Rufus Wainwright – Unfollow The Rules

Im Juni habe ich das neue und erste Album seit 2018 bereits angekündigt. Das Making of dazu machte neugierig. Nun ist „unfollow the rules“ erschienen. Und hält es, was das Video versprochen hat?
Zunächst ist Rufus Wainwright geblieben, wie er stets war. Große Experimente bleiben aus. Stattdessen darf es dieses Mal wieder die große Geste sein. Natürlich gibt es auch die reduzierten Stücke wie etwa der Titelsong, der zu Beginn neben Klavier nur von ein paar Streichern und einer Slideguitar begeleitet wird, sich dann aber in einen schönen verträumten, großartigen Song steigert. Es gibt den vergleichsweise bodenständigen Popsong („peaceful afternoon“), Opernhaftes („this one’s for the ladies“), das Klavierstück „my little you“ und Vieles mehr. Die Songs erinnern bisweilen an ältere Stücke des Künstlers, sind aber doch anders. Vielleicht kann das Album als Quintessenz von Rufus Wainwrights Schaffen gesehen werden. Was ihm wieder wie kaum jemand anders gelingt, ist diese fulminante Film-Atmosphäre, die zum Träumen einlädt.
Einzige „you ain’t big“ kann als Aussetzer betrachtet werden mit seinem etwas belanglosen Bar-Charme. Bei zwölf Songs dürfte das aber leicht zu verschmerzen sein. Jedenfalls hat Rufus Wainwright hier zu seiner Stärke der späten 90er Jahre zurückgefunden. Danke dafür!

(vk)