Italo Disco – Vinyl, Vinyl

Es gibt tatsächlich eine Band, die sich „Italo Disco“ nennt. Das Projekt kommt aus Kassel und beschreibt sich selber etwas seltsam so: „Italo Disco is a Italo Disco / Euro Disco band, but we do allso Electronic Body Music. You will find at our albums also single songs in 80s styles like New Beat, Wave, Aggrepo and others.“ Klingt etwas konfus. Aber gut. Sympathisch ist, dass sie sich offenbar selber nicht ernst nehmen. Titel wie „depeche mode party“ oder „i was a gothic in the 80s“ legen diese Vermutung zumindest nahe. Großteils ist die Musik ziemlich schlimm: 90er Großraumdeppendisko Leadsounds („back to the 80s“) treffen auf leider viel zu schlechten und viel zu sehr in den Vordergrund gemischten Gesang. Befremdlich ist zudem der Song „erich von däniken“, bei dem nicht so ganz klar ist, ob das nun ironisch sein soll oder schlicht ziemlich dümmlich ist.
Lange Rede, kurzer Sinn: Positives Highlight ist das trashig-tanzbare Stück „vinyl, vinyl“:

(vk)

Linea Aspera – LP II

Die Band „Linea Aspera“ muss Leserinnen und Lesern dieses Blogs vermutlich nicht weiter vorgestellt werden. Die Trennung des Duos ist schon einige Jahre her. Dann kam zum Jahreswechsel erst eine Compilation mit gesuchten Stücken heraus, völlig überraschend traten die beiden wieder auf, und um die Glückseligkeit perferkt zu machen, erscheint im September das zweite reguläre Album der Band – nach 8 Jahren und schlicht „lp II“ betitelt. Bsiher gibt es einen Song zu hören, der aber in jeder Hinsicht nahtlos an das erste Album anschließt. Da kann man sich wohl wirklich auf das neue Album freuen!

(vk)

Soil – Teorema

Das Projekt „Soil“ aus London scheint neu zu sein. Die Musik zu der digitalen Debüt Ep „teorema“ entstand während des Lockdowns bei einer Freundin des Musikers. Die Musik ist klassischer Minimal. Das Besondere daran ist aber der unfertige Charakter der Aufnahmen. Alles scheint nicht so richtig zusammen zu passen. Der Gesang wirkt ziellos. Und gemastert sind die Aufnahmen auch nicht. Das mag beim ersten Höreindruck befremdlich wirken. Aber lässt man die Stücke durchlaufen, entwickeln sie eine gewisse Faszination. Probiert es mal aus!

(vk)

Oberst Panizza – Octobre Noir

Letztes Jahr veröffneltichte Oberst Panizza von „Liste Noire“ und „Velvet Condom“ seine zweite Ep „enough“ digital und als Tape.
Nun ist das 7-Track Minialbum „octobre noir“ erschienen, das die vier Tracks von „enough“ enthält – allerdings in anderen Version. Dadurch erscheinen die sieben Tracks angenehm homogen. Es gibt verhallten Gesang, aber der von mir gescholtene Vocoder Gesang wurde auf ein Minimum reduziert. Das tut dem Gesamtbild sehr gut. „Hit“ bleibt wie bei der Ep bereits „im kalten see“.
Das Schöne: Im September erscheint hierzu eine Vinyl Version auf Young & Cold.

(vk)

De Ambassade – Standhouden

Neues von dem niederländischen „Dollkraut„-Ableger „De Ambassade“ mit seinem feinen DIY-Charme-Minimal. Da die Veröffentlichungen dieses Projektes ja relativ rar gesät sind, freut man sich schon über eine neue 7″. Im Juli erscheint „standhouden“, wobei der Titel gebende Track doch eher konfus enttäuschend ist. Die andere Seite „verwijder jezelf“ ist aber ein druckvoller, dunkelbedrohlicher Track, der allein die Anschaffung lohnt.
Kurze Zeit gab es auf der Souncloud Seite die gesamten Stücke zu hören, die nun leider durch kurze Snippets ersetzt wurden. Da müssen wir uns wohl noch ein wenig gedulden.

(vk)

Daybed – Preludes

Wiederentdeckung: „Daybed“. Das Duo, das zumindest zur seiner aktiven Zeit in Berlin lebte, brachte 2010 die EP „preludes“ und 2015 das Album „weird sailing“ heraus. Das Album kann nicht so recht überzeugen, die EP aber hat mit „lack of light“ einen ordentlichen Dancefloor Hit an Bord: Druckvoller Neo Minimal mit Tanzgarantie. Aber auch die anderen Tracks sind durchweg gelungen.
Falls euch die Stimme bekannt vorkommen sollte: Es scheint sich hier um dieselbe Sängerin (Clara H versus Clara Hall) zu handeln wie bei den ebenfalls etwas unterschätzten „Soma Sema„. Leider waren keine Infos zu finden, ob Clara Hall heute musikalisch noch aktiv ist. Das wäre jedenfalls wegen ihrer charakteristischen Stimme wünschenswert.

(vk)

Sowas Von Egal. 2 – German Synth Wave Underground 1981–1984

Wieder einmal in eigener Sache: Der/die ein oder andere hat sicher 2018 den Release des Samplers „sowas von egal“ zu unserer Damaged Goods Party Reihe mitbekommen.
Voller Stolz kann ich verkünden, dass am 14.08.2020 „sowas von egal. 2“ erscheinen wird. Wieder als Kooperation mit dem feinen Label Bureau B. Wieder durften wir komplett und ohne Einschränkungen agieren, die Texte schreiben und das Cover entwerfen. Für die Cover Arbeit sei an dieser Stelle wie beim ersten Teil ganz besonders Biljana Tomic gedankt!
Wir sind dem Konzept treu geblieben. Diesmal sind vielleicht ein paar mehr Tape Acts dabei. Alles haben wir wieder bewusst rar gehalten. Teils so rar, dass es nicht einmal ein Youtube Video dazu gibt! „sowas von egal. 2“ wird es als limitierte pinke LP, als normale LP, CD und Download geben. Ganz viel Spaß beim Hören!!!

Pre-Order hier: https://shop.tapeterecords.com/new/v-a-sowas-von-egal-2-german-synth-wave-underground-1981-1984.html

Hier die Tracksliste:

A1- Die Neue Weltmacht – Tanz Ins Glück
A2- Christian Kneisel – Nähe Und Distanz
A3- Silberstreif – Ich Suche Dein Gesicht
A4- Lieferschein – Leben Auf Dem Müll
A5- 4712 – Steig Den Luis Trenker
A6- Plastiktanz – Mir Geht Es Danke Gut
A7- Rolf Jungklaus – New Wave
A8- Vono – Fred Der Ritter

B1- Kleenex Aktiv – Sternklare Nacht
B2- Conrad + Gregor Schnitzler – Shark Eats Ice
B3- Partner Eins – Warum Müssen Autos Fahren?
B4- Mark Montan – Alles Oder Nichts
B5- In-Seit – Nachtschwärmer (Album Version)
B6- Mittageisen – Unverständnis
B7- Die Synthetische Republik – Der Böse Osten
B8- Casino Mariteam – Sage Nichts

(vk)

Chromagain – Any Colour We Liked

Wir schreiben das Jahr 1985 und befinden uns in Turin, Italien: „Chromagain“ sind noch ganz frisch, haben gerade ihre erste Mini Lp herausgebracht und spielen einige Konzerte. Dieses Debüt enthält mit „spot“ einen Killersong zwischen Minimal und Elektropop, der eigentlich auf jeder Party laufen sollte. Auch der Rest ist spannend und wartet hier und da mit deutlichen Wave Elemente auf. Schön, dass Mannequin und Anna Logue Records das Album gemeinsam in erweiterter Variante wiederveröffentlicht haben. Das war 2011. Überraschenderweise gibt es das Album immernoch recht günstig. Tipp!

(vk)

Staatseinde – Darüber Reden Wir Nicht

Die irren Niederländer von „Staatseinde“ sind zurück. Während ihres Streams zusammen mit der wunderbaren Hamburger Party Reihe Decay Disco haben sie ihre neue EP „darüber reden wir nicht“ für September angekündigt und lieferten gleich einen Vorgeschmack in Form des Titelsongs. Und ja, es geht schön irre weiter mit tanzbarem Gaga-Minimal-Elektro. Super!

(vk)

Karl Kave & Durian – Ungestüme Reiter

Bei Calro Onda aka Karl Kave aka Carlo Rainolter geht es gerade Schlag auf Schlag: Nach dem gerade erst vorgestellten neuen Album von Carlo Onda selber schiebt er nun unter dem Alias Karl Kave und zusammen mit Durian aka Andrin Uetz eine neues nach. „ungestüme reiter“ war laut bandcamp Seite ein Zufallsprodukt, als Uetz in der Schweiz Corona-bedingt festsaß.
Das Ergbnis sind musikalisch 80er Synth-Minimal-Pop-Songs, die aber duch den Sprechgesang und eingestreute Sounds ausgesprochen zeitgemäß rüberkommen. „café weidinger“ ist ein wunderbar kruder Hit mit Anspielungen auf die „Züri Brännt“-Jugendunruhen in Zürich Anfang der 80er. Schönes Ding!

(vk)