Glaring – Nebula

Die norddeutsche Musikerin Anna Nin aka „None“ aka „Glaring“ ist unter ihren beiden Namen seit 2017 aktiv und wurde auf diesem Blog auch schon mehrmals vorgestellt. Inzwischen kann die Künstlerin auf 13 überwiegend selbst veröffentlichte Alben blicken. Gerade ist „nebula“ erschienen und stellt die erste Vinyl Veröffentlichung ihrer Projekte dar. Wo die Musik in der Anfangszeit doch etwas einfach produziert war, hat Nin in den wenigen Jahren einen eigenen verhallten Cold Wave Entwurf entwickelt, der stets von einer zwar bedrohlichen, aber nie hoffnungslosen Düsternis geprägt ist. Für den Club ist das sicher nichts, aber gerade für den nun beginnenden Herbst liefert „nebula“ den perfekten Soundtrack.

(vk)

This Is The Bridge – My Brutal World

Richard Anderson aka „This Is The Bridge“ hat einen wahrlich immensen Output: Laut Discogs sind seit 2015 ganze 24 Alben erschienen – „my brutal world“ nicht mitgezählt! Natürlich können bei der Menge nicht alle immer auf hohem Niveau sein. Wenn sich aber zwei Labels zusammentun, die bekannt sind für ihre exquisite Künstler*innen Auswahl wie Tonn Recordings und Objetrouvé, um „my brutal world“ zu veröffentlichen, kann das nicht schlecht sein. Und tatsächlich: Die Tracks reichen von Minimal über Dancetracks bis hin zu Experiment und Pop. Interessant auch der Aufbau des Albums, das mit eher konventionellen Pop-Stücken beginnt, sich dann aber hin zu teils sperrigen Tracks mit Sprachsamplen entwickelt. Empfehlung!

(vk)

Vanishing Twin – Ookii Gekkou

Zwei Jahre nach ihrem letzten, hoch gelobten Album „the age of immunology“ und vier Monate nach den ersten Ankündigungen ist gestern das neue Album „ookii gekkou“ des britischen Psych-Projektes „Vanishing Twin“ erschienen. Wo die ersten zu hörenden Stücke beinahe etwas gewöhnlich für seine Verhältnisse klangen, ergeben alle Stücke im Album Kontext Sinn. Es findet eine stete Hin- und Herentwicklung zwischen an Session erinnernden Tracks, Kraut, Psych Pop und cineastischen Soundscapes statt. Aber gerade am Stück gehört entwickelt die Musik einen magischen Sog, dem man sich schwer entziehen kann. Eine wirklich konsequente und spannende Weiterführung des eingeschlagenen musikalischen Weges. Eines der besten Alben des Jahres!

(vk)

Der Nachtportier – 1

Vier Jahre mussten ins Land gehen, bis mein Wunsch in Erfüllung ging: Endlich erscheint das großartige 80er-Minimal Album „1“ des Hannoveraners „Der Nachtportier“ auf Vinyl! Voraussichtlich nächste Woche wird es bei Kernkrach als limitierte LP zu kaufen sein! Wenn das nicht ein feines Vorweihnachtsgeschenk ist…

(vk)

Flashbacks – \\

Dirk T. Klein ist ganz schön umtriebig. Mal als „Silent Signals“ oder „Echo West“ oder eben als „Flashbacks“. Unter dem Namen gab es bisher nur ein selbstbetiteltes Album aus dem Jahr 2014. Nun ist gerade das zweite Album mit dem etwas ungewöhnlichen Namen „\\“ erschienen.  Im Gegensatz zu Kleins anderen Projekten und mehr noch als auf dem Debüt kommt hier eine Gitarre zum Einsatz, die den minimalen Tracks eine angenehm wavige Tiefe verleiht. Man fühlt sich unweigerlich in das Zwischenfall der 80er Jahre versetzt. Da passt es auch, dass das Artwork Foto Collagen aus den 80ern, 90ern, 00ern und von jetzt enthält. Tipp!

(vk)

Kline Coma Xero – Artifact / Double Vision

Tony Williams aka „Kline Coma Xero“ mit seinem 80er Minimal hatte ich ja bereits vorgestellt, als 2019 das zweite und bisher letzte Album des Künstlers erschien. Auf seiner Bandcamp Seite bietet er nun zum name your price das digitale Album „artifact“ mit Aufnahmen aus der Zeit vor dem Debüt Album aus dem Jahr 2014 an. Die Stücke sind hier noch etwas kruder und ungeschliffener, was ihnen absolut gut tut. Hits gibt es auch. Von daher sei der Download unbedingt empfohlen.

Gleichzeitig erschien im September die neue digitale Single „double vision„, die sich wieder an dem frühen Sound des Projektes orientiert. Davon kann es gern auch ein Album geben!

(vk)

And Also The Trees – Virus Meadow

Letztes Jahr gab es die Wiederveröffentlichung des Debüts der Briten von „And Also The Trees„. Offenbar war das nur der Anfang; denn nun ist gerade das zweite Album „virus meadow“ wiederveröffentlicht worden. Jenes Album, auf dem die Band ihren charakteristischen Sound manifestierten und das die übergroßen Stücke „slow pulse boy“ und „gone…like the swallows“ enthält. Überhaupt gibt es eigentlich keinen Aussetzer auf „virus meadow“. So gut wie hier auf Albumslänge gelingt ihnen der Spagat zwischen Wavepop und experimentellen Ideen selten.

Die Neuauflage umfasst neben der remasterten Version des Albums die „a room lives in lucy“ Ep, die „the critical distance“ Ep sowie eine unveröffentlichte volle Version von „shantell„. Eigentlich eine schöne Sache. Allerdings liegen die Preisankündigungen auch hier wieder bei etwa 50 Euro. Das trübt die Freude doch erheblich.

(vk)

Male Tears – Male Tears

Das kalifornische Projekt „Male Tears“ scheint seit zwei Jahren aktiv zu sein. Dank Frank Linearnetrik hab ich es nun auch entdeckt. Italo meets Synth Pop. Jedenfalls sind alles Stücke sehr cheesy und machen Spaß. Die bisherigen Releases gibt es wahlweise als Tape oder Download, wobei letzterer zum name your price angeboten wird. Wenn das nichts ist…! Das gilt auch für das aktuelle Album, das obendrein ein sehenswertes Promo Video in voller Albumlänge(!) hat und auch als CD erhältlich ist.

(vk)

Tral Neu – Tral Neu

„Tral Neu“ ist keine Band, sondern ein Projekt der besonderen Art: Künstler*innen aus ganz Europa haben sich zusammengetan, um miteinander diese 7 Tracks in verschiedenen Konstellationen aufzunehmen. Mit dabei sind u.a. „Violet Candide„, „Iv/An„, „Madmoizel„, „Soft Riot“ und „Mala Herba“. Das Ergebnis hört sich wie eine Mischung der beteiligten Künstler*innen an. Und das kann sich hören lassen. Gelungenes Projekt!

https://tonalshifts.bandcamp.com/track/making-the-same-mistake

(vk)

Bal Paré – Best of Bal Paré „1982 – 2016“

Das Hamburger Projekt „Bal Paré“ ist mit einigen Abwandlungen seit den 80ern aktiv. Gerade die Platten aus den 80ern  sind inzwischen sehr begehrt – spätestens seit der Song „palais d’amour“ zum Szenehit wurde. Ihr skuriler Underground NDW Sound ist einfach zu charmant. Um den hohen Preisen zu entgehen, veröffentlichte das Label Medical 2014 eine feine Zusammenstellung früher Aufnahmen. Leider rufen einschlägige Seiten für die inzwischen auch schon recht hohe Preise auf. Umso erfreulicher, dass das feine Label Young and Cold eine Zusammenstellung veröffentlicht, die in Teilen mit der 2014er Compilation übereinstimmt, aber auch neue Tracks bis in das Jahr 2016 umfasst. Digital gerade erschienen, folgt die LP Version im April 2022. Highlight dürfte der Song „zwei unter millionen“ sein:

(vk)