Das Ich – Die Propheten

Jaja, ich weiss: Bands der Anfang der 90er entstandenen so genannten „neuen deutschen Todeskunst“ sind eher peinlich und schlecht gealtert… Eine der Begründer des Genres sind sicher „Das Ich“ mit ihrem Song „gott ist tot“. Das Debüt Album mit besagtem „gott ist tot“ (oder „gottes tod“) – „die propheten“ – ist als Vinyl längst vergriffen. Nächste Woche erscheint es neu als LP. Ja, das ist so n bischen wie in der Schmuddelabteilung unterwegs zu sein… Aber aus Sentimentalität muss ich sagen, dass ich mich auf diese Wiederveröffentlichg freue.

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(vk)

Zodiak – Warrior Of The Past

In Zürich gibt es den kleinen, aber feinen Black Metal Laden Berggeflvster. In dem Umfeld des Ladens hat sich die neue, junge Metalband „Zodiak“ gegründet. Gerade ist ihr erstes Zwei-Track-Demo auf bandcamp erschienen. Die beiden recht rohen Tracks atmen ganz viel 80er. Faust zum Himmel plus Jeanskutte. Dazu „whoooohooo“ Gesänge. Großartig! Dann kann was draus werden! Wie sie selber auf der Bandcamp Seite schreiben: Das ist erst der Anfang, von dem, was noch kommt!

https://zodiakheavy.bandcamp.com/album/warrior-of-the-past-demo

(vk)

Various – The Bristol & Bath Blitz Club Meets Art School Sound – 80’s Explosion

Diese neue Compilation ist genau das, was der Name beschreibt: Musik aus dem Dunstkreis von Art School und dem legendären Blitz Club – alles Wegbereiter für New Wave und Synthpop der 80er. Wer nun die zigste Zusammenstellung mit „ABC“, „Duran Duran“, „Visage“ etc. erwartet, liegt komplett falsch; denn hier werden die Bands präsentiert, die es eben nicht ins große Rampenlicht geschafft haben. Die Compilation umfasst 11 (LP) bzw. 20 (CD) Tracks, die ich allesamt nicht kenne. Und ich behaupte, dass ich mich in dem Genre doch etwas auskenne… Natürlich klingen die Bands wie die bekannten Acts – also wirklich gut. Und so gibt es auf „the bristol & bath blitz club meets art school sound – 80’s explosion“ Einiges zu entdecken. Die physischen Varianten sind sehr limitiert. Da empfiehlt es sich, schnell zuzuschlagen…

https://bristolarchiverecords.bandcamp.com/album/the-bristol-bath-blitz-club-meets-art-school-sound-80s-explosion

(vk)

Charles De Goal – Ici L’Ombre

Vor zwei Jahren wurde das legendäre Debüt „algorythmes“ der französischen „Charles de Goal“ (um zwei Songs erweitert) wiederveröffentlicht. Nun folgt mit „ici l’ombre“ das zweite Album von 1982 – ebenfalls auf May I Records – ein Label, das von einem alten New Rose Mitstreiter gegründet wurde. Damals nur auf LP erschienen, ist dies das erste Rerelease des Albums. Die CD Version ist dabei um ganze 13(!) Tracks erweitert. Ob die LP auch mehr Tracks hat als die ursprüngliche LP, vermag ich noch nicht zu sagen, da ich keine Tracklist der neuen LP finden konnte. Ich gehe aber davon aus, da die originale LP nur schmale 34 Minuten lang ist. Zur der Musik: Auf „ici l’ombre“ sind die Stücke nicht mehr so roh wie auf dem Debüt. Die Stücke sind deutlich durchdachter bis artifiziell, aber immer noch sehr guter Postpunk. Wieso das Album immer ein wenig untergegangen ist, erschließt mich beim neuerlichen Hören nicht. Zumal es ja auch den Clubhit „kling klang“ enthält. Wirklich gutes Album, über dessen Wiederveröffentlichung wir uns freuen können!

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Warlock Corpse – Under The Cold Moon

Das „Warlock Corpse“ ein neues Album veröffentlicht, ist erst einmal nichts Ungewöhnliches – so oft bringt der Kasache neue Musik unters Volk. „under the cold moon“ bildet aber insofern eine Ausnahme, dass es komplett mit Band eingespielt wurde. Das sind die ersten Aufnahmen mit Band seit den „Warlock Corpse“s Demos. Bemerkenswert: Die Musik klingt mitnichten nach Black Metal, wie man es bei einem Dungeon Synth Projekt erwarten würde. Stattdessen bilden die Synthies wieder ein Fundament, das beinahe Popappeal mit sich bringt. Und sonst hört sich das fast nach Punk an. Einige Stücke sind bereits bekannt und wurden extra für „under the cold moon“ neu aufgenommen. Starkes Release, das in jedem Fall ein Ohr verdient hat…

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Fabienne Delsol – Indigo Red

Seit über 25 Jahren beschert uns die Wahl Britin Fabienne Delsol feine Musik mit deutlichem 60s Flair und ganz viel Pop. Zu Beginn war sie als Teil der „Bristols“ noch etwas garagiger unterwegs, um sich ab 2004 endgültig dem Pop zuzuwenden. Das gerade erschienene „indigo red“ ist ihr fünftes Solo Album und das erste seit 2019. Alles wie gewohnt im Delsol Universum. Man hat aber das Gefühl, dass die Stücke nun abwechslungsreicher und reifer sind. Das steht Delsols Musik ausgezeichnet. Garage meets Psychedelic meets Sunshine Pop. Gut, dass sie wieder da ist!

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Haruomi Hosono, Shigeru Suzuki, Tatsuro Yamashita – Pacific

1978 veröffentlichten die drei Japaner Haruomi Hosono, Shigeru Suzuki und Tatsuro Yamashita zusammen die Platte „pacific“. Die ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Wie der Titel andeutet geht es hier um Exotika als zentrale Musik. Allerdings vermengt mit einerseits dem Spät 70er Yachtrock-Elementen und Porgrock-Elementen. Das Ergebnis ist zwar extrem cheesy, aber auch richtig gut! Entsprechend ist die Vinyl Version begehrt und teuer. Selbst die Reissues bringen heute Preise ab 80 Euro. Umso erfreulicher, dass das italienische Bootleg-Label Victory noch recht frisch ein liebevolles Bootleg herausgeracht hat. Klanglich gut plus solides Artwork und mit Beilage. Günstige Alternative zu den anderen gesuchten Pressungen.

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Portion Control – 1983-86 – Hit The Pulse To Purge…

Die britische Band „Portion Control“ dürft den meisten für ihren Beitrag zu Minimal und beosnderscEBM bekannt sein. Spannend sind dabei die beiden Compilations von Vinyl On Demand, die das Frühwerk der Band zusammenfassen. Die sind allerdings vergriffen und gesucht. Artoffact veröffentlicht im August mit „1983-86 – hit the pulse to purge…“ eine 4 CD Box mit Tracks aus den Jahren 1983-86. Soweit so spannend. Leider ist die korrespondierende Vinyl Version eine einfache LP mit lediglich einer Auswahl der Stücke. Da hätte man sich vielleicht auch eine Box gewünscht. In jedem Fall dennoch ein spannendes Release.

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Korpus Kristi – Stadt Der Blauen Eier (Selected Recordings And Rarities 1980-1981)

Die kurzlebige Band „Korpus Kristi“ ist zu unrecht etwas in Vergessenheit geraten. Dabei waren Mitglieder der Band durchaus erfolgreich aktiv bei „Schulsport“ und „Die Radierer„. Hier soll es jedoch um die von 1980-81 aktive Band „Korpus Kristi“ gehen. Die machten Untergrund Punk wie man ihn von Bands wie „S.Y.P.H.“ her kennt. Sperrig, punkig, aber voller interessanter Ideen. Das macht sie nämlich besonders: Die Stücke sind überraschend ausgefeilt. Mal gibt es ein Saxophon oder unerwartete Wendungen in den Tracks. Viel zu schade, um vergessen zu werden! Tapete veröffentlicht daher im Oktober eine Zusammenstellung von Single Tracks und einigen Album Stücken von dem großartigen, selbstbetitelten Debüt, ergänzt um einige Raritäten. Schönes Ding und unbedingte Empfehlung!

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Ella Fitzgerald – Live At Falkoner Theatre Copenhagen, 6th February 1966

Die Grande Dame des Jazz Ella Fitzgerald bedarf keiner weiteren Vorstellung. Allerdings ist es bemerkenswert, dass auch noch 30 Jahre nach ihrem Tod noch „neue“ Platten erscheinen. In diesem Fall ein Radiokonzert, das Fitzgerald 1966 in Kopenhagen gegeben hat. Damit gehört die Aufnahme eher zu ihrem Spätwerk. Lange galten die Aufnahmen als verschollen, wurden aber doch wiederentdeckt und erscheinen morgen erstmals(!). Die Stücke bewegen sich zwischen klassischem Jazz, Bigband Sound und sogar Exotica. So sind die zehn Stücke recht abwechlsungsreich. Und wie gewohnt fesselt allein Fitzgeralds Stimme von Minute eins. Tolle und komplett zeitlose Musik!

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