Alles – Lost

Das polnische Duo „Alles“ ist schon ein wenig seltsam. Es begann 2014 mit durchaus tanzbarem Minimal Synth, fügte bei den folgenden Alben Experiment und Pop gleichermaßen hinzu und macht eine Kategorisieren fast unmöglich – die Band damit gleichzeitig spannend. Zwei Jahre nach dem letzten Album „hope“ kündigen sie nun mit „lost“ ihr viertes Album an. Der erste Track davon machts einem mit der Beschreibung wieder nicht einfach. „kończę“ beginnt beinahe ambientartig und flächig, entwickelt sich dann aber. Nach beinahe vier Minuten kommt so etwas wie ein Beat und der Song wird konkreter. Seltsam, ja…

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Fragrance. – Crisis

„Fragrance.“ ist Matthieu Roche aus Paris. Sein Debüt Album „now that i’m real“ hat mit seinem tanzbaren Synth Wave Pop im letzten Jahr einen gewissen Hype erfahren. Auch wenn hier eigentlich alles gut gemacht war, hat mich das Album nie so richtig begeistern können. Vielleicht weil es ein wenig arg cheesy poppig geraten war. Nun gibt es den ersten neuen Track. Der ist ein echter Ohrwurm und funktioniert deutlich besser als das Album. Wieso? Ich kanns euch nicht sagen…

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Forever Amber – The Love Cycle

Manche Bands erleiden ein tragisches Schicksal. So auch die britische Band „Forever Amber“, die nur ein Album veröffentlichte. Aus Mangel an Mitteln taten sie das in Eigenregie im Jahre 1969. Laut Discogs gab es nur 99 Exemplare – um Steuern zu sparen. Kurz nach Release kam der Split. Seither entwickelte „the love cycle“ einen legendären Ruf unter Fans britischer 60er Psychedelic. Das Original wird gerne gut vierstellig gehandelt. Bei Discogs wurde ein Exemplar für über 5.000 Euro verkauft. Es gab diverse inoffizielle Wiederveröffentlichungen. Aber es sollte bis 2007 dauern, bis es zu einer ersten regulären Wiederveröffentlichung kam. Die ist aber inzwischen auch schon recht hochpreisig. Daher dürfen sich nun Fans dieser legendären Platte freuen: Soeben ist auf Guerssen eine aktuelle Version des Albums erschienen.

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Troum – Vorbei Der Tod

Die Bremer Band ist seit über 20 Jahren aktiv und hat sich sogar weltweit einen Namen mit ihrem ritual Drone gemacht. Dass sie noch aktiv sind, wusste ich nicht, hatte ich sie doch etwas aus den Augen verloren. Ein Blick auf Discogs verrät, dass die beiden Herren sogar überaus aktiv sind und insgesamt etwa 25 Alben veröffentlicht haben. Gerade erschien ihr neuestes Werk „vorbei der tod„.
Hier entwickeln sie ihren Sound weg vom ritual hin zu digitalem dark ambient. Das funktioniert besonders gut, wenn das Geräuschhafte des Drone wie in „symmetrization“ oder „ein-bewußt“ hervortritt. Dann zeigen „Troum“ ihre Stärke: Klang-Soundcollagen, die bemerkenswert emotional wirken. Keine Alltagsmusik. Aber Musik, in der man versinken kann.

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BOY Records – Timeless Technology 1988-1991 BOX

Das Label Boy war Ende der 80er in Deutschland einer der Wegbereiter von Techno und elektronischer Tanzmusik. So verwundert es nicht, dass einige Releases an den zeitgleich erfolgreichen belgischen New Beat erinnern. Boy war in den Clubs der Zeit sehr populär und schaffte es mit einigen Tracks gar in die Charts. Das Label Mecanica aus Łódź veröffentlicht nun eine feine Zusammenstellung mit spannenden sowie wegweisenden Tracks aus der Zeit von 1988 bis 1991. Wahlweise können die 34 Titel digital oder als 4-LP Box erworben werden. Der Sound macht riesig Spaß, selbst wenn die Sprachsamples aus heutiger Sicht bisweilen etwas bekloppt erscheinen mögen. Tipp!

https://mecanica.bandcamp.com/album/boy-records-timeless-technology-1988-1991

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Disko Sektr – Glasnost EP

„Disko Sektr“ ist ein Ableger von „Techniques Berlin“ und kommt entsprechend aus Kanada. Letzte Woche erschien die Debüt Ep digital. Die beiden Tracks hören sich etwas steriler an als „Techniques Berlin“, unterscheiden sich aber nicht grundsätzlich vom Bandsound. Es gibt also im wesentlichen 80s Minimal Synth zu hören. Offenbar scheinen aber auch keine weiteren Releases des Projektes geplant zu sein: „One-off electronic project from Andreas Gregor and Dave Rout from Techniques Berlin and !Bang Elektronika.“

https://diskosektr.bandcamp.com/

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Opera Multi Steel – Cathedrale

Hach! Wieder ein Re-Issue, das überfällig war: Die französische Cold Wave Band „Opera Multi Steel“, die spätestens seit dem legendären Sampler „cold waves + inimal electronics volume one“ weit über den Status eines Geheimtipps hinaus gekommen ist, veröffentlicht am 22.12. ihr Debüt „cathedrale“ zum 35. Geburtstag des Albums neu auf Vinyl. Es wird mehrere Versionen geben, aber nur 250 insgesamt. Da sollte man sicher schnell zugreifen. Zur Erinnerung: Das Original startet bei Discogs bei 65 Euro.

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Varsovia – Diseñar Y Destruir

Die peruanische Band „Varsovia“ ist zurück. Ihr raues, minimales, synth-punkiges Debüt von 2014 wurde in diesem Jahr bereits auf Vinyl wiederveröffentlicht. Wohl als Vorankündigung für „diseñar y destruir„, das gestern erschienen ist. Wieder geht es überwiegend elektronisch aggressiv zu (wenn man mal das ruhige „gallinazos“ außen vor lässt). Mal wird experimentiert, mal geht es ordentlich nach vorne. Stets hat man das Gefühl, dass irgendwo etwas passiert. Und wo das Debüt „recursos inhumanos“ noch etwas eintönig war, haben „Varsovia“ auf dem neuen Album die Abwechslung entdeckt. Schönes Platte zum Ende das Jahres. Hoffentlich wird sie auch hier erhältlich sein.

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Cabaret Voltaire – Shadow Of Fear

Im August angekündigt, erscheint Freitag das erste „Cabaret Voltaire“ Album seit 20 Jahren! Das inzwischen auf Richard H Kirk zurechtgestutzte Projekt umweht seit jeher ein Hauch von Geschichte und Innovation zugleich. Entsprechend hoch dürften die Erwartungen sein, die an „shadow of fear“ gestellt werden.
Die Tracks sind instrumental. Als Gesangsersatz gibt es Sprachsamples. Die Tracks erscheinen eine wenig wie eine Retrospektive über das gesamte Schaffen der Band. So finden sich Industrial oder Techno Sounds, 90er Flächen, Ambient Tracks, mal Breakbeats, Minimales. Beinahe alles, was elektronische Musik spannend macht, ist dabei. Die meisten Tracks sind deutlich für den Club konzipiert. Klar, hört man, dass „shadow of fear“ nicht von einem 25-jährigen stammt. Trotzdem überzeugt es bei allen Bezügen mit einer überraschenden Frische.

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Notwist – Vertigo Days

Die bayrischen „Notwist“ haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Das Debüt Anfang der 90er war noch eine Art Metal. Es folgte Indie Rock und spätestens als Console aka Martin Gretschmann hinzu kam, entwickelten sie sich zum Inbegriff innovativer, deutscher Popmusik. Zum Jahrtausendwechsel waren Clicks and Cuts Sounds nicht nur ohnehin Ausdruck höchster Progressivität, nein, in Popsongs hatte es das noch nie gegeben. Dazu die markante poppige Stimme von Micha Acher mit seinem eigentlich unentschuldbaren D-Englisch. Aber das alles passte so gut zusammen, dass sich sogar ein internationaler Hype um die Band entwickelte. Seither wurde es etwas stiller. Alben erscheinen unregelmäßig. Das letzte reguläre Platte liegt sechs Jahre zurück. Und Gretschmann ist ausgestiegen.
Doch auf einmal kündigt die Band für Januar 2021 mit „vertigo days“ ein neues Album an. Bislang gibt es vier Stücke zu hören. Die bewegen sich zwischen dem gewohnten „Notwist“-Sound, Krautrock, 60s und jazzigen Untertönen. Vielleicht liegt es daran, dass ich gar nichts mehr von der Band erwartet hatte, aber diese paar Songs geben einem das Gefühl, als würde ein guter Freund zurückkehren.

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