Happy Mondays – Pills’N’Thrills And Bellyaches

Die „Happy Mondays“, die eine der Manchester Rave Bands schlechthin waren, feiern den 36.(?) Geburtstags ihres großen Meisterwerks „pills’n’thrills and bellyaches“ ausgiebig. So wurde das Album nicht nur als LP wiederveröffentlicht. Nein, es wurde von den Originalbändern remastert. Gleichzeitig gibt es eine 4CD bzw. 5 LP Box. Die enthält neben dem Album die beiden Eps „hallelujah“ sowie „madchester rave on“. Dazu gibt es das 91er Live Album und diverse auch neue Mixe. Also kurz: Beinahe alles, was den legendären Ruf der Band begründete. Man darf nicht vergessen, dass diese Musik 1990 unglaublich progressiv war. Es wurden moderne Synthiesounds und Beats in das konventionelle Bandgefüge eingebettet. Das alles sehr tanzbar und gewürzt mit einer riesigen Menge Attitüde. Man denke nur an Bez, dessen einzige Aufgabe in der Band tanzen und einheizen war (und ist). Bei heutigem Hören fällt auf, dass die Musik gut gealtert ist und auch heute noch mitzureißen weiß. Allerdings braucht es die genannte Box nicht. Zu unbedeutend sind die Mixe. Das Live Album gibt es leicht günstig second hand zu kaufen. Allen Menschen aber, die „pills’n’thrills and bellyaches“ noch nicht kennen und besitzen, sei es hiermit unebdingt ans Herz gelegt!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Orus Boris – Wavebreaker

Der niederländische Künstler „Orus Boris“ ist seit 2023 aktiv und hat Ende 2024 sein Debüt „wavebreaker“ veröffentlicht. Dem Label Oraculo scheint das Album gut gefallen zu haben. Jedenfalls hat es „wavebreaker“ im Mai als Vinyl veröffentlicht. Die Musik ist dabei sehr vielseitig und bewegt sich zwischen akutellem Minimal, Elekctro, Cold Wave und Neuer Neuer Deutscher Welle. Dazu singt „Orus Boris“ in Niederländisch, Englisch und Deutsch. Das alles verleiht dem Album eher den Charakter eines gelungenen Mixes denn eines homogenen Werkes. Starkes Ding!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Aveline – Amours Noires

„Aveline“ ist Aveline Piet aus Brüssel und eigentlich an einem klassischen Musikkonservatorium tätig. Mit ihrem Projekt veröffentlicht sie Synthwave, den sie ausschließlich mit 80er Jahre Instrumenten produziert. So ist das, was es zu hören gibt, sicher nicht neu. Aber ihr Gefühl für Melodien, Sounds und die entrückte Stimme geben ihrer Musik einen zusätzliche interessante Facette. Ihr Album „amours noires“ erschien 2024 erstmals digital und als CD. Nun hat das Label Red Maze einige Tracks ausgetauscht, dem Ganzen ein neues Artwork verpasst und das Album als LP veröffentlicht. Ob das „Update“ nötig war, darüber lässt sich streiten. Aber in beiden Fällen ein gutes Album.

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Persons Unknown – Addiction

Momentan haut Anna Logue ja einen Knaller nach dem anderen raus! Da passt „Persons Unknown“ perfekt dazu. Die 1981 erschienene 7″, die das einzige Release der Band bleiben sollte, erscheint bald als 12″ neu. Der Song „addiction“ wurde durch die Flexipop Sampler sowas wie ein Hit. Zurecht. Der Track ist typischer und zugleich richtig guter Postpunk. Da die 7″ inzwischen nur noch in fragwürdigem Zustand oder für viel Geld zu haben ist, sind das wirklich gute Nachrichten!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Lara Modena – Lo Raro Es Hermoso

Hui! Was ist das denn? Die seit 5 Jahren aktive Künstlerin „Lara Modena“ ist bislang an mir vorbeigegangen. Nun aber… „Lara Modena“ ist seltsam und in jedem Fall besonders. Angefangen hat sie mit zeitgenössischem Synthsound mit Blick auf den Dancefloor. Das war alles eher mittel spannend. Gerade ist aber „lo raro es hermoso“ erschienen. Hier wird es wild. Minimale Sounds treffen auf Electro und Mainstream Pop zwischen „Madonna“ und „Lady Gaga“. Zu dem Track „hot“ lässt es sich vortrefflich voguen. Also kommen auch die frühen 90er nicht zu kurz. In „fantasia“ verwurstet die Künstlerin noch traditionelle Melodien. Das alles ist ein schwierig einzuordnen, dürfte aber gleichermaßen auf düsteren Tanzflächen, im Club und im Radio funktionieren. Hört mal rein!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Gradual Isolation – Remaining Faces

Das belgische Duo „Gradual Isolation“ war Anfang der 90er aktiv und machte Synthwave, wie er damals unter Eindruck von EBM und New Wave überall entstand. Also teils digitale Sounds, dazu verträumte Flächen und Gesang. Eigentlich erst einmal nichts besonderes. Allerdings kommen hier drei Komponenten zusammen, die die beiden von den etlichen anderen Artists abheben. Da wär der Gesang, der an den frühen „Martial Canterel“ erinnert. Immer schräg und verträumt. Dazu liebevolle Synthsounds, die spannende Melodien formen. Überraschend, dass „Gradual Isolation“ erst jetzt veröffentlicht wird. Ebenso bemerkenswert ist es, dass „remaining faces“ eine Compilation ist. Auf Youtube gibt es noch einige ebenso gute Stücke. Hoffentlicht werden die auch noch physisch veröffentlicht!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Shirley Collins – Sweet England

Auch Shirley Collins kann auf eine bewegte musikalische Karriere zurückblicken. Die Künstlerin veröffentlichte 1959 ihr Debüt „sweet england“ und brachte bis 1976 regelmäßig Platten heraus, um sich dann vom Musikgeschäft zurückzuziehen. Es war „Current 93″s David Tibet, der sie in den 90ern wieder zu Aufnahmen für seine Band bewegen konnte. Es dauerte aber bis 2016, bis mit „lodestar“ wieder ein reguläres Album erschien. Es folgten noch zwei weitere. Das letzte 2023 „archangel hill“ – Collins ist darauf bereits 88! Im Spätwerk sind die Stücke eher düster und getragen von dem brüchigen Gesang. Anders das Frühwerk. „Sweet England“ gibt es nun erstmals seit 1987(!) wieder auf Vinyl. Collins Stimme klingt hier höher und ungestüm. Die Instrumentierung beschränkt sich auf ein Banjo und/oder eine Gitarre, was einen erst einmal an Irish Folk o.ä. denken lässt – aber weit gefehlt. Die emotionalen Stücke kommen mit einer Nachdenklichkeit daher, wie man es von Künstlerinnen wie Vashti Bunyan kennt, die aber erst knapp zehn Jahre später Platten aufnehmen sollte. Eine tolle (Wieder-)Entdeckung!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Rose McDowall – Cut With The Cake Knife

Die Schottin Rose McDowall ist wahrlich eine besondere Künstlerin. Während sie in den 80ern mit der jangligen Popband „Strawberry Swithblade“ Erfolge feiern konnte, war sie gleichzeitig bei etlichen Underground Größen als Bandmitglied oder Sängerin mit dabei: „Coil“, „Death In June“, „Current 93“, „Nature And Organisation“, Alex Ferguson, „Nurse With Wounds“, „Psychic TV“ usw… Ein Soloalbum veröffentlichte sie tatsächlich erst 2004. „cut with the cake knife“ schien wie eine Fortsetzung von „Strawberry Switchblade“: Poppig und zusammengehalten von McDowalls prägnanten und nur scheinbar naiven Stimme. Entsprechend war die Platte schnell ausverkauft. 2015 gab es eine Neuveröffentlichung, die auch schnell vergriffen war. Nun gibt es gleich zwei Wiederveröffentlichungen auf Vinyl. Dringende Empfehlung!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Jonathan Bree – Don’t Call It Love

Der Australier Jonathan Bree hat sich für sein neues Album drei Jahre Zeit gelassen. Es ist auch das erste Album seit dem Durchbruch-Album „sleepwalking“, auf dem er nicht mit seiner auffälligen Gesichtsmaske abgebildet ist. Stattdessen wird ein erotisch stilisiertes Foto aus dem ersten Video „live to dance“ auffällig in Szene gesetzt. Damit ist das Thema gesetzt, denn auf dem neuen Werk geht es um Sexualität. Die sorglos-poppigen sowie elektronischen Ausflüge vom letzten Album hat Bree wieder hinter sich gelassen. Er findet vielmehr wieder zu frühere Stärke zurück und klingt hier und da sogar nach Triphop. Bemerkenswert ist, dass auf „don’t call it love“ nicht nur – wie schon öfter – Princess Chelsea gesanglich unterstützt, sondern dass sie das bei gleich drei Stücken tut und zudem noch drei weitere Gastsängerinnen ihre Stimme beisteuern. Das (Doppel-)Album umfasst 17 Tracks und lässt dem Künstler dadurch reichlich Platz für Entwicklung. Das soundtrackartige Album weiß nach dem – für meinen Begriff – etwas zu gewöhnlichen letzten wieder zu überzeugen.

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Martial Canterel – Walls Undentified

Endlich wieder ein richtiges neues Album des Synthie Masterminds Sean McBride aka „Martial Canterel“, der mit seinem kühlen Synthwave seit nunmehr über 20 Jahren für ein ganzes Genre nicht weniger als stilprägend ist! In den letzten Jahren fokussierte er sich mehr auf seine Band „Xeno & Oaklander„, veröffentlichte mit dem Projekt Alben und tourte. 2021 gab es einen eher schwachen Soundtrack und das war’s seit 2020. Und auf einmal „walls undentified„. Hier findet McBride wieder zu alter Stärke zurück und klingt wie ein Modular Update seines eigenen Frühwerks. Natürlich wird er nie wieder so klingen wie in Zeiten, als er mit Synthie und Sequencern unterwegs war. Seit gut zehn Jahren arbeitet McBride mit Modular Synthies, was freilich direkt Einfluss auf das Klangbild hat. Aber nun spielt er wieder mit den leichtfüßig-beiläufigen Melodien, die seine Musik so einzigartig machen. Starkes Album, das es einen unmöglich macht, einen Track herauszuheben. Durchhören!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)