Dieses Release hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Allerdings ist – während alle Welt „Kavinsky“ und Glen Hansard betrauert – weitgehend unbemerkt am selben Tag auch der visionäre dänische Musiker Martin Hall verstorben. Grund genug, an sein Schaffen zu erinnern. Ursprünglich aus der Punkszene stammend, entwickelte er früh einen elektronischen und gleichzeitig arty Musikansatz. Er war stets umtriebig und auf der Suche nach Inspiration. So überrascht es wenig, dass er an über hundert teils sehr verschiedenen Releases beteiligt war. Das bekannteste Stück dürfte sicher „SS Say“s seltsam entrückter Synthtrack „care“ sein. Die 2008 erschienene Zusammenstellung „catalyst (singles)“ liefert einen guten Überblick über das Schaffen des Künstlers. Der Opener erinnert fast an „Iron Maiden“! Gefolgt von dem Dancefloor Filler seines Projektes „Under For“: „free-force structure“. Hier hört sich Hall nach EBM an. „beat the drum“ ist beinahe gewöhnlicher Mid-80s Pop. „love in vain“ geht in Richtung Acid. Was aber allen Stücken innewohnt ist eine gewisse Zerrissenheit und Sehnsucht. Das mag auch am an „Associates“ erinnernden Gesang liegen. Man sollte sich aber hüten, Hall vorschnell in eine Schublade zu stecken… Spannender Künstler, der viel zu früh von uns gegangen ist…
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(vk)