Jim E. Brown

Jim E. Brown kommt aus Manchester und lebt das Klischee eines versoffenen, britischen Antihelden. Ganz nebenbei probiert er auf Instagram diverse internationlae Speisen und kommentiert diese Erfahrung mit depressiv-miesgelauntem Unverständnis. Der (angeblich) 24-jährige veröffentlicht seit 2024 Musik. Die ist Indiepop. Eine Mischung aus John Maus und „Art Brut“ oder sowas. Es kommt dabei ohnehin mehr auf die Texte an. In denen geht es – wie es das Klischee will – natürlich um Jim E. Brown selber. Und natürlich um die Unwegbarkeiten des Lebens. Titel wie „i’m quitting prozac to continue drinking“ oder „how do i stop crying when i masturbate?“ zeigen, wies hier zugeht. Das ist alles ganz charmant und manchmal auch witzig. Aber sowas hat man zu oft besser gehört. Und musikalisch spannender. Man denke nur an die großen „Arab Strap“. Und dass hier Alkoholismus verharmlost – wenn nicht sogar glorifizert – wird, halte ich für schwierig…

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Just Mustard – We Were Just Here

Vor drei Jahren waren „Just Mustard“ mit ihrem zweiten Album „heart under“ eine neue ungewöhnliche Entdeckung für mich. Der feen-hafte Gesang, der scheinbar gar nicht so zur ruppigen Musik passen wollte, war ungewöhnlich und ansprechend. Im Oktober erscheint mit „we were just here“ das mittlerweile dritte Album der irischen Band. Bislang gibt es zwei Songs zu hören. Die enttäuschen aber leider etwas. Die Musik tritt weiter in den Hintergrund und klingt mehr nach modernem Shoegaze. Das Konkrete bis Sperrige von „heart under“ fehlt mir hier. Und damit der Kontrast, der die Musik für mich so reizvoll gemacht hat. Die neuen Songs sind somit solide, aber nicht mehr besonders…

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Jennifer Touch – Aging At Airports

Die Berlinerin Jennifer Touch veröffentlicht am ersten September etwa zwei Jahre nach „midnight proposals“ ihr neues Album. Davon gibt es bisher zwei Tracks zu hören. Die entfernen sich angenehm deutlich von dem Clubsound ihres Frühwerks. Zwar sind die Stücke immernoch moderner Synthsound. Aber Touchs Gesang nähert sich dem von 80er Jahre Künstlerinnen an. Wenn man über den albernen Albumtitel „aging at airports“ hinwegsieht, könnte das gut werden.

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Desinteresse – Onschuld

Das niederländische Trio veröffentlichte 2023 sein erstes Album als Tape. Das allerdings hörte sich eher wie ein Bootleg an. Es folgten energetische Auftritte und und die tolle Single „grijze dromen“. Aus ihrer Veehrung der frühen „Cure“ machten sie nie einen Hehl. Das reicht vom Outfit über das Songwriting bis hin sogar zu den Sounds der Instrumente. Das machen sie aber derart gut, dass man es ihnen gar nicht übel nehmen mag. Vor allem, weil die echten „Cure“ mit diesem Sound so gar nichts mehr zu tun haben. Am neunten September erscheint mit „onschuld“ ihr erstes richtiges Album, wenn man so will. Das entält acht Songs, von denen einer zuvor genanntes „grijze dromen“ ist. Da hätte man sich vielleicht doch ein zwei Stücke mehr gewünscht, wenn man schon den Album Preis zahlen soll. Die drei bisher zu hörenden Stücke sind jedenfalls prima!

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Naked Lunch – Lights (And A Slight Taste Of Death)

Kennt noch jemand die österreichische Band „Naked Lunch“, die in den 90ern einen gewissen Erfolg hatte. Es folgten noch regelmäßig Alben. Aber es wurde ruhig um das Projekt um Sänger und Songschreiber Oliver Welter. Schicksalsschläge wie eine Krebserkrankung, gleichzeitg Schönes wie die Geburt eines Kindes prägten die Jahre seit dem letzten Album von 2013. Gleichzeitig der stete Zweifel, ob es mit der Band überhaupt weitergehen soll. Es soll! Im November erscheint das neue Album. Und wenn es hält, was der Vorabsong „to all and everyone i love“ verspricht, wird das ein schwelgerisches, reifes und melancholisches Werk, auf das wir uns freuen können.

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Mattias Uneback – Harry Garth Jones Presents Music For Love

Mattias Uneback – bekannt als Kopf einer der besten zeitgenössischen Exotica Bands, nämlich „Ìxtahuele“ – hat zuletzt 2019 ein Solo Album veröffentlicht. „voyage beneath the sea“ bewegte sich dicht am Bandsound. Ein gutes Jahr nach dem letzten „Ìxtahuele“ Album legt Uneback mit einem neuen Solo Album nach. Auf „harry garth jones…“ gibt er sich mutiger und erweitert den Bandsound um Spaceage-Lounge Klänge. Die Stücke sind weitgehend instrumental. Mal gibt es eine Gastsängerin. Dann wird es groovy, sodass man glatt an den „Bullit“ Soundtracks denkt. Gleichzeitig bleibt der Exotika Vibe allgegenwärtig. Kurz: Hier passiert einiges. Einmal mehr belegt Uneback, dass es in dem von ihm beackerten Musikfeld noch eine Menge zu erforschen und entdecken gibt. Tolles Sommeralbum – gerade rechtzeitig zum zurückkehrenden Sommer!

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Calvin Love – Lavender

Calvin Love kommt aus Kanada. Seit 18 Jahren veröffentlicht er Musik. Die ist in erster Linie entspannt. Akustikgitarre mit einfach Arrangements dazu. Loves Stimme ist verhallt und verleiht den Stücken etwas croonerartiges – unterstützt hier und da durch Streicher. Ein Prise David Lynch Irsinn oben drauf und fertig ist die perfekte, sehnsüchtige Herbstmusik. Das trifft so zumindest auf sein bislang stärkstes Album „lavender“ von 2021 zu. Wieso das Album etwas untergegangen ist, erschließt sich mir nicht. Ganz starke Platte!

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Years Of Denial – Love Cuts Ep

Vor zwei Jahren veröffentlichte das Duo „Years Of Denial“ ihr Überalbum „suicide disco volume 2„. Da fällt vermutlich schwer, daran anzuschließen. Sie versuchen das nun mit der Anfang Septmber erscheinenden „love cuts“ ep. Und was soll ich sagen? Es scheint gelungen zu sein. Weiterhin leifern sie brachial-clubbigen, düsteren Sound ab, der stets etwas abseitig wirkt. Das wird eine prima ep!

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Various – Nihon No Wave 2

2018 veröffentlichte das feine Label Mecanica die Zusammenstellung „nihon no wave„. Nun erscheint Teil zwei der Zusammenstellung voller unbekannter, teils obskurer Acts aus Japan. Von Synthpop, über Postpunk bis Minimal ist alles dabei. Tatsächlich ist die die zweite Zusammenstellung sogar noch besser als die erste! Man höre sich allein Acts an wie „Hinomaru Factory“ mit ihrem 80s Pop oder „Ecentrique Noiz“, die die janpanischen „Ultravox“ zu sein scheinen. „vinyl kaitai koujou“ sind experimentell – aber auf eine sehr ansprechende Art. Rundum gelungen, gute Mischung. Parallel dazu wird der erste Teil der Zusammenstellung als Doppel Lp plus 7″ neu aufgelegt. Unbedingt Empfehlung!

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