Mars Volta – Que Dios Te Maldiga Mi Corazon

Jetzt drehen die beiden Kalifonier endgültig ab: Im letzten veröffentlichten „Mars Volta“ ihr erstes Album seit zehn Jahren und sorgten wegen des neu eingeschlagenen musikalischen Weges für allerhand Erstaunen. Nun legen sie nach und haben das ohnehin schon ungewöhnlich poppige selbstbetitelte Album komplett neu eingespielt und zwar akustisch. Kein E-Gitarre, kein Rock, kein Prog. Stattdessen eine Akustikgitarre, Exotika Flair, Cumbi Rhythmen, Klavier etc. Ja, wenn der prägnante Gesang von Cedric Bixler nicht wäre, würde „que dios te maldiga mi corazon“ eine Exotika Platte sein. Wirklich irre, dass die beiden sich immer wieder neu erfinden und das eigentlich sogar immer gut gelingt.

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Nici

„Nici“ ist ein offenbar noch recht junger Act aus Leipzig. Bisher veröffentlicht wurde – wahlweise als Tape oder digital – eine selbstbetitelte 5-Track EP. Dabei fühle ich mich ein wenig an „DIIV“ erinnert, obwohl die Mittel von „Nici“ ganz andere sind. Die 5 Stücke sind eher Synthiepop, lassen sich aber ganz schwierig einordnen. Jedenfalls hat das wenig mit dem zu tun, was einem bei dem Begriff Synthiepop durch den Kopf geht. Pop ist „Nici“ aber in jedem Fall. Hört einfach selber! Es lohnt sich.

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Projekt Ortsschild

Das Ein-Mann-Projekt „Projekt Ortsschild“ war im wesentlichen 2007/2008 aktiv. Das Minimal Projekt im Stile von früheren Kernkrach Releases oder Früh-80er-DIY Sound hat Ende 2021 auf einmal ein neues Album veröffentlicht. Nun wurden die alten Alben zum name your price und remastered auf der Bandcamp Seite zur Verfügung gestellt. Als ob das nicht schon genug Grund zur Freude wäre, deutet der Künstler auf seiner Instagram Seite das Release einer LP an! Die erste Vinyl Veröffentlichung! Das sollte man wohl im Auge behalten.

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Warum Joe

Die Band „Warum Joe“ wurde 1979 in Paris gegründet. Erschienen sind ihre frühen Alben auf New Rose, jenem Label, das sich auch für „Charles De Goal“ verantwortlich zeichnete. Musikalisch waren „Warum Joe“ näher am Punk als die prominenten Kollegen. Sie verbanden klassischen Punk mit einem minimalen Beat. Das macht die meisten ihrer Stücke ausgesprochen tanzbar. Gleichzeitig dürften sie mit ihrem Sound Blaupause für Bands wie „Frustration“ gewesen sein. Aktiv ist „Warum Joe“ bis heute. Allerdings liegt ihr letztes richtiges Album inzwischen 20 Jahre zurück. Richtig gut sind eigentlich auch nur die ersten drei Alben. Die wurden in den letzten zwie Jahren endlich wiederveröffentlicht; denn die Originale sind erstens meist inzwischen ziemlich verrockt und zweitens ziemlich teuer. Also ein echter Grund zur Freude für alle Freund*innen des französischen Undergrounds der frühen 80er. Vielen Dank an Matthias von Modus Synth für den Tipp!

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Makina Girgir – Tape Songs

Das französische Projekt „Makina Girgir“ ist seit nunmehr fast 20 Jahren aktiv. Mit ihrem leicht sperrigen Neo-Minimal sorgten sie für einige Furore. Das eine Album (2013) und die eine Single (2007) sind inzwischen gesucht Tonträger. Nun ist soeben eine Zusammenstellung von Tape-Samplerbeiträgen aus den Jahren 2010-2014 sowie unveröffentlichten Songs erschienen. Alle Tracks bewegen sich auf gewohnt hohem Niveau und sind weit mehr als eine „Restverwertung“. Vielmehr erscheint „tape songs“ wie ein homogenes Album. Vermutlich wird auch die auf 250 Exemplare limitierte Platte schnell vergriffen sein…

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Ursula – Ursula 3

Ihr Debüt Vinyl Release haben wir zusammen mit Young and Cold Records vor drei Jahren angestoßen. Es folgte ein Tape Album und nun das dritte Album erneut auf Tape – schlicht „3“ betitelt. Wo die ersten Releases noch recht rau klangen, sind die beiden Haller bzw. Wahl-Leipziger inzwischen vergleichweise poppig geworden. Schöne poppige Flächen und feine Synthie Hooks bilden einen angenehmen Kontrast zu dem immernoch leicht punkigen Gesang. Rundes Album! Das macht um so mehr Spaß, wenn man die beiden einmal live gesehen hat. Ich hatte letztes Wochenende das Glück. Grandiose Live Band, die hiermit allen wärmstens empfohlen sei!

https://ursula-ursula.bandcamp.com/track/novembermusik

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Die Tödin

„Die Tödin“ kommt aus Gelsenkirchen und hat sich auf die Fahnen geschrieben, allmöglichen darken Klischees zusammenzuwürfeln. Da wär einmal die Ästethik, die deutlich an Black Metal und an Death Rock à la frühe „Christian Death“ angelehnt ist. Textlich geht es – natürlich – um Tod und Düsternis. Musikalisch sind die bisher erschienenen Demos irgendetwas zwischen „Lebanon Hanover“ und „Totengeläut“. Bis auf das neue, ganze neun Minuten lange und experimentartige „nacht“. Das sind freilich alles ziemlich viele Klischees, die aber so zusammengesetzt durchaus ihren Reiz haben. Zumal das Ganze wohl live ziemlich eindrucksvoll sein soll.

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Informatics – 30 Second Jetpack

Die australische Formation „Informatics“ dürfte den meisten Genre Fans wegen ihres Überhits „proximity switch (accidents in paradise)“ bekannt sein. Die Band selber veröffentlichte in den 80ern genau genommen nur vier Tracks – alles plus Bonus auf der feinen Compilation „dance to a dangerous beat“ auf Dark Entries von 2013 zusammengefasst. Gerade hat nun das kleine DIY Label Minimalkombinat eine Zusammenstellung mit unveröffnetlichten Tracks herausgebracht. Ganze 12 Tracks! Obendrein in sehr guter Qualität. Es sind also keine ollen, eirigen Taperecordings. Wer den bekannten Stücken der Band etwas abgewinnen kann, wird hier großen Spaß haben!

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Climas Interiores – Malestares

Im letzten Jahr entdeckt, hat das kolumbianische Projekt „Climas Interiores“ nach über einem Jahr eine neue, digitale EP veröffentlicht. „malestares“ schließt da an, wo die letzte Veröffentlichtung 2021 aufgehört hat. Treibender, aber wegen der Sounds verträumter Minimal trifft auf verzweifelten gerufenen Gesang. Da fühle ich mich hier und da an „Silent EM“ erinnert. Da es da aber seit dem letzten Album etwas ruhig geworden ist, schließt „Climas Interiores“ hier willkommen eine Lücke.

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Medio Mutante – Model Citizens

Die mexikanische Band „Medio Mutante“, die um 2010 herum einige Beachtung erfuhr, ist in der Zwischenzeit auf ein Ein-Mann-Projekt geschrumpft. Damals machte die Band Minimal mit Italo Einflüssen. Heute hat sich daran nicht viel geändert. Lediglich die Arrangements sind etwas reduzierter. Leider fehlt die prägnante Stimme von Mariana Saldana (die sie zuletzt dem „Boy Harsher“ Hit „machina“ geliehen hat) schmerzlich. Trotz spannender Gäste wie Beate Bartel („Liaisons Dangereuses“, „CHBB“), Menko („S.M. Nurse“), oder „Kinder aus Asbest“ kann „model citizens“ nicht ganz an das Frühwerk des Projektes heranreichen. Wenn man das aber ignoriert und das Album nicht im Kontext sieht, bleibt eine interessante Minimal Synth Platte.

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