Green Seagull

Nun ist ja doch noch der Sommer eingekehrt. Und was kann es da passenderes geben, als schöne 60er inspirierte Sunshine Pop Musik wie sie die Londoner „Green Seagull“ machen? Mit mehrstimmigem Gesang, Spaceorgel und Fuzz-Gitarre bewegen sie sich damit zwischen den „Beach Boys“ und neueren Bands des Genres wie den „Allah-Las“. 2018 veröffentlichten sie ihr Debüt „scarlet fever„. Vor einer Woche veröffentlichten sie ihren Zweitling „cloud cover„, der nahtlos an das Debüt anschließt. Wenn ihr Musik für den Badesee oder den Tag am Meer sucht, versucht doch mal „Green Seagull“!

(vk)

Rosetta Stone – Cryptology

Letztes Jahr gab es mit „seems like froever“ ein überraschend gut gelungenes Comeback der Goth Rocker „Rosetta Stone“ um Sänger Porl King. Gerade ist nun das neue Album „cryptology“ erschienen, das zum einen zwar an seinen Vorgänger anschließt, zum anderen aber etwas rauher und weniger rund erscheint. Auch macht das Songwriting einen weniger ausgefeilten Eindruck. So erreicht „cryptology“ zumindest mich leider nicht so wie „seems like forever“. Trotzdem eine beachtliche Platte.

(vk)

Martyr – The Understatement

„Martyr“ ist ein Ein-Mann-Projekt aus Łódź in Polen. Der Musiker entstammt angeblich einer Metal Band. Mit Metal hat „the understatement“ aber – außer einer gewissen Düsternis – nichts zu tun. „Martyr“ bewegt sich zwischen Minimal, EBM und modernem Electrosound. Und das gelingt ihm auf eine angenehm frische Art und Weise. Bislang gibt es das Album nur digital. Dafür aber für günstige umgerechnet etwa € 2,70, die hier als Support für den Künstler sicher gut angelegt sind.

https://martyr11.bandcamp.com/track/artifical-love

(vk)

Martial Canterel – Horizon Ltd.

Drei Jahre ist die Veröffentlichung des letzten Albums des großen Meisters des analogen Minimal Sounds Martial Canterel schon her. In der Zwischenzeit hat sich Sean McBride dem Projekt „Xeno & Oaklander“ ausgiebig gewidmet, das er zusammen mit Liz Wendelbo betreibt. Nach diversen Rereleases erscheint am 31.08. das erste neue Material seit „lost at sea“ und zwar auf dem Kunstlabel Objetrouvé, das sich darauf spezialisiert hat, besondere Platten als Kunstwerke in sehr limitierten Auflagen zu veröffentlichen. Einige davon sind Unikate und entsprechend etwas höherpreisig. Alle sind jedenfalls liebevoll gestaltet. Bisher erschienen dort Platten von Arnaud Lazlaud, Madmoizel und den leider aufgelösten „Peine Perdue“, die das Label auch betreiben. Zu hören gibt es leider noch nichts. Es dürfte in jedem Fall zumindest eine besondere Veröffentlichung werden.
Hier zum Trost ein interessantes Interview mit dem Meister:

(vk)

Benny Leather – Temporary Insanity

Benny Leather kommen aus Antwerpen. Es scheint sich um ein Duo zu handeln, das bisweilen verstärkt wird. Seit gut einem Jahr veröffentlicht es einzelne Tracks. Angefangen haben sie mit Cover Songs von „Absolute Body Control“ und „Human League“. Damit haben sie ganz gut das abgesteckt, was einen hier erwartet: Poppiger, minimaler Synth Wave. Im Oktober erscheint das Debüt Album „temporary insanity„. Bisher gibt es nur schon bekannte Stücke zu hören. Aber das könnte gut werden. Daher: Obacht! Es soll nur 100 Exemplare der LP geben.

(vk)

Nicky Robson – Stars

Nicky Robson war eher als Video Editor für andere Acts und als Freund von Garry Numan bekannt. Eine Single brachte er 1981 heraus. Zwar gibt eine digitale Zusammenstellung weiterer Stücke. Das war es aber mit Releases. Im Mai wurde die „stars“-Ep wiederveröffentlicht. Die Neuauflage enthält sowohl den 7″ Mix als auch den 12″ Mix des Orginals und darüber hinaus noch die B-Seite. Erhältlich ist die von dem norwegischen Label Neppa.

(vk)

Erasure – The Neon

Zwei Jahre liegt das letzte Album der einst wegweisenden Synth Popper „Erasure“ zurück. Das Duo dürfte in einer breiten Öffentlichkeit nach „Depeche Mode“ sicher der prominenteste Vertreter des britischen Mute Labels sein. In den letzten Jahren habe ich zugegebenermaßen die Band ein wenig aus den Augen verloren. Zu beliebig waren ihre Alben. Solide. Mehr aber auch nicht. Ende August erscheint „Erasure“s neuestes Werk „the neon“.
Hier kombinieren sie die guten Melodien der Frühzeit mit minimalen Synth Wave Elementen. Das Ergebnis ist ein Album, das in weiten Teilen so nah an ihre Glanztage in den späten 80ern anschließt, wie lange nicht. Schönes Popalbum, das Spaß macht zu hören!

(vk)

Mort Garson – Didn’t You Hear? / Black Mass / The Unexplained / Music From Patch Cord Productions

Letztes Jahr erschien Mort Garsons legendäres Album „plantasia“ neu. Der bereits 2008 verstorbene Musiker und Klangkünstler hat es zwar nie zu einem Superstar Status geschafft, sein Einfluss auf die Musik Entwicklung seit den 60er Jahren war aber enorm. Der Erflog des letztjährigen Re-Issues scheint das zu belegen. Jedenfalls legt das Label Sacred Bones im November nach und veröffentlicht drei Alben neu und eine Compilation dazu.
Im einzelnen handelt es sich um „didn’t you hear“ – ein spaciger Soundtrack von 1970 -, „black mass“ – 1971 erschienen unter dem Namen „Lucifer“ – sowie „the unexplained“ von 1975 – erschienen unter dem Pseudonym „Ataraxia“. Alle drei verdeutlichen noch einmal den Status, den Garson sich seit den späten 60ern erarbeitet hat. Allesamt sind inzwischen gesuchte und teure Alben. Schön, dass es sie nun wieder regulär zu geben wird.

(vk)