Oliver Hibert – Electric Hourglass

Oliver Hibert kommt aus Scottsdale, Arizona und ist eigentlich bildender Künstler. Er hat sich der Psychedelic Art verschrieben und zieht das komplett durch. Er macht psychedelisch Plakate oder entwirft Tarot Decks. Alles, was man halt so mit Psychedelic Art assoziiert. Da liegt es freilich nahe, auch entsprechende Musik zu machen. So erschien vor einem Jahr „electric hourglass“ (schon der Name erfüllt jedes Klischee!) digital und als Tape. Letzteres gibt es als Special mit Buch, Poster und – Achtung schon wieder Klischee: Pfauenfeder! Die Musik kann sich jedenfalls hören lassen. Das erinnert mich an die „Dukes Of Stratosphear“ aka „XTC“, die Anfang der 80er (erfolgreich) versuchten, die psychedelischen „Pink Floyd“ nachzuahmen. Hilbert klingt freilich moderner. Dennoch finden sich natürlich auf „electric hourglass“ Hammondorgeln, Fuzzgitarren, wirre Arrangements und Geblubber, dass es eine wahre Freude ist. Er ziehts einfach durch!

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Carlo Onda – Euro89

Es gibt mal wieder eine neue Platte von Carlo Onda. Tatsächlich vermochte mich die bereits Mitte Juni erschienene Platte „euro89“ beim ersten Reinhören nicht so recht zu begeistern. Der Schweizer versucht sich hier vor allem in den Lead-Sounds an Früh-90er Kitsch Elektro. „your kiss so sweet“ hört sich so an, als ob es geradewegs mit der Zeitmaschine herbeigeflogen wäre aus einer Ära, als „Enigma“ seine ersten Gehversuche unternahm und „Culture Beat“s „der erdbeermund“ im Radio dudelte. Als Gastsängerin hat er u.a. „Blanche Biau“ gewinnen können, die der Single „kette“ ihre Stimme geliehen hat. Hier frischt „Carlo Onda“ den Früh-90er Sound angenehm zeitgemäß auf. So bohrt sich gerade dieser Song bei aller Beiläufigkeit direkt ins Ohr. Der Großteil der zehn Tracks fügt sich in dieses Klangbild. „temptation“ und „close to midnight“ sind die beiden tanztauglichen Stücke des Albums. So ergibt „euro89“ auf einmal Sinn und ist eine wirklich runde Sache geworden!

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Dada Pogrom – Kolophonium

Neues bzw. altes auf Kernkrach: Das bereits 2015 auf Hertz-Schrittmacher/Kernkrach erschienene Album „kolophonium“ des isländischen Projektes „Dada Pogrom“ hat soeben eine Wiederveröffentlichung auf Vinyl erfahren. Die origionale LP ist längst vergriffen und inziwschen hochpreisig. Zudem hat die Neuauflage ein komplett anderes Cover – statt Foto gibt es einen schicken Siebdruck. Die Musik ist eine upgedatete Variante von 80er Minimal. Charmant und in weiten Teilen tanzbar. Feine Platte, die durch das neue Artwork definitiv ein Upgrate erfahren hat.

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Soft Riot – No.

Im Jahre 12 nach den ersten Gehversuchen als „Soft Riot“ kündigt Jack Duckworth für August das neue Album „no.“ an – das zehnte Album. Auf seiner Bandcamp Seite lässt uns der Wahl-Glasgower die ersten drei Tracks des neuen Werkes hören. Musikalisch geht die Reise da weiter, wo „Soft Riot“ uns seit jeher mitnimmt: 80er Synth Pop mit einer schrägen und eigenweilligen Attitüde, die das Projekt einzigartig macht. Allerdings vermisse ich ein wenig Neuentwicklungen. Einzig der vermehrte Einsatz von Gitarren fällt auf. Aber bisher gibt es ja auch erst ein Drittel von „no.“ zu hören.

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Klaus Devore / Claustrophobia

Das Projekt „Claustophobia“ besteht aus dem Briten Klaus Devore. Und dem Namen ist Devore seit 2001 aktiv und veröffentlicht regelmäßig Musik zwischen Postpunk, Wave und Dreampop. Die düstereren Stücke erinnern an „Lycia„. Jedenfalls gibt es auf seiner Bandcamp Seite einiges zu entdecken. Besonders sein Händchen für gute Melodien fallen gleich auf. Highlight dürfte aber das unter seinem echten Namen Klaus Devore zunächst auf youtube erschienene Stück „no more joy“ sein:

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Chaos International

Der Act „Chaos International“ ist so frisch, dass es erst einen Track auf Soundcloud zu hören gibt. Das wäre nicht unbedingt der Erwähnung wert, wenn nicht hinter dem Ein-Mann-Projekt Lewis Norvid von „Transfigure“ stecken würde. Gleichzeitig werden als Referenz goße Namen wie „Absolute Body Control“ aufgeführt. Dem wird der erste Track durchaus gerecht. Bitte mehr davon! Im August folgt der erste Live Auftritt.

https://soundcloud.com/chaosinternational/chaos-international-provo

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Galatée – Funeral De La Futur

Das russische Duo „Galatée“ ist seit bald zehn Jahren aktiv und hat in dieser zeit etliche digitale Releases veröffentlicht, denen das Label Oraculo 2018 eine feine Zusammenstellung widmete – das bisher einzige Vinyl Release der Projektes. Die Stücke darauf sind voll von schönen Melodien, die sich in einem poppig-flächigen Dark Synthpop verbinden. Im Mai erschien das neue Album von „Galatée“. 15 Tracks über das Leben nach der Jugend – so der Eintrag auf der Bandcamp Seite. Die schließen nathlos an den bisherigen Output der beiden an. Jedoch zünden die Melodien nicht mehr so wie noch vor 5 Jahren. Vielleicht will „funeral de la futur“ auch einfach öfter gehört werden. Das Album gibt es jedenfalls digital zum name your price auf der Bandcampseite.

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Dame Area – Toda La Mentira Sobre

Das spanische Duo „Dame Area“ veröffentlicht seit 2018 Alben und EPs im Spannungsfeld zwischen (elektronischem) Chaos, Experiment und Dancefloor. Das hörte sich zu Beginn etwas ziellos und anstrengend an. Ende letzten Jahres jedoch erschien das Album „toda la mentira sobre„, das deutlich aufgeräumter und strukturierter – ja poppig – daherkam. Die tanzbaren Tracks mit Minimal Einflüssen geben eine gute Figur ab und machen richtig Spaß!

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Fevr – I Don’t Do It No More

Die Band „Fevr“ kommt aus L.A. und veröffentlicht seit August letzten Jahres verstörend viele digitale Alben auf ihrer bandcamp Seite. Ihre Musik bewegt sich dabei zwischen Postpunk, Wave und tanzbarer Elektronik – mit Schwerpunkt auf Postpunk. Das spanische Label Oraculo hat sich durch die Songs gewühlt und dem Trio ein physisches Release ermöglicht. „i don’t do it no more“ ist eine 18 Tracks umfassende Doppel-LP, die für meinen Begriff gelungen zusammengestellt wurde und einen Querschnitt durch die bisherigen „Fevr“ Releases bildet. Wo die ganzen digitalen Alben doch einiges an belanglosem Ausschuß bereithalten, reiht sich hier Hit an Hit: Von Wavetrack über reduzierte Stücke, die musikalisch an „Lebanon Hanover“ erinnern, bis hin zu Dancefloor-tauglichen Songs.

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TenGrams – The Defect of Equality

Das italienische Duo „TenGrams“ ist seit knapp zehn Jahren aktiv und tendenziell eher in Clubkontexten zu verorten, offenbarte aber mit Releases wie der EP „spacelab“ durchaus eine poppige Seite. Zum Background der Band: Die Hälfte ist Mitglied des ungleich bekannteren Minimal/Italo Band „N.O.I.A.„. Offenbar hat diese Verbindung Ausschlag zu „TenGrams“ neustem Release gegeben – dem Album „the defect of equality„. Die Stücke sind poppiger Minimal mit guten Melodien und authentischen Sounds. Bei einigen Stücken glaubt man gar „N.O.I.A.“ selber zu hören. Gelungenes Album, das es bisher leider nur digital gibt.

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