Rufus Wainwright – Unfollow The Rules

Rufus Wainwright bewegt sich musikalisch immer zwischen Drama und großer Geste – sei es allein am Klavier, mit großem Orchester oder wenn er in der Carnegie Hall Judy Garland Songs performt. Das letzte Album ist zwei Jahre her. Nun erscheint im Juli „unfollow the rules“. Vorab gibt es eine Art „Making of“, in dem Wainwright einerseits vom Entstehungsprozess des Albums erzählt und es andererseits schon einige Songsnippets zu hören gibt. Jedenfalls macht der Kurzfilm neugierig:

https://livesessions.npr.org/videos/rufus-wainwright-world-cafe-presents-unmaking-unfollow-the-rules

(vk)

Cavern Of Anti-Matter – In Fabric

Das Berliner Projekt „Cavern Of Anti-Matter“ hat sich über drei Alben hinweg einen Ruf weit über den des „Stereolab“-Seitenablegers hinaus erarbeitet. So bewegt sich die instrumentale Klangwelt der drei Herren zwischen Krautrock, seltsamer Elektronik und cineastischen Ausflügen. Letzteres und die Leidenschaft des Regisseurs Peter Strickland für (also doch) „Stereolab“ brachte das Projekt nun dazu, einen ziemlich opulenten Soundtrack aufzunehmen.
Auf „in fabric“ bleiben sie sich treu, werden aber hier und da spaciger und hören sich in einigen Stücken sehr nach 60er Jahre an. Das passt hervorragend und erweitert ihre Klangwelt angenehm.
Einziger Haken an der Dreifach-LP ist zum einen die schwierige Beschaffbarkeit und zum anderen der Preis von deutlich über 60 Euro, was einen dann doch davon abhält, sich das Album zuzulegen. Aber vielleicht schieben „Cavern Of Anti-Matter“ ja noch eine günstigere Version nach.

(vk)

Larme Blanche – Demain Est Mort

„Larme Blanche“ ist ein französisches Ein-Mann-Projekt. Mehr Informationen gibt es nicht. Laut der Bandcamp Seite des Labels weiß nicht einmal das Label, wer sich hinter dem Projekt tatsächlich verbirgt. Das ändert nichts daran, dass „demain est mort“ ein überzeugendes Debüt zwischen Cold Wave und modernem Minimal geworden ist. Bisweilen fühlt man sich an „Factice Factory“ erinnert.
Schönes Album, das es bislang nur digital oder als CD gibt.

(vk)

Brigade Rosse – The Best Of…

Schöne Sache: Das feine Label Young and Cold Records hat gerade eine Zusammenstellung von „Brigade Rosse“-Hits für den Herbst 2020 angekündigt. Aktiv war das Minimal Duo nur von 2009 bis 2012 und wurde vor allem für ihre 7″ „weltgeist“ bekannt. Schön, dass es nun eine LP mit allen Highlights ihres Schaffens geben wird.

(vk)

Elektronische Musik aus Köln – Elektronische Musik aus: Koeln 1-3

Das lose Kollektiv „Elektronische Musik aus Köln“ veröffentlichte von 1982-85 drei sehr vielseitige und spannende Platten zwischen Minimal, Italo und experimenteller Musik – schlicht genannt „EMAK“ 1-3. Einige Stücke wurden durch Sampler wie „tribute to felxi pop“ bekannt und auch beliebt. Entsprechend teuer wurden die Original Lps. 2018 wurden alle drei LPs von damals als „elektronische musik aus: koeln lp 1–3“ zusammen wiederveröffentlicht. Leider ist diese Zusammenstellung mit über 60 Euro nicht ganz billig. Vermutlich ist sie auch deswegen noch immer problemlos neu zu erstehen. Trotz des Preises sei hiermit eine dringende Kaufempfehlung ausgesprochen.

(vk)

Nite Fields – A Voyeur Makes No Mark

„Nite Fields“ kommen aus Brisbane, Ausralien. Sie bestehen im Kern aus einem Duo, das live um wechselnde Mitglieder erweitert wird. Seit 2012 sind sie aktiv und haben bisher ein Album veröffentlicht. Gerade ist mit „a voyeur makes no mark“ ihr zweites Album erschienen. Wo das Debüt noch deutlich postpunkiger war, tritt auf dem Neuling das Elektronische mehr in den Vordergrund. Dabei entsteht eine ungewöhnliche Mischung von modernem Indie, Postpunk und tanzbarer Elektronik.

(vk)

Carlo Onda – Sonnen & Baden

Unser Lieblings Schweizer Carlo Onda aka Karl Kave ist mit einem neuen Album zurück. Am Montag erschien es digital auf Cold Transmission und heißt „sonnen & baden„. Wie immer lässt sich Carlo Onda musikalisch nicht festlegen und wartet mit einigen Überraschungen auf.
Zunächst das Konzept: Die Idee bzw. der Grundgedanke zu allen Stücken entstammt einer Postkarte von 1918, auf der Grüße aus „Rationalien“ gesendet werden. Soweit so spannend.
Die musikalische Umsetzung gestaltet sich eher wie ein Mix denn wie ein homogenes Album. Die ersten beiden Stücke sind mit E-Gitarre eingespielt und könnten gut und gerne alte Underground-NDW Werke sein. Dann wird es poppig und dancy. Minimal ist auch wieder dabei. „tomorrow we’ll be dead“ ist ein echter Hit! Lieblingssong! Wer es etwas düsterer mag, wird an „we collide“ sicher Gefallen finden. „verlegenheit“ treibt schön und wird auf dem Dancefloor sicher auch gut funktionieren. Das alles hält eine deutlich spübare Begeisterung für 80er Musik zusammen.
Super Album, das es hoffentlich bald auch als Vinyl geben wird…

(vk)

BLUE: Credit 00, Gnista, AGB, Break SL, Qnete

Kleiner Tipp vom Uncanny Valley Label aus Leipzig: Gerade erschien die 5-Track Compilation „blue“ mit diversen unbekannten Acts. Die 5 Tracks sind nicht alle zwingend, da sie teils eher langweiliger Elektro für die einfache Techno Party von nebenan sind. Aber zwei Tracks habens in sich. Zum einen der „Gnista“ Track, der sich angenehm von den Klischees der anderen Tracks abhebt.
Highlight sind aber „AGB“ mit „brecht hat er“, einem schönen, spröden, knackig kurzen Minimal Track. Das ist gleichzeitig auch „AGB“s Debüt Release. Das Projekt sollte man wohl im Auge behalten!

(vk)

Subterranean Lovers – Subterranean Lovers

„Subterranean Lovers“ ist das neue Projekt von Nikki Nevver – besser bekannt als „Terror Bird“. Gerade erschien das selbst betitelte Debüt, der Künstlerin, die völlig unverständlicherweise immer etwas unter dem Radar musiziert.
Während Nevver als „Terror Bird“ wie eine etwas bodenständigere Siouxsie Sioux erscheint, geht sie als „Subterranean Lovers“ beinahe folkige Wege. Das hört sich dann gar ein bisschen wie „Strawberry Switchblade“ in etwas kantiger an. Die Stücke entstanden auf Akustikgitarre auf einer kleinen Insel. Auch das hört man der Musik an, auch wenn die Stücke durcharrangiert sind.
In jedem Fall ist das hier ein Album, das einmal mehr belegt, was für eine großartige Musikerin Nikki Nevver ist und lässt hoffen, dass sie diesmal die verdiente Aufmerksamkeit bekommen wird.

(vk)

S.Product – Waste Your Time

Ob „Sextile“ sich nun aufgelöst haben oder nicht, ist nicht so ganz klar. Sicher ist aber, dass es mit „S.Prodcut“ ein neues Projekt gibt, das aus Melissa Scaduto von „Sextile“ und Kyle Hamon besteht. Bislang gibt es einen Song zu hören, der deutlich nach „Sextile“ klingt, aber minimaler bzw. reduzierter daherkommt. Das dürfte auf dem Dancefloor sehr gut funktionieren.

(vk)