Mona Mur – Delinquent

Mona Mur genießt allein wegen ihrer mit Teilen der „Einstürzenden Neubauten“ aufgenommenen 12″ „jeszcze polska“ den besonderen Ruf, eine der Grand Dames des deutschen New Wave zu sein. Seit einigen Jahren ist sie musikalisch wieder aktiv. Im März erscheint ihr neues Album, das sie zusammen mit Ralf Goldkind („Lucilectric“ – Sic!) und unzähligen Gästen wie Bettina Köster (Malaria!), Anja Huwe (Xmal Deutschland), Annika Line Trost (Cobra Killer), En Esch (KMFDM), Kristof Hahn (SWANS), Rudy Nielson (Gitarrist, u.a. Nena + Alphaville) aufgenommen hat. Davon gibt es bislang leider noch nichts zu hören, daher hier einer der Songs der besagten 12″:

(vk)

Avey Tare – Cows On Hourglass Pond

Irgendwie finde ich ja Avey Tare immer den spannendsten der „Animal Collective“-Ableger. Innovation und Verstrahltheit ist zwar sowohl bei Band als auch bei allen Projekten immer zentraler Mittelpunkt. Aber Avey Tare hat dabei etwas – ich nenn es mal: Anrührendes. Trotz aller Elektronik und Sounds hat seine Musik gerne ein Folkflair. Im März erscheint nun sein neues Album „cows on hourglass pond“. Der erste Song bestätigt meine Einschätzung jedenfalls:

(vk)

Johnson McCloud

Kleckerweise wirft uns Johnson McCloud aka Nils Ottensmeyer, ehemaliger Kopf der großartigen Neo Psycher „Blue Angel Lounge“, neue Songs auf Facebook vor die virtuellen Füße. Der neueste Song heißt „wait for luck“ und ist wieder elektronisch, orientiert sich nun aber an 90er Shoegaze Bands à la „Chapterhouse“. Es fehlt auch hier ein wenig die Dringlichkeit. Bei aller Verträumtheit, erscheint der Song etwas beliebig.

(vk)

NEWS – NEWS – NEWS – In Eigener Sache

Zum Jahreswechsel hatte ich ja bereits angekündigt, dass es in diesem Jahr Veränderungen geben wird. Ab sofort schreibt Marco, einer meiner beiden DJ-Kollegen von Damaged Goods, hier mit. Es wird also noch mehr zu lesen geben, alles wird aktueller sein.
Welche weiteren Veränderungen das sonst mit sich bringt? Warten wir’s ab!
Texte werden nun am Ende mit den Kürzeln „vk“ und „mf“ versehen – zwecks Zuordnung.

Ich freu mich drauf und sage einfach: Willkommen, Marco!

Calypso Guapachá

Manchmal muss es einfach Calypso sein! Und zwar der schöne alte aus den späten 50er und frühen 60er Jahren. Wenig Musik entspannt so sehr wie eben diese. Das spanische Label Grosso hat sich schon länger mit diversen liebevoll zusammengestellten Samplern aus den Bereichen Mambo, Salsa und eben Calypso hervorgetan. Gerade ist der dritte Teil der Grosso Calypso Reihe unter dem Namen „calypso guapachá“ erschienen. Vielleicht ist dem Label hier sogar der beste der drei Sampler gelungen.

Rekordfahrt Negativ – Teil 2

Man konnte eigentlich nicht darauf hoffen, dass F.K.K.- Musik (Förderung Kosmischer Kunst) ‎aka Kernkrach es nach dem ersten Teil „rekordfahrt negativ“ noch einmal schaffen würde, einen zweiten Teil auf ähnlichem Niveau zusammen zu bekommen. Zu sehr hat die Nabelschau des deutschen Synths Waves selber Maßstäbe gesetzt mit Dancefloor Hits wie „Agents In Infrared“ „that was you“, „Mohn Und Liese“ „ich will“ oder „Ståltråd“ „eremit“.
Aber doch: Der zweite Teil schließt genau daran an, wo der erste aufgehört hat: Exklusive prima Stücke von „Mitra Mitra“, wieder „Agents In Infrared“, vom „Human Puppets“ Nachfolgeprojekt „Convex Model“, „Silent Signals“, die stets unterschätzten „Pure Ground“ und wohl der Newcomer schlechthin: Konstantin Unwohl. Wieder kann man nur hier und da mit Glück mal ein Stück online zum Reinhören finden. Aber das brauchts auch nicht. „rekordfahrt negativ“ steht für sich. Auch beim zweiten Teil!
Hinzu kommen noch die liebevoll gestalteten Cover in drei Versionen: Standard bunt, 3D und limitiert transparent auf schwarz. Und immer garantiert mit Gummihandschuh! Freu mich jetzt schon auf den dritten Teil!

Hante. – Fierce

„Hante.“s neues Album „fierce“ hatte ich bereits im November angekündigt. Nun ist es erschienen. Tatsächlich lässt sich eine Weiterentwicklung vor allem beim Gesang feststellen, der nun deutlich vielschichtiger geworden ist. Die Musik bleibt wie gehabt. Ein Wort zu dem Preis: Das Album ist mit einem Preis von 20,-EUR auf der Bandcamp Seite ziemlich teuer; denn mit Versand landet man dann bei 29,-EUR. Und bei einem kleinen Indie Act bzw. Label ist das nun wirklich nicht sonderlich verkaufsfördernd. Vielleicht soll auch im Falle von geringen Verkaufszahlen die Kosten dennoch gedeckt werden, und der Preis wurde absichtlich hoch angesetzt. Jedenfalls halte ich den Preis so für ein Ärgernis und hält zweifelnde Käufer (wie mich) letztlich ab.

Schulverweis

Das Hamburg Projekt „Schulverweis“ hat gerade seine Debüt 7″ veröffentlicht. Alles daran ist authentisch 80er: Vom obskuren Label Neoprimitive, das bisher nur ein paar schräge 7″s herausgebracht hat, über die Brutalismus Ästhetik bis hin zur Musik selber. Da werden Erinnerungen an früh 80er DIY Minimal Veröffentlichungen wach. Mit „clouds on heroin“ haben die Hamburger jedenfalls einen echten Hit im Gepäck!

Twilight Sad – It Won’t Be Like This All The Time

Die schottische Band „Twilight Sad“ haben einen beeindruckenden Weg hinter sich gebracht: Angefangen als No-Name Band überzeugten sie erst die großen Postrocker „Mogwai“ von sich, auf deren Label Rock Action „it won’t be like this all the time“ gerade auch erschienen ist. Dann nahmen „The Cure“ sie mit als Vorband auf Tour. Ihre energetischen Live Shows sorgten dann schließlich dafür, dass „Twilight Sad“ bald kein Geheimtipp mehr waren. Es folgten ausverkaufte Tourneen und nun das besagte neue Album.
Das kann den Einfluss der prominenten Protegés – insbesondere den von „The Cure“ – schwerlich leugnen. Klar hat die Musik immer noch einen Post Punk-Charme, es sind aber viele Keyboards hinzugekommen, und selbst der Bass klingt sowohl von den Tonfolgen als auch vom Sound her nach „The Cure“. Der Pop und die Melodien haben Einzug gehalten im „Twilight Sad“ Kosmos. Eine interessante Weiterentwicklung, die der Band durchaus gut tut. Sie bleiben sich treu, ohne Stillstand. Da kann man sich auch schonmal an den großen Freunden orientieren.

Swervedriver – Future Ruins

„Swervedriver“ waren Anfang der 90er Jahre eine der Bands auf dem späteren „Oasis“-Label Creation, die die Stilrichtung Shoegaze deutlich mitprägten, auch wenn sie hinter anderen Bands wie „My Bloody Valentine“ und „Slowdive“ immer ein wenig ein Schattendasein fristeten. Ihr Sound war weniger spektakulär und eher dezent. Melodien und Songs sollten überzeugen. Nicht das Spektakel. Ihr Debüt „raise“ brachte ihnen einen respektablen Erfolg. Es folgten drei weitere Alben. Ende der 90er war Schluss. Wie viele Bands aus der Zeit taten sich „Swerverdriver“, die Band um Sänger und Kopf Adam Franklin, 2015 wieder zusammen. Es folgte ein Reunion Album, das nahtlos an die anderen Alben anschloß. Auch „future ruins“ passt sich da wunderbar ein. Das ist allerdings auch das Problem: Wo Bands wie „Slowdive“ heute durchaus versuchen, neue Wege zu gehen, versuchen „Swervedriver“ erst gar keine Experimente. Das Album ist zwar nicht schlecht, allerdings fehlt etwas die jugendliche Energie der Anfangstage. Als Resultat bleibt ein etwas fader Beigeschmack von Beliebigkeit.