Hard Corps – Metal & Flesh

Die britische Synthpop Band „Hard Corps“ hat in der Zeit ihres Bestehens in den 80ern nur EPs veröffentlicht. Bei Erscheinen des Debüts gab es sie schon nicht mehr… Eine Zeit lang drohten sie in Vergessenheit zu geraten, erfuhren aber 2012 eine Renaissance mit einer Zusammenstellung auf Minimal Wave. Die Musik erhält dabei ein besonders poppiges Flair dank des Gesanges der französischstämmigen Regine Fetets – selbst wenn die Stücke wie „dirty“ etwas aggressiver werden. Platten und Compilations der Band sind entsprechend schnell vergriffen. Nicht nur wegen Hits wie „je suis passé“. Umso erfreulicher, dass Anna Logue Records nun gerade die großartige Compilation „metal & flesh“ veröffentlicht hat, die nicht nur das quasi Debüt der Band mit demselben Titel weitgehend umfasst, sondern noch etliche weitere großartige und gesuchte Tracks. Das hier ist für mich eines der absoluten Highlights des Jahres! Vielen Dank Anna Logue Records! Die Doppel LP lohnt allein schon hierfür:

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Swans – Newly Sentient Being

Es ist erstaunlich, auf welchem Niveau und in welchen dafür doch geringen Abständen Michael Gira mit seinen „Swans“ Platten veröffentlicht. Das letzte „birthing“ erschien 2025. Mit „newly sentient being“ will Gira es nun noch einmal richtig wissen: Es ist ein Live Album, das letzten November in Berlin aufgenommen wurde. Das 5 Stücke umfassende Werk enthält dabei drei neue Tracks und zwei abgewandelte von den letzten beiden Alben. Soweit so gewöhnlich. Aber Michael Gira wär nicht Michael Gira, wenn er auch hier nicht in Superlativen denken und arbeiten würde. So wird die Platte als Abschied vom epischen Soundlandschaften der letzten 15 Jahre (seit der Reunion) bzw. vom „Big Sound“-Ära – wie es überall zu lesen ist – angekündigt. Und so wundert es nicht, dass die 5 Tracks ganz 160 Minuten einnehmen. Der Titeltrack allein ist gute 53 Minuten lang! Entsprechend epochal ist die Gestaltung des Releases geraten: Vier Lps plus Poster plus DVD des Konzertes. Ja und die Musik? Die ist genau, wie man es in den letzten Jahren bei den „Swans“ kennt. Es wechseln improvisierte laute mit cineastisch-ruhigen Parts ab. Einige Parts sind geradezu poppig. Kurz: Hier passiert so viel, dass es schwierig wird, das einzufangen. In jedem Fall nichts für alle Tage, aber gerade deswegen großartig!

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Damaged Goods Label

Das britische Label Damages Goods bringt im November gleich vier interessante Platten raus! Natürlich ist Billy Childish dabei mit seinem stets rumpeligen Rock’n’Roll/Punk Rock Sound. Und zwar gleich mit zwei Bands: „Thee Headcoats“ und „Armitage Shanks„. Bei letzteren ist er neu am Start und hat der Band bei dem ersten Album seit 22 Jahren unter die Arme gegriffen. Dann kommt noch das neue Album der Garagen Musikerin Miss Ludella Black – mit den „Masonics“ als Backing Band. Und last but not least „Thee Headcoatees“ – quasi die weibliche Gegenband zu „Thee Headcoats“. Alles bewegt sich auf hohem Garagensound-Level. Einzige Kritik könnte sein, dass sich der Sound bisweilen doch arg wiederholt. Aber bei Niveau macht das nichts. Alle vier Platten seien hiermit empfohlen!

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Teenage Fanclub – Do Not Dare To Dream

Die schottische Indie Pop Band ist etwas besonderes. Seit nun mehr 36 Jahren veröffentlichen sie in erfreulicher Regelmäßigkeit Platten, die von allem, was in der Welt passiert unberührt scheinen, so unaufgeregt sind sie. Da bildet „do not dare to dream“ keine Ausnahme. Die Stimme von Sänger und Songschreiber Norman Blake hört sich inzwischen nicht mehr so jugendlich an. Aber das macht nichts. Irgendwie passt das zu den Texten, die sich um Alltägliches drehen. Die Band ist ja auch längst den 20ern entwachsen. Nicht auf allen Alben will das alles immer gelingen. Hier tut es das. Schöne melancholische Melodien bilden sowas wie eine wohlige Decke, die einen kuschelig umhüllt. Es fällt dabei schwer, einzelne Stücke hervorzuheben. Am besten hört man das Album ganz durch. Tolles Album!

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