Schub an Publicity liefern.

(vk)