The Police – Everyone Stares (Film)

An dem britischen Trio „The Police“ führt nicht nur kein Weg vorbei, wenn man eine anständige (Post-)Punk Sozialisation hat, sondern auch dann nicht, wenn man Radio hört, Sänger Sting kennt und schätzt. Obwohl gerade Sting mit Punk nie wirklich was anfangen konnte, waren sie eine der wegweisenden Bands des Genres Ende der 70er und entwickelten sich zu Stars, die Stadien füllten und am Ende Radiopop machten.
1978 kaufte sich Schlagzeuger Stewart Copeland eine Super 8 Kamera, nahm sie fortan fast immer mit und drehte in allen passenden und unpassenden Momenten. Dabei sammelten sich bis 1981 Unmengen an Material an. Aus diesem Material stellte Copeland einen Film zusammen, der nun erstmals digital auf DVD und Bluray erscheint.
Der Film ist ziemlich genau so, wie man es sich vorstellt: Teils recht wackelige Super 8 Aufnahmen werden bisweilen etwas hektisch aneinander geschnitten. Unterlegt wird das Ganze mit unterhaltsamen Kommentaren Copelands. Was zunächst etwas anstrengend erscheint, beginnt einen nach einer kurzen Weile zu fesseln. Tatsächlich faszinieren die intimen Einblick in das Bandleben, die übrigens auch mit Ton sind – nicht selbstverständlich bei Super 8 Filmen.
So gibt es Konzerthallen, Konzerte, Fotosessions, Studios, Videodrehs, Autogrammstunden, Flughafenaufenthalte, schreiende Fans um das Auto zu sehen – und das alles aus Perspektive des Künstlers selber.
Dabei ist es erfreulich, dass sich Copeland um eine gewisse Chronologie bemüht. So erschließt sich beim Betrachten die Entwicklung von einer kleinen Band, die in Clubs auftritt, bis hin zur Stadien füllenden Supergroup.
Dazu gibt es noch allerhand Bonus Material inklusive einiger Live Songs, die von hinter dem Schlagzeug aufgenommen wurden. Tatsächlich erhält man dadurch einen ganz anderen Blick auf Konzerte.
Insgesamt ist Copeland mit „everyone stares“ eine überraschend mitreißende Doku über das Bandleben der späten 70er und frühen 80er gelungen. Nicht zuletzt dank seiner liebevollen Herangehensweise.

(vk)