Rue Oberkampf – Wehmut

Gerade hat das Münchner Duo „Rue Oberkampf“ die empfehlenswerte Singles Compilation veröffentlicht, da legen sie nun mit dem ersten richtigen Album seit zwei Jahren nach. Dabei ist Name Programm: „wehmut„. Dazu gleich mehr. Tatsächlich haben sich die beiden merklich weiterentwickelt. Weg von clubbigen Beats hin zu sphärischen Sounds. So findet sich lediglich ein Track („blanc poney“), der halbwegs im Club funktionieren könnte. Beats finden wenig und wenn dann nur als Beiwerk statt. Die Stücke sind melancholisch und sehnsüchtig. „wehmut“ passt da perfekt als Klammer. Man denkt an „Dead Can Dance“ zu „wthin a realm of a dying sun“-Zeiten oder an die seit kurzem wieder aktive „Hante„. Bei „sonne“ höre ich sogar ein wenig „Pet Shop Boys“‚ „it couldn’t happen here„. Das alles sind dabei lediglich Anklänge. „Rue Oberkampf“ klingen immernoch nach „Rue Oberkampf“. Erfreulich fällt eine angenehme Vielseitigkeit in Julia de Jouys Gesang auf. Und im Abschlusstrack gibt es sogar eine Akustikgitarre zu hören. Gewagtes, aber wirklich gelungenes und schönes Album!

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(vk)