Sieben ganze Jahre hat sich das hippe Duo „Boy Harsher“ für ihr sein neues Album Zeit gelassen. Zwar waren die beiden in der Zwischenzeit nicht untätig, in anderen Projekten aktiv und veröffentlichten einen Soundtrack. Aber das letzte „richtige“ Album liegt tatsächlich sieben Jahre zurück. Wenn man solch einen Hype erfahren hat wie die beiden, ist es schwierig ein neues Album aufzunehmen. Soll man sein eigenes Klischee weiterführen (weil man damit Erfolg hatte) oder einen Bruch wagen? „Boy Harsher“ haben beides getan. Zunächste fällt auf, dass „get mean“ viel weniger „clubbig“ daherkommt. Die Stücke sind eher Stücke als Tracks und haben bisweilen Indie Pop Charakter. Hier und da hält eine Gitarre (oder ein nach Gitarre klingender Synthie) Einzug. Das gibt einen gewissen Wave Vibe. Also vieles anders. Und gleichzeitig klingt das alles nach „Boy Harsher“ allein wegen Jae Matthews Stimme – auch wenn sie ganz anders zu singen versucht. Die Beats sind etwas zu wenig abwechslungsreich, sodass die erste Hälfte des Albums etwas gleichförmig klingt. Aber nach mehrmaligem Hören entdeckt man immer wieder Neues und „get mean“ wächst. Bei „ice pick (walk away“ zeigen sie, dass sie auch ironisch können. Hier haben sie offenbar bei den „Sisters Of Mercy“ gesamplet („walk away“!) und daraus etwas Zeitgenössisches gebastelt. Ich habe bei diesem Album nichts erwartet, muss aber zugeben, dass ich ausgesprochen positiv überrascht bin und bedenkenlos eine Empfehlung aussprechen kann.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.
(vk)