Sleaford Mods – Eton Alive

Zwei Jahre nach „English Tapas“ ist am Freitag das neue „Sleaford Mods“ Album „eton alive“ erschienen. Was gibt es Neues im Universum der „everybodys‘ darlings“? Zunächst einmal haben sich die beiden von Rough Trade getrennt. Ansonsten alles beim Alten. Logisch, gibt es schließlich gerade (immernoch) wirklich viel, worüber man sich in der britischen Vorstadt (zurecht) aufregen kann. Ja, politisch sind die „Sleaford Mods“ noch immer: Auf dem Cover werden zig Internet-Seiten aufgelistet zu Frauenrechten, Tierrechten und vieles mehr. Nebenbei senden die beiden hier auch einen Gruß an alle europäischen Schwestern und Brüder – ihr Statement zum Brexit.
Und die Musik: „Sleaford Mods“ bemühen sich merklich, musikalisch anspruchsvoller zu werden. Weniger rudimentär, dafür ausgefeilter. Jason Williamson versucht sich in „when you come up to me“ sogar an Gesang. Das halte ich für ein schwieriges Unterfangen, macht die Band doch gerade die wild, aggressiven Punchlines über billig zusammen geschraubten Samples aus: Britische (Musik-)Klischees treffen da auf politische Wut, wie man es lange nicht gehört hat. Andererseits können sie nach unzähligen Alben ja nicht immer genau dasselbe machen. Ein Dilemma.
So bleibt „flipside“ das einzige Stück, das musikalisch an frühe „Sleaford Mods“ Tage erinnert.
„eton alive“ ist ein gutes Album, ja, aber kann an „divide and exit“ von der Radikalität im Ganzen nicht heranreichen.

(vk)